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Technologietransferzentrum Automotive Coburg (TAC) gegründet

24.01.2007
Der Cluster Automotive in Oberfranken wird um ein wichtiges Element bereichert. Mit dem Technologietransferzentrum Automotive Coburg (TAC) erhält die Automobilzulieferbranche eine wertvolle Schnittstelle zur stärkeren Vernetzung von anwendungsorientierter Forschung und Entwicklung mit Unternehmen.

Die Automobilbranche ist für Bayern eine Schlüsselindustrie. In den kommenden Jahren werden weltweit Umsatzsteigerungen von bis zu 75 % erwartet. Allein in Oberfranken bietet diese Branche gut 40.000 Menschen einen Arbeitsplatz. Durch die im Studienverbund "Automotive Technology and Management" gebündelte Automobilkompetenz an der Hochschule Coburg lag es nahe, ein solches Technologietransferzentrum mit einer engen unternehmerischen Anbindung an der Hochschule einzurichten. Das TAC leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Ausbau des Standortes Oberfranken als Clusterregion für die Automobilzulieferindustrie.

Das Aufgabenspektrum des Technologietransferzentrums Automotive Coburg (TAC) wird sich im wesentlichen aus zwei Gebieten zusammensetzen. Ein Tätigkeitsbereich des TAC wird die anwendungsbezogene Forschung und Projektabwicklung sein. Dazu gehören Forschungs- und Entwicklungsprojekte in den Kompetenzfeldern Motor und Antrieb, Mechatronik und Car IT. Die meisten Forschungsprojekte mit Partnern aus der Region sind in den Bereichen Mechatronik und Car IT zu erwarten, in denen namhafte hiesige Unternehmen eine führende Position einnehmen. Als größere Anschaffungen für das TAC sind ein Hardware-in-the-Loop-Prüfstand zum virtuellen Test von Fahrzeugsteuergeräten, Motorenprüfstände, ein EMV-Prüfstand (elektromagnetische Verträglichkeitsmessungen) sowie Simulationssoftware vorgesehen. Anlagen zum Rapid Prototyping (Fünf-Achs-Fräsmaschine, Vakuum-Guss, 3D-Scanning, 3D-Drucker) sind bereits an der Hochschule Coburg vorhanden und entsprechen dem höchsten technischen Stand. Das TAC wird sie daher ebenfalls nutzen.

Ein zweiter Tätigkeitsbereich wird die Weiterbildung sein. Als Ergänzung zu den Studiengängen des Verbundes "Automotive Technology and Management" der Hochschule Coburg werden Bildungsangebote für verschiedene Zielgruppen entwickelt. Geplant ist unter anderem eine enge Kooperation des TAC mit der IHK Akademie Bayreuth, um eine "Automotive Academy" aufzubauen.

Die Anschubfinanzierung des TAC durch die öffentlichen Geldgeber in Höhe von insgesamt 1,475 Mio. Euro läuft über fünf Jahre, ab dann soll sich das TAC allein durch seine Aufträge finanzieren. Die Oberfrankenstiftung wird bis zum Jahr 2011 mit 1,1 Mio. Euro die mit Abstand größte Summe beisteuern. Die Stadt Coburg beteiligt sich mit 150.000 Euro und die Landkreise Coburg, Kronach und Lichtenfels mit jeweils 75.000 Euro.

Das TAC wird als In-Institut an der Hochschule Coburg eingerichtet. Der akademische Senat der Hochschule hat die Institutssatzung bereits am 8. Dezember 2006 beschlossen und das TAC damit offiziell gegründet. Die in den kommenden Wochen aufzubauenden TAC-Labore werden im Kfz-Labor der Hochschule Coburg eingerichtet. Das Büro des noch zu benennenden Geschäfts-führers wird sich im Hofbrauhaus befinden. Die kommunalen Förderer werden das TAC über seinen Institutsrat bei der Entwicklung und Verfolgung strategischer Ziele beratend unterstützen. Außerdem soll dem TAC ein Kompetenzbeirat zur Seite stehen, der sich aus zahlreichen, noch zu benennenden Vertretern der regionalen und überregionalen Unternehmen der einschlägigen Branchen sowie Repräsentanten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zusammensetzt. Seine erste Sitzung ist für April 2007 geplant. Prof. Dr. Hartmut Gnuschke, Studiengangsleiter Automotive Technology and Management an der Hochschule Coburg, wird kommissarisch die Projektleitung des TAC übernehmen, bis ein Geschäftsführer bestellt worden ist.

Adele Orosz | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-coburg.de

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