Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sensoren erkennen gefährliche Straßenglätte

25.01.2013
System verspricht mehr Verkehrssicherheit beispielsweise bei Blitzeis

Forscher am VTT Technical Research Centre of Finland haben ein Sensorsystem entwickelt, das Autofahrern unmittelbare Warnung bei Straßenglätte beispielsweise durch Blitzeis verspricht. Somit soll es helfen, Blech- und Personenschäden zu vermeiden.

Bislang hat das Team die Sensoren nur für Schwerfahrzeuge umgesetzt, was dem Nutzen aber keinen Abbruch tut. "Die Information kann auf diverse Arten an alle Straßennutzer verteilt werden, wie Navigationsgeräte, Handys oder Radiodurchsagen", erklärt VTT-Wissenschaftler Kimmo Erkkilä gegenüber pressetext. Dennoch dürfte längerfristig auch eine PKW-Version folgen.

Verräterische Achsendrehung

Prinzipiell nutzt die VTT-Technologie fahrzeugeigene Sensoren, um Rutschgefahr in Echtzeit zu erkennen. "Die Methode umfasst eine Abschätzung der Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Antriebsachse und frei rotierenden Achsen in verschiedenen Fahrsituationen, was auf den Grad der Reibung schließen lässt", so Erkkilä. So kann das System nach wenigen Kilometern ermitteln, wie glatt die Straße ist und diese Information an den Fahrer weitergeben, der etwaige Änderungen der Fahrbedingungen wie eine plötzliche Vereisung vielleicht noch gar nicht mitbekommen hat.

In bisherigen Praxistests kam das Sensorsystem in LKWs zum Einsatz, geeignet ist es in der aktuellen Form nur für Schwerfahrzeuge. Das liegt daran, dass diese in der Regel vielachsig sind und viele frei rotierende Achsen haben. "Es entfällt also ein im Vergleich zum Gesamtgewicht geringer Gewichtsanteil auf die Antriebsachse. Das macht das System bei Schwerfahrzeugen empfindlicher", erläutert der Forscher. Es gäbe aber keine prinzipiellen technischen Hindernisse für eine PKW-taugliche Umsetzung. Die ist aber gar nicht unbedingt nötig, damit auch Private vom System profitieren.

Umfassendes Informationssystem

Die Lösung ist nämlich darauf ausgelegt, dass gesammelte Daten nicht nur direkt für den Fahrer aufbereitet, sondern auch kabellos an ein im Hintergrund arbeitendes System übertragen werden. "Ein Gedanke ist, dass eine ziemlich große Zahl an Schwerfahrzeugen auf den Straßen unterwegs sind. Wenn sie alle als Sensoren fungieren, können wir online bereits eine umfassende Glätte-Datenbank sammeln", meint Erkkilä.

Auf diese Datenbank könnten dann nicht nur die Fahrzeug-Terminals datenliefernder LKWs zugreifen, sondern auch andere Lösungen, die Glättewarnungen für alle Verkehrsteilnehmer zugänglich machen.

Eine Variante wären beispielsweise elektronische Straßenschilder, die nur dann auf Schleudergefahr hinweisen, wenn für den zugehörigen Straßenabschnitt eine entsprechende Warnung des VTT-Systems vorliegt.

Denkbar sind aber auch Smartphone-Apps oder eine Nutzung der Daten beispielsweise im Wetterbericht oder für Radiodurchsagen. Die Forscher gehen davon aus, dass eine breite Nutzung ihres Sensor- und Warnsystems letztlich zu massiven Kostenersparnissen für Frächter, andere Straßennutzer und die Gesellschaft allgemein führen könnte.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.vtt.fi

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Mobilität von Morgen: Wie wir uns in Zukunft von A nach B bewegen
07.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Verbesserte Leistung dank halbiertem Gewicht
24.07.2017 | Technische Universität Chemnitz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

10. Cottbuser Medienrechtstage zu »Fake News, Hate Speech und Whistleblowing«

18.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parasitenflirt: Molekulare Kamera zeigt Paarungszustand von Bilharziose-Erregern in 3D

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie

19.09.2017 | Förderungen Preise