Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ohne Informatik geht im Auto nichts mehr

30.09.2003


Ohne Informatik fährt das Auto nicht mehr. Informatik und deren Anwendung steuert mittlerweile einen Großteil aller Abläufe im Automobil. Daraus erwächst in der Zukunft ein großer Markt für Softwareanwendungen mit einer imposanten Wertschöpfung. Deshalb beschäftigt sich die Gesellschaft für Informatik bei ihrer diesjährigen Jahrestagung intensiv mit dem Thema Automobilinformatik.


Ein zentrales Thema der Jahrestagung INFORMATIK 2003 der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) in Frankfurt ist der Anwendungsbereich Automobil: Software und Elektronik sind die wichtigsten Innovationsfaktoren in der Automobilindustrie. Sie steuern sowohl das Bordnetz als auch Fahrwerk und Antrieb. Sie übernehmen nicht nur das Motormanagement, sondern auch Sicherheitsaufgaben und sorgen für mehr Komfort beim Fahren. Dazu kommen Navigations- und Telematiksysteme als Teile des neuen Infotainment im Auto.

Laut aktuellen Marktforschungen wird der Wertschöpfungsanteil der Elektronik am Fahrzeug in den nächsten 15 Jahren von derzeit 20 auf 40 Prozent wachsen, der Anteil von Automobilsoftware soll sich sogar von rund 25 Milliarden Euro im Jahr 2000 auf 100 Milliarden Euro im Jahr 2010 vervierfachen.


Dr. Ulrich Weinmann, Geschäftsführer der BMW Car IT GmbH, weiß: "Über 50 Prozent der Entwicklungskosten eines Steuergerätes entfallen auf die Software, deren Umfang sich alle zwei bis drei Jahre verdoppelt." Der Aufbau von Software-Know-how sei deshalb für Automobilhersteller "ein strategisches Investment". Dabei gelten hier besonders hohe Qualitätsanforderungen. Weinmann: "Besondere Anforderungen betreffen etwa das Aufstartverhalten, die Echtzeitfähigkeit, die Verfügbarkeit und den Ressourcenverbrauch von softwarebasierten Fahrzeugfunktionen."

Informatik und Informationstechnik erhöhen die Sicherheit im Auto nachweislich, weil sie den Fahrenden in Krisensituationen entlasten. Dies führt zu geringeren Unfallopferzahlen trotz steigenden Verkehrsaufkommens. Andererseits verursachen Elektronik und Mängel in der Steuer-Software zunehmend Pannen, nämlich mit einer Steigerungsrate von 23% gegenüber nur 3% Zunahme bei anderen Störungen. Software-Funktionen werden teilweise mangelhaft definiert, häufige Funktionsänderungen führen ebenfalls zu Fehlern. Auch Kommunikationsfehler zwischen den Steuergeräten verursachen Probleme.

"Hier ist ganz besonders die Informatik herausgefordert. Der Entwicklungsprozess für Software ist methodisch aufwändiger als in der Mechanik, insbesondere brauchen wir zur Qualitätsverbesserung einen herstellerübergreifenden Standardisierungsprozess", sagte GI-Präsident Heinrich C. Mayr. Eine Qualitätsoffensive komme nicht nur der Automobilindustrie, sondern der gesamten Informationstechnologiebranche zu Gute.

Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ist eine gemeinnützige Fachgesellschaft zur Förderung der Informatik in all ihren Aspekten und Belangen. Gegründet im Jahr 1969 ist die GI mit ihren heute rund 24.500 Mitgliedern die größte Vertretung von Informatikerinnen und Informatikern im deutschsprachigen Raum. Die Mitglieder der GI kommen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Lehre und Forschung.

Cornelia Winter, 0228-302147, winter@gi-ev.de

Cornelia Winter | idw
Weitere Informationen:
http://www.gi-ev.de
http://www.informatik2003.de

Weitere Berichte zu: Automobilindustrie Elektronik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Informatiker der Saar-Uni verhindern Auto-Fernsteuerung durch Hacker
03.11.2016 | Universität des Saarlandes

nachricht Gewichtseinsparung durch lasergestützte Materialbearbeitung im Automobilbau
07.10.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie