Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Fusselige" Dämpfer stoppen Bremsenquietschen

26.06.2009
Lösungsansatz kämpft gegen reibungsinduzierte Vibrationen

Ein italienischer Forscher hat dem Quietschen von Bremsen bei Autos den Kampf angesagt. Ein "fusseliger" Dämpfer soll das lästige Geräusch eliminieren. "Fusselig ist dabei so zu verstehen, dass er wie ein Tierpelz durch eine sehr große Zahl kleiner Strukturen charakterisiert wird", erklärt Oliviero Giannini von der Sapienza - Università di Roma gegenüber pressetext.

Diese spezielle Struktur dient dazu, Vibrationen zu dämpfen, die beim Bremsen entstehen. Erste Labortests des Konzepts sind vielversprechend verlaufen. Giannini hofft, dass das System in einigen Jahren günstig für leisere Bremsmanöver der Autos auf den Straßen sorgen wird.

"Bremsenquietschen entsteht durch Vibrationen, die durch Reibungskräfte induziert werden", sagt Giannini. Ein Dämpfungssystem, das auf das Ausmaß der Reibung reagiert und Energie absorbiert, ohne den Bremsvorgang selbst zu stören, könnte seiner Ansicht nach instabile Vibrationen der Bremsscheibe verhindern und somit das hochfrequente Geräusch kreischender Bremsen komplett eliminieren. Genau das will Giannini mit seinem Ansatz erreichen und zumindest im Labor hat er bereits Erfolg gehabt. Nun sollen an realen Bremssystemen weitere Tests der zum Patent angemeldeten Lösung folgen. "Es ist aber noch etwas früh, abzuschätzen, wann die Lösung in Produktion gehen kann", meint der Maschinenbauingenieur. Einige Jahre werde es wohl noch dauern. Er hofft auf eine günstige Umsetzung. "Der Preis wird kein Problem gemessen an den Fahrzeugkosten - die Kunden werden ihn nicht bemerken", ist er überzeugt. Allerdings könnten die Kosten bei ungünstiger Ausführung im Vergleich zu jenen der Bremse hoch ausfallen.

Giannini beschreibt seinen Ansatz im demnächst erscheinenden Beitrag "Squeal suppression through a tuned fuzzy damper: a numerical study" in der 51. Ausgabe des International Journal of Vehicle Design http://www.inderscience.com/ijvd . Ebenso steht die Veröffentlichung einer Arbeit von Utz von Wagner, Leiter des Fachgebiets Mechatronische Maschinendynamik an der TU Berlin http://www.tu-berlin.de/fak5/ifm/mmd/ , und seinem Mitarbeiter Stefan Schlager an. Sie haben ein mathematisches Modell entwickelt, dass der präzisen Erklärung des Entstehens von Bremsenquietschen dient. Auch ein spezielles System, das Ingenieuren Tests neuer Zugänge zum Kampf gegen das Geräusch erleichtert, ist an der TU Berlin entstanden.

Thomas Pichler | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.uniroma1.it/default_e.php

Weitere Berichte zu: Bremse Bremsenquietschen Dämpfer Geräusch Giannini Vibration

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Neue Akzente für das Ambiente im Automobil
19.09.2017 | Schott AG

nachricht Mobilität von Morgen: Wie wir uns in Zukunft von A nach B bewegen
07.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise