Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Software-Agenten in der Auto-Produktion

01.07.2008
Leitsysteme bilden den gesamten Produktionsablauf ab und ermöglichen es, die Fabrik auf einen Blick zu sehen. Das neue Leitsystem ProVis.Agent®, das die Produktion der Mercedes-C-Klasse im Werk Bremen steuert, überblickt erstmalig auch, wie sich Störungen auswirken.

Mehr als 450 automatisierte Produktionsstationen - vom Rohbau bis zur Montage - gibt es in der C-Klasse-Fertigung bei Daimler in Bremen. Um hier den Überblick zu behalten, bilden Leitsysteme den gesamten Produktionsablauf ab und ermöglichen es, die Fabrik auf einen Blick zu sehen.

Fällt etwa eine Anlage aus oder tritt eine andere Störung auf, ist dies im Leitsystem zu erkennen. Welche Auswirkungen die Störung hat, zeigt das System jedoch nicht an. Sind Engpässe in der Frühschicht zu erwarten? An welcher Station? Wird die Soll-Stückzahl erreicht? Je komplexer die Produktion, desto schwieriger sind Auswirkungen von Störungen zu überblicken.

Künftig wird das einfacher: Das weltweit erste agentenbasierte Produktionsleitsystem ProVis.-Agent® steuert und überwacht die Produktion der Mercedes-C-Klasse. "Das System errechnet, was der Mitarbeiter im Leitstand machen muss, um die Soll-Stückzahl möglichst zu erreichen: beispielsweise eine geplante Pause verschieben, Mitarbeiter innerhalb der Linien anders einsetzen oder die Reihenfolge der Fahrzeuge kurzfristig ändern", erklärt Dr.-Ing. Olaf Sauer, Leiter des Geschäftsfelds Leitsysteme am Fraunhofer-Institut für Informations- und Datenverarbeitung IITB in Karlsruhe, wo ProVis.Agent entwickelt wurde.

... mehr zu:
»IT-System »Software-Agent

Übliche produktionsnahe Softwaresysteme sind meist nicht miteinander verbunden, so dass Informationen aufwendig und zum Teil manuell zusammengeführt und interpretiert werden müssen. "Damit Planungssysteme und operative Steuerungssysteme nahtlos ineinander greifen, hat sich eine neue Generation produktionsnaher IT-Systeme etabliert, die unter dem Begriff Manufacturing Execution Systeme, kurz MES, zusammengefasst werden. Software-Agenten oder Services verbinden diese MES-Komponenten miteinander", erläutert Sauer.

Im Presswerk in Bremen wurde das System kürzlich in Betrieb genommen. "Erstmals können wir Informationen aus verschiedenen IT-Systemen des Presswerks in das Leitsystem einbinden", sagt Sauer. "Kameras überwachen Schrottbänder und die Waggonverladung, ein anderes System erfasst die Betriebsdaten von Pressen und Transportbändern. Das Presswerk nutzt zudem fahrerlose Transportsysteme, ein neues Lagerverwaltungssystem und SAP zur Auftragsverwaltung. Alle diese Anwendungen sind über unsere Integrationsplattform zur übergreifenden Bedienung und Beobachtung in einer zentralen Leitwarte zusammengefasst."

Dr. Janine Drexler | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2008/07/Mediendienst072008Thema5.jsp

Weitere Berichte zu: IT-System Software-Agent

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Wussten Sie wie viele Teile Ihres Autos Infrarot-Wärme brauchen?
23.10.2017 | Heraeus Noblelight GmbH

nachricht Neue Akzente für das Ambiente im Automobil
19.09.2017 | Schott AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie