Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Recyclingfähige Naturfaserwerkstoffe jetzt auch für's Autodach

14.12.2006
Neue, mit Papierwaben stabiliserte Naturfaserwerkstoffe für selbsttragende Autobauteile

Die Firma R+S Technik hat einen Werkstoff aus Kunst- und Naturfaservliesen mit einer stabilisierenden Papierwabenschicht sowie das dafür notwendige Herstellungsverfahren entwickelt. Damit steht erstmals ein 100-prozentig recyclingfähiges Material zur Verfügung, das sich auch für freitragende Ausbauteile wie PKW-Dachhimmel eignet. Gleichzeitig ist der Werkstoff kostengünstiger als die bislang eingesetzten duroplastischen Polyurethan-Faserverbunde. Gefördert wurde das Vorhaben über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) vom Bundeslandwirtschaftsministerium.

Recyclingfähige Materialien mit Naturfaserbestandteilen haben sich für den Innenausbau von Autos seit einigen Jahren etabliert, doch für großflächige, selbsttragende Teile konnten sie bislang noch nicht genutzt werden. Solche Teile werden in der Regel aus duroplastischem Polyurethan, gegebenenfalls verstärkt mit Glas- oder Naturfasern, hergestellt und haben den Nachteil, überhaupt nicht recyclebar zu sein. Vor dem Hintergrund der EU-Altautoverordnung, die bis 2015 die Wiederverwendbarkeit von 85 Prozent aller Teile eines Autos vorschreibt, suchen die Hersteller deshalb händeringend nach Alternativen.

Eine Solche könnte nun gefunden sein: Der Werkstoff der Firma R+S besteht aus zwei Schichten eines Natur-/Kunstfaservlieses, in deren Mitte Papierwaben den Bauteilen die nötige Formstabilität verleihen. Jute, Kenaf und Flachsabfälle stellen den Naturfaseranteil, ergänzt durch die Kunstfasern Polypropylen und Polyester. Das Verhältnis zwischen Natur- und Kunstfaser liegt bei 60 : 40. Damit besteht der neue Werkstoff komplett aus wiederverwertbaren Rohstoffen und aus Papier. Zusätzlich wurde für eine wasserundurchdringliche Oberflächenbeschichtung ein recyclebarer Polyethylenschaum entwickelt.

Geeignet ist das Material für alle selbsttragenden, großflächigen und nicht zu stark verformten Innenausbauteile von Autos wie Dachhimmel, Hutablagen und Kofferraumverkleidungen; auch die Innenraumverkleidung von LKW ist mit dem Werkstoff möglich. Armaturenbretter und PKW-Türverkleidungen sind aufgrund der starken Verformung hingegen weniger geeignet. Die erfolgreichen Anwendungstests mit Dachhimmel-Prototypen führte ein deutscher Automobilhersteller durch.

R+S entwickelte nicht nur den Werkstoff, sondern auch das Produktionsverfahren, das aufgrund eines einstufigen Pressvorgangs sehr effizient abläuft. Dies in Kombination mit den relativ niedrigen Kosten für die Rohstoffe führt dazu, dass der neue Werkstoff rund 20 Prozent günstiger angeboten werden kann als herkömmliche Materialien. Entsprechend groß wird das Marktpotenzial eingeschätzt; R+S befindet sich bereits in Verhandlungen für den Verkauf der ersten Produktionsanlagen.

Nähere Informationen sind erhältlich bei:
R+S Technik GmbH
Lynn Spengler
Tel.: 069 - 89 000 214
e-mail: lynn.sp@rstechnik.de
Nicole Paul
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Hofplatz 1
18276 Gülzow
Tel.: 03843/69 30-0
Telefax: 03843/69 30-102
e-Mail: info@fnr.de
V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Schütte
Nr. 500 vom 13. Dezember 2006

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.nachwachsende-rohstoffe.de
http://www.biowerkstoffe.info
http://www.fnr.de

Weitere Berichte zu: Naturfaserwerkstoff Recyclingfähig Rohstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise