Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schadstoffminimierungsreaktor reduziert Feinstpartikel

24.11.2005


Österreichischer Forscher entwickelt effektives System


www.cefaustria.at



Der Forscher Gerhard Fleischhacker von CEF-Austria hat eine neue Methode zur Schadstoffreduzierung von Motorabgasen entwickelt, die, anders als herkömmliche Partikel-Filtermethoden, auch Feinstpartikel absondern kann. Der Reaktor zur Feinstpartikelreduktion nach System CEF (SMRÄ) ist im besonderem geeignet, die Partikel, die kleiner als drei Mikrometer sind, aus dem Abgas von Motoren, insbesondere Dieselmotoren, zu nahezu 100 Prozent zu reduzieren.



"Diese Definition bezieht sich ausschließlich auf die Teilchenzahl der Feinstpartikel, da eine Definition der Masse im beschriebenen Größenbereich verschwindend klein ist und daher einer wägbaren oder messbaren Definition nicht bzw. nur schwer zugänglich ist", erklärt Gerhard Fleischhacker im pressetext-Interview. Der neu entwickelte Reaktor wird im Abgasstrom als offenes System betrieben, ohne dass dabei der freie Durchströmquerschnitt wesentlich beeinflusst wird oder ein nicht existenter Filterbelag den Staudruck im Motorbetrieb nachteilig beeinflussen könnte. "Die oxidierbaren Feinstpartikel werden beim Durchströmen des Reaktors energetisch so angereichert, dass die Reaktionsenergie der einzelnen Teilchen gerade so viel angehoben wird, dass eine oxidative Reduktion der Feinstpartikel in unschädliche Bestandteile, das sind im günstigsten Falle CO2 und H2O-Teilchen, stattfindet", erklärt Fleischhacker, der die herkömmlichen Dieselpartikelfilter als nutzlos bezeichnet (siehe pte-Meldung http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=050923029 ).

"Die Reaktionen laufen energetisch im Grenzbereich des stabilen und instabilen Bereiches einer oxidativen Reduktion ab. Ein Temperatur- und Zeithorizont, wie dieser für die Bildung von Nebenreaktionen wie etwa zur Dioxinbildung notwendig ist, ist erst gar nicht möglich", erklärt der Wissenschaftler. "Die für den Beginn des oxidativen Prozesses notwendige Energie der Russpartikel wird erst nach Eintritt in die Reaktionszone - im freiem Durchströmquerschnitt - induktiv so weit angehoben, dass die gewünschte Oxidation und damit Reduktion der Schadstoffe bereits innerhalb der konstruktiv gewählten Reduktionszone erfolgt." Fleischhacker weist daraufhin, dass der thermisch und chemisch im gewünschten Temperatur- und Zeitbereich ablaufende Prozess teilweise auch geeignet ist, gasförmige Schadstoffe wie etwa CO mit angemessenem Wirkungsgrad zu CO2 zu oxidieren.

Die Weiterentwicklung der Motortechnik, wie zum Beispiel die Common-Rail-Technik und seit neuestem die Beeinflussung der Verbrennung mit Piezo-Injektoren hat dazu geführt, dass der Ausstoß an Feinstpartikeln noch wesentlich reduziert werden konnte. Die ursprüngliche Teilchen- oder Partikelgrößen wurden durch die verbesserte Einspritz- bzw. Zündtechnik so reduziert, dass nicht nur die Masse der emittierten Partikel um ein Vielfaches, sondern auch die Größe der Russpartikel wesentlich reduziert wurde. "Allerdings ist der Anteil der Feinstpartikel im Aerosolbereich nicht reduziert worden, sondern ganz im Gegenteil ist die Anzahl der Feinstpartikel beträchtlich angestiegen, was aber auf die Masse der Rest-Emissionen, wegen der geringen Teilchengröße, keinen Einfluss hatte", erklärt Fleischhacker. "Die logische Konsequenz dieser Entwicklung ist aber, dass damit die Ausrüstung der Motoren mit Partikelfiltern eine nutzlose Investition darstellt."

Die Kosten für die Herstellung des CEF-Reaktors liegen etwa 15 Prozent unter denen eines einfachen Partikelfilters. Fleischhacker beziffert diese auf maximal 450 Euro. Der statische Einbau des in Kompaktbauweise ausgeführten Reaktors nach System CEF könnte bei Neuwagen direkt im Werk bzw. mit dem Auspuff erfolgen, oder als Nachrüstteil, durch Einfügen des Reaktorgehäuses an beliebiger Stelle eines geraden Rohrstück des Auspuffkanals. "Der Anschluss an die herkömmliche Zündspule ist ohne Aufwand auch einem fachkundigen Laien möglich", so der Forscher abschließend im pressetext-Interview.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cefaustria.at

Weitere Berichte zu: Feinstpartikel Reaktor Russpartikel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Informatiker der Saar-Uni verhindern Auto-Fernsteuerung durch Hacker
03.11.2016 | Universität des Saarlandes

nachricht Gewichtseinsparung durch lasergestützte Materialbearbeitung im Automobilbau
07.10.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie