Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Revolution in der Radprüfung: "W/ALT" - Zeitmaschine auf sechs Beinen

27.03.2009
Das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF nimmt mit dem vollkinematischen Rad-Straßensimulator W/ALT eine neue Generation Radprüftechnik in Betrieb - steigende Qualität bei sinkender Testzeit, für herkömmliche wie Elektroantriebe gleichermaßen geeignet. Sowohl Rad- und Fahrzeughersteller als auch Verbraucher profitieren.

Der vollkinematische Rad-Straßensimulator W/ALT (Wheel Accelerated Life Testing) beschleunigt Entwicklungszeiten in der Automobilindustrie und erhöht die Sicherheit von Bauteilen.

In zehn Tagen reiner Laufzeit absolvieren jeweils drei Prüflinge der Rad-Naben-Baugruppe belastungsäquivalent rund 300.000 Kilometer Fahrtstrecke. Das Besondere sind vier lastgesteuerte Freiheitsgrade, die hochkomplexe Betriebsbedingungen simulieren und die Realität noch besser abbilden als bisher.

„Wir sind vom Potenzial dieser neuen Prüfeinrichtung absolut überzeugt: Neben den traditionellen zweiaxialen Prüfungen können wir damit richtungweisende FuE-Arbeiten durchführen - auch im Bereich der Elektromobilität", sagt Institutsleiter Prof. Dr. Holger Hanselka.

W/ALT ist eine „Mastermaschine“, vollständig kompatibel zu allen zweiaxialen Radprüfständen. Neben den beiden zusätzlichen Lastfreiheitsgraden Schräglauf und Sturz können Brems- und Antriebsvorgänge jetzt uneingeschränkt simuliert werden. Die direkt angetriebene Trommel erzielt eine Geschwindigkeit von 160 km/h - wesentlich schneller als die riemengetriebenen Trommeln der zweiaxialen Simulatoren mit 130 km/h Höchstgeschwindigkeit. W/ALT ist im Mittel 15 bis 20 Prozent schneller als zweiaxiale Radprüfstände.

Rad- und Fahrzeughersteller können mit W/ALT PKW-Räder und Radnaben besser und schneller prüfen. Der Prüfstand erfüllt die Maschinenrichtlinie 98/37/EG und die ab dem 29.12.09 gültige Fassung 2006/42/EG. Verbraucher profitieren von größerer Sicherheit und Lebensdauer der Bauteile. Das Versagen einer Schweißnaht, ein gelöster Radbolzen oder der Anriss eines Rades können tödliche Folgen haben. W/ALT kann Belastungssituationen in einer Komplexität simulieren, die bislang undenkbar war.

Die Daten für die Lastprogramme stammen aus Echtversuchen zum Beispiel auf der Nordschleife des Nürburgrings. Die ermittelten Belastungszustände wurden mit mathematischen Verfahren auf das Labor übertragen. Sie komprimieren die Belastungssituation so stark, dass W/ALT zu einer Art Zeitmaschine wird: 300 000 km Laufleistung würden normal statt zehn Tage ein ganzes Fahrzeugleben beanspruchen!

"Mit der neuen Hexapodenkonstruktion erreichen wir eine bisher unerreichte Flexibilität“, hebt Rüdiger Heim, Leiter Kompetenzcenter Rad/Nabe/Welle hervor. „So ist unsere Prüfeinrichtung zum einen vollständig kompatibel mit allen bekannten ZWARP-Bauweisen und standardisierten Lastprogrammen. Zum anderen ermöglicht W/ALT ganz neue Funktionalitäten“.

Bereits zu Beginn der 1980er Jahre entwickelte das Fraunhofer LBF den Zweiaxialen Rad/Naben-Versuchsstand (ZWARP) und setzte damit weltweit Maßstäbe. Auf dem Simulator legt die gesamte Rad-Naben-Baugruppe bis zu einer Million Kilometer in einem gerafften Programm in kurzer Zeit zurück. Die gewonnenen Daten dienen der Optimierung neuer Konstruktionen, Werkstoffe, Fertigungsverfahren und Verbindungstechnologien. Inzwischen konnte sich ZWARP als internationaler Standard für mehr Sicherheit im Fahrzeugbau etablieren. Die innovative Weiterentwicklung W/ALT wird in absehbarer Zeit ZWARP ablösen.

Am 30. und am 31. März präsentiert das Fraunhofer LBF Kunden und Pressevertretern jeweils von 11-14 Uhr die neue W/ALT-Prüfeinrichtung. Es besteht die Möglichkeit zu Interviews. Begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung

presse@lbf.fraunhofer.de oder Telefon: +49 6151 705-268

Über das Fraunhofer LBF
Das Fraunhofer LBF mit rund 260 Mitarbeitern und das assoziierte Fachgebiet Systemzuverlässigkeit und Maschinenakustik SzM an der TU Darmstadt steigern die Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit für alle Sicherheitsbauteile – vom Werkstoff bis zum System, von der Idee bis zum Produkt. Automobil-, Bahn-, Luft- und Raumfahrtindustrie, Medizintechnik, Optik und Maschinenbau nutzen die 13.000 m2 große Entwicklungsumgebung des Instituts. Mit mehr als 25 Jahren Erfahrung in der Entwicklung und dem Betrieb von Prüfständen gilt das Fraunhofer LBF als Pionier des mehraxialen Lebensdauernachweises von Fahrzeugrädern.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Rüdiger Heim, Geschäftsfeld Industrie
Leiter des Kompetenzcenters Rad/Nabe/Welle
Telefon +49 6151 705-283
Pressekontakt:
Anke Zeidler-Finsel, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, anke.zeidler-finsel@lbf.fraunhofer.de

Telefon: +49 6151 705-268, Fax: +49 6151 705-214

Anke Zeidler-Finsel | Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.lbf.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Neue Akzente für das Ambiente im Automobil
19.09.2017 | Schott AG

nachricht Mobilität von Morgen: Wie wir uns in Zukunft von A nach B bewegen
07.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Seminar zur angewandten Versuchsmethodik und Lebensdauererprobung

18.10.2017 | Seminare Workshops

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie