Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rinspeed "Senso" - das Auto, das den Fahrer fühlt

16.02.2005


Rinspeed und Bayer MaterialScience präsentieren gemeinsam neues Fahrzeugkonzept - Weltpremiere auf dem Genfer Autosalon vom 3. bis 13. März 2005

... mehr zu:
»Design »Erdgas »Seesing

"Es ist mehr der Mensch, der im Mittelpunkt des Automobils stehen sollte und nicht immer mehr die Technik", bringt Rinspeed-Chef Frank M. Rinderknecht (49) die Grundidee des jüngsten Concept Car-Sprosses auf den Punkt. Auf ihr basiert das Fahrzeugkonzept des "Senso", den die renommierte Schweizer Design- und Konzept-Schmiede und Bayer MaterialScience, einer der größten Kunststoff-Produzenten der Welt, vom 3. bis 13. März 2005 auf dem Genfer Autosalon präsentieren. Entwickelt wurde der "Senso" zusammen mit dem langjährigen Engineering-Spezialisten Esoro. Und Bayer-Autospezialist Johannes Seesing (51) ergänzt: "Zusammen mit unseren Partnern in der Automobilindustrie forschen und arbeiten wir bereits heute am Auto von morgen. Der ’Senso’ ist ein herausragendes Beispiel für unkonventionelle Ideen und angewandtes Querdenken."

Der mit umweltfreundlichem Erdgas betriebene "Senso" ist nicht ohne Grund das "sinnlichste" Auto der Welt. Denn "Senso" "erfühlt" den Fahrer, misst also seine biometrischen Werte - und wirkt dann mittels Mustern, Farben, Musik und Düften positiv auf den Lenker. Der Grund: Ein ausgeglichener Fahrer fährt einfach sicherer.


Dahinter steckt eine ausgefeilte Sensorik-Idee, das Herzstück des Gefährts: Für die Datenerhebung zeichnen gleich mehrere Sensoren verantwortlich. So misst eine biometrische Polar-Uhr die Pulsfrequenz des Fahrers. Eine "Mobile Eye"-Kamera registriert sein Fahrverhalten, also wie und wie häufig er die Fahrspur wechselt und wie dicht und schnell er auf vorausfahrende Autos auffährt. Nun - so die Vision - wertet ein HP-Bordrechner die erhobenen Daten aus und schließt mit Hilfe spezieller Algorithmen auf den momentanen Gemütszustand des Fahrers.

Die Entwickler des Concept Car sprechen nicht ohne Grund von "Zen-Sorik" - in Anspielung auf fernöstliche Meditation. Denn auf Basis der errechneten Werte erhält der Pilot nun die sinnansprechenden Impulse, um ihn in einen Zustand entspannter Aufmerksamkeit zu versetzen. Die Idee der kommunizierenden Oberflächen stammt von Dipl.-Des. Andreas Fischer, der am Institut für Informatik der Universität Zürich in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Psychologie der Universität Innsbruck das "zenMotion-Konzept" entwickelt hat. Ausgangspunkt für die Entwicklung waren Untersuchungen der Wissenschaftler, die sich mit der emotionalen Wirkung von bewegten Mustern auf den Menschen befassen. Im "Senso" rücken - je nach momentaner Verfassung des Fahrers - vier kleine Sharp-LCD-Bildschirme stimulierende (orange/gelb), beruhigende (blau/violett) oder neutrale (grün) Farbmuster ins Blickfeld des Fahrers. Sie sind eingefügt in die futuristisch gestaltete Innenverkleidung, die als gesamte Fläche leuchtet und das Cockpit in ein blendfreies, ambientes Licht taucht.

Eine neuartige Leuchtfolientechnik macht es möglich, die von Bayer MaterialScience und dem Schweizer Elektronik-Spezialisten Lumitec entwickelt wurde. Diese so genannte Smart Surface Technology feiert damit Weltpremiere im automobilen Einsatz. Johannes Seesing: "Wir zeigen im ’Senso’, welch atemberaubende Möglichkeiten sich für Autodesigner mit dieser neuen Technologie auftun. Denn das glimmende Material lässt sich in jede beliebige Form bringen und verzichtet dabei auf Glühbirnchen oder LEDs." Die Hightech-Oberfläche erstrahlt computergesteuert je nach angelegter Spannung in den Farben grün, blau oder orange.

Verstärkung erhalten die optischen Reize durch eigens komponierte Klänge, die auf einem Rechner digital gespeichert sind. Neben Auge und Ohr wird auch die Nase über vom Geruchs-Spezialisten CWS/Voitino entwickelte Düfte, die der Lüftung entströmen, angesprochen. Vanille-Mandarin wirkt dabei beruhigend, während eine Citrus-Grapefruit-Note eher der Stimulation dient. Und selbst der Tastsinn des Menschen wird eingespannt: Stellt der Zentralrechner Müdigkeitssymptome beim Fahrer fest, so sollen im Sitz integrierte Elektromotoren ihn - im wahrsten Sinnes des Wortes - wachrütteln.

Rinspeed "Senso" - Steine des Anstoßes

Doch der "Senso" hat nicht nur innere Werte. Würde er nicht auch beim polarisierenden Design neue Wege beschreiten, trüge er nicht den Familiennamen "Rinspeed". Besonders die klare, unverspielte Innenraumgestaltung rückt den Menschen in den Mittelpunkt. So sitzt der Fahrer mittig allein in der ersten Reihe, flankiert von zwei hinter ihm angeordneten Recaro-Beifahrersitzen, bezogen mit italienischen Designerstoffen von X-Mobil. Apropos Design: Innen wie außen eingesetzte Carbonteile geben der gesamten Optik einen technisch-kühlen Touch. Sie wurden bei MP Design in aufwendiger Handarbeit einzeln maßgeschneidert.

Die äußere Fahrzeugform macht bewusst Anleihen bei der Architektur, wie sie Menschen über Jahrhunderte geschaffen haben - und schlägt damit eine spannungsgeladene Brücke zwischen Mobilien und Immobilien. Der zweiteilige Heckaufbau erinnert dabei an kühne Dachkonstruktionen und tiefe Häuserschluchten. Das Spiel von Radien und scharfen Kanten ist eine Reminiszenz an formschöne Industriearchitektur.

Bei der Realisierung der Formen kommen Hightech-Werkstoffe zum Einsatz, bei der Karosserie beispielsweise voll-recycelbare Composite. Die markante Speedster-Scheibe - wie auch die an eine moderne Hochhausfassade erinnernde Heckpartie - besteht aus Makrolon®, einem hochwertigen Polycarbonat. Im Vergleich zu herkömmlicher Automobilverscheibung ist das kratzfest beschichtete Material fast um die Hälfte leichter und dabei deutlich bruchsicherer - und bietet Designern völlig neue Gestaltungsmöglichkeiten.

Ein derart atemberaubender Body hüllt sich natürlich in Extravagantes, das nicht von der Stange zu haben ist: Der seidenmatt-schillernde Effektlack des "Senso" mit den in den Bayer-Labors entwickelten Lackrohstoffen ist ein Maßanzug, den es so nur ein einziges Mal für die Designschmiede Rinspeed gibt. Ein Softfeel-Klarlack im Interior verleiht dem gleichen Farbton zusätzlich noch eine angenehm weich anfühlende Oberfläche.

Saubere Leistung - die Antriebstechnik

Angetrieben wird der 1385 Kilogramm leichte "Senso" von einem 3,2-Liter Boxermotor aus dem Porsche Boxster S, der für den Einsatz im "Senso" auf Betrieb mit Benzin und Erdgas umgerüstet wurde. So strömen aus dem Auspuff bis zu 30 Prozent weniger umweltschädliches CO2. Der Grund: Erdgas ist ein extrem sauber verbrennender Treibstoff, der beinahe völlig aus Methan besteht und fast keinen Schwefel enthält. Der Motor leistet 250 PS/184 kW bei 6 200 U/min und produziert ein maximales Drehmoment von 300 Nm bei 4 600 U/min. Für die Kraftübertragung zur Hinterachse sorgt ein manuelles Sechsganggetriebe. Damit beschleunigt der "Senso" in 5,9 Sekunden von 0 - 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.

Für optimale Traktion sorgen Continental SportContact 2 Reifen im Format 235/35 ZR 19 vorne und 255/35 ZR 19 auf der Hinterachse, montiert auf Barracuda-Felgen in den Größen 8.5x19" vorne und 9.5x19" hinten.

Die futuristische Karosserie sitzt auf einem speziell von KW automotive entwickelten Fahrwerk, das sowohl in der Höhe als auch in der Härte justierbar ist. Dabei ist den Fahrwerksingenieuren das seltene Kunststück gelungen, eine perfekte Synthese aus Fahrkomfort und sportlichem Handling zu erreichen.

Die innovative Lichttechnologie des "Senso" stammt vom Beleuchtungs-Spezialisten in.pro. Die acht Leuchteinheiten wecken Assoziationen an "Star Wars"-Szenarien - und auch Captain Kirk hätte sicherlich seine Freude daran gehabt. Das intelligente in.pro.Sat-System sendet automatisch einen Notruf über das GSM-Netz im Falle eines Unfalls, Überfalls oder Diebstahls.

Frank M. Rinderknecht | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.rinspeed.com

Weitere Berichte zu: Design Erdgas Seesing

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

nachricht Das erste fliegende Auto kommt 2018
13.02.2017 | PAL-V International B.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik