Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Plauderstunde - von Auto zu Auto

26.11.2007
Neues An-Institut mit Daimler AG an der TU Berlin entwickelt Kommunikationssysteme im Verkehr

Rund alle sieben Jahre bringt Daimler eine neue Mercedes-Benz S-Klasse auf den Markt. Doch Forschung und Entwicklung beginnen bereits etwa sieben bis zehn Jahre vorher. "Die Frage war für uns: Wie können wir die Forschungspotenziale der Universitäten enger mit unserer eigenen Entwicklungsarbeit verzahnen?", erklärt Dr. Ralf Guido Herrtwich.

Zusammen mit einem weiteren Manager der Daimler AG, Dr. Klaus Grimm, leitet er das DCAITI (Daimler Center for Automotive Information Technology Innovations), ein neues An-Institut der TU Berlin, dessen Logo [disi:aiti:] die richtige Aussprache erleichtert. Hier arbeiten TU-Forscher zusammen mit Daimler-Ingenieuren seit rund einem Jahr an Szenarios für das Auto von morgen.

Für die "Vision Zero", die Idee der Europäischen Union vom unfallfreien Fahren reicht es heute nicht mehr, am Fahrzeug selbst die Sicherheitsstandards zu erhöhen. Zukünftig werden immer "intelligentere" Autos gebraucht, die auch mit anderen Autos und mit der umgebenden Infrastruktur kommunizieren. Sie sollen einander zum Beispiel mitteilen, wenn sie sich auf Kollisionskurs befinden und so Unfälle vermeiden: "Ein sehr aktuelles Thema in der Entwicklung ist auch die Personalisierung", erklärt Ralf Guido Herrtwich. "Bei immer mehr Fahrzeug- und Unterhaltungselektronik, die überwacht und bedient werden muss, steigt natürlich auch das Ablenkungspotenzial für den Fahrer. Künftige Assistenzsysteme sollen nicht nur die Bedienung zum Beispiel durch Spracherkennung und andere multimediale Funktionen erleichtern, sondern die Systeme sollen sich sogar selbstständig und individuell auf den jeweiligen Fahrer abstimmen."

Das Komplizierte vereinfachen will auch die Forschung zum Thema Autonomic Computing: Ein modernes Oberklassefahrzeug ist heute kein überwiegend mechanisches System mehr, sondern beinhaltet rund 80 vernetzte Systeme, die verlässlich zusammenarbeiten müssen. Mit den Ergebnissen des DCAITI können sie einander mögliche Ausfälle und Fehler mitteilen und automatisch ausgleichen.
Beteiligt an dem modern ausgestatteten Institut im TU-Hochhaus am Ernst-Reuter-Platz sind die TU-Fachgebiete Offene Kommunikationssysteme (Prof. Dr.-Ing. Radu Popescu-Zeletin), Softwaretechnik (Prof. Dr.-Ing. Stefan Jähnichen) sowie Übersetzerbau und Programmiersprachen (Prof. Dr. Peter Pepper). Da zwei von ihnen gleichzeitig Fraunhofer-Insitute vertreten, hat man auch diese gleich mit im Boot. 25 Mitarbeiter und mehrere Studierende arbeiten derzeit bereits im von Daimler finanzierten DCAITI. "Wir bemühen uns, die Forschungsthemen auch in die Lehre einfließen zu lassen", erklärt Ralf Guido Herrtwich, der seit rund drei Jahren als Lehrbeauftragter an der TU Berlin Vorlesungen hält. "Demnächst halten wir auch noch ein besonderes Highlight bereit: Im Erdgeschoss des TU-Hochhauses entsteht derzeit eine Autowerkstatt mit zwei Stellplätzen. Dort sollen Mitarbeiter und Studierende bald direkt an Fahrzeugen, die von Daimler gestellt werden, experimentieren und ihre Innovationen ausprobieren können."

3145 Zeichen

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern: Dipl.-Inform. Ilja Radusch, Institut für Telekommunikationssysteme, Fachbereich Offene Kommunikationssysteme (OKS), TU Berlin, Tel.: 030/314-21451, -78410, E-Mail: ilja.radusch@dcaiti.com; Prof. Dr.-Ing. Radu Popescu-Zeletin, Institut für Telekommunikationssysteme, Fachbereich OKS, TU Berlin, Tel.: 030/314-21451, E-Mail: rpz@cs.tu-berlin.de; Prof. Dr.-Ing. Stefan Jähnichen, Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik, Fachgebiet Softwaretechnik, TU Berlin, Tel.: 030/314-73230, E-Mail: jaehn@cs.tu-berlin.de; Prof. Dr. Peter Pepper, Institut für Softwaretechnik und Theoretische Informatik, Fachgebiet Übersetzerbau und Programmiersprachen, TU Berlin, Tel.: 030/314-73470, E-Mail: pepper@cs.tu-berlin.de

Hinweis: Dieser Beitrag ist das "Thema der Woche - EIN-Blicke für Journalisten" auf dem TUB-newsportal. Sie finden dort neben dem Beitrag eine Fotogalerie, einen Expertendienst sowie weiterführende Links: www.pressestelle.tu-berlin.de/newsportal

Dr. Kristina R. Zerges | idw
Weitere Informationen:
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/newsportal

Weitere Berichte zu: DCAITI Kommunikationssystem Softwaretechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht RFID-Technologie: Digitalisierung in der Automobilproduktion
02.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF

nachricht Wenn dein Auto weiß, wie du dich fühlst
20.12.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Optisches Nanoskop ermöglicht Abbildung von Quantenpunkten

Physiker haben eine lichtmikroskopische Technik entwickelt, mit der sich Atome auf der Nanoskala abbilden lassen. Das neue Verfahren ermöglicht insbesondere, Quantenpunkte in einem Halbleiter-Chip bildlich darzustellen. Dies berichten die Wissenschaftler des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel zusammen mit Kollegen der Universität Bochum in «Nature Photonics».

Mikroskope machen Strukturen sichtbar, die dem menschlichen Auge sonst verborgen blieben. Einzelne Moleküle und Atome, die nur Bruchteile eines Nanometers...

Im Focus: Optical Nanoscope Allows Imaging of Quantum Dots

Physicists have developed a technique based on optical microscopy that can be used to create images of atoms on the nanoscale. In particular, the new method allows the imaging of quantum dots in a semiconductor chip. Together with colleagues from the University of Bochum, scientists from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute reported the findings in the journal Nature Photonics.

Microscopes allow us to see structures that are otherwise invisible to the human eye. However, conventional optical microscopes cannot be used to image...

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

23.01.2018 | Veranstaltungen

Gemeinsam innovativ werden

23.01.2018 | Veranstaltungen

Leichtbau zu Ende gedacht – Herausforderung Recycling

23.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Lebensrettende Mikrobläschen

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

3D-Druck von Metallen: Neue Legierung ermöglicht Druck von sicheren Stahl-Produkten

23.01.2018 | Maschinenbau

CHP1-Mutation verursacht zerebelläre Ataxie

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics