Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Serienautos erhalten Wasserstoffantriebe

16.09.2008
Umbaukonzept nutzt Technologien von Gasfahrzeugen

Wissenschaftler der britischen University of Sunderland haben in Zusammenarbeit mit Industriepartnern einen serienmäßigen Nissan Almera zum Wasserstoff-Auto "HyPower" umgebaut.

"Das Projekt zeigt, dass jedes Serienfahrzeug für den Wasserstoffbetrieb umgebaut werden kann", betont Teamleiter Dirk Kok vom Institute of Automotive and Manufacturing Advanced Practice der University of Sunderland gegenüber pressetext. Die genutzten Prinzipien seien ähnlich wie bei einem Flüssiggas-Umbau und auch die Kosten sollten vergleichbar ausfallen.

"Die Leute sind umweltfreundlich, solange sie es sich leisten können", sieht Kok darin einen wesentlichen Vorteil. Mithilfe von HyPower wird sein Team zusätzliche Technologien testen.

Für den Umbau haben die Forscher gängige Technologien genutzt, die ursprünglich für Erdgasautos entwickelt wurden. Diese wurden von der Firma Lambda One Autogas ins Fahrzeug eingebaut. Dazu kam ein geeigneter Wasserstofftank des Centre of Process Innovation, der Kok zufolge derzeit die teuerste Komponente beim Umbau darstellt.

"Man würde erwarten, dass der Preis durch höhere Produktion fällt, falls unsere Idee sich durchsetzt und die Nachfrage steigt", meint jedoch der Wissenschaftler. Mit einer Füllzeit von unter fünf Minuten und einer guten Reichweite entspräche das umweltfreundliche System insgesamt den Anforderungen der Automobilindustrie. "Mit dieser Technologie müssten Kunden keine neuen Autos kaufen", betont Kok weiters.

Wie beim demonstrierten Umbau von Autos in Hybridfahrzeuge von Fraunhofer-Forschern (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080904021) ist auch das Konzept aus Sunderland zum Umrüsten von Serienfahrzeugen gedacht. Auch für den Vertriebskanal der Wasserstoff-Adaption hat Kok schon Ideen. "Komplette Pakete könnten zur Installation durch Flüssiggas-Umrüster angeboten werden", erklärt der Wissenschaftler gegenüber pressetext. Die Kosten sollten sich, wenn es zur Serienproduktion kommt, in einem ähnlichen Bereich bewegen wie bei einer Flüssiggas-Umrüstung. Eventuell könnten sie sogar geringer ausfallen, meint Kok. "Ich kann mir vorstellen, dass manche Länder überzeugt werden können, solche Umbauten zu fördern", erklärt der Wissenschaftler.

Bis der Wasserstoff-Umbau zum Massenprodukt wird, wird es allerdings noch etwas dauern. Der HyPower Nissan Almera wird auf der morgen, Mittwoch, beginnenden Konferenz Partners4Automotive 2008 http://www.partners4automotive.com offiziell vorgestellt und dann zunächst für Forschungszwecke genutzt. "Das Fahrzeug wird als Prüfstand zur Evaluierung neuer Wasserstoff-Technologien für Fahrzeuge dienen", meint Kok. Speziell sollen Speicher- und Fülltechniken, aber auch verschiedene Wasserstoff-basierte Treibstoffe getestet werden. HyPower soll aber nicht lange das einzige entsprechend umgebaute Serienfahrzeug bleiben. "Wir streben an, eine Fahrzeugflotte umzurüsten und eine Wasserstoff-Füllstation einzurichten, um unsere Forschung ausweiten zu können", betont Kok abschließend.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.sunderland.ac.uk
http://www.lambdaone.co.uk
http://www.uk-cpi.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Mobilität von Morgen: Wie wir uns in Zukunft von A nach B bewegen
07.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Verbesserte Leistung dank halbiertem Gewicht
24.07.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie