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Nissan lädt Elektroauto mittels Induktion auf

22.07.2009
Integration der Technik in Fahrbahnen denkbar

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Der japanische Autohersteller Nissan hat kürzlich eine Technologie vorgestellt, die es ermöglichen soll, Elektroautos ohne Kabel zu laden. Der Ladevorgang soll in speziell dafür eingerichteten Parkbuchten mittels magnetischer Induktion erfolgen.


Eine ähnliche Technik wird heute bereits im kleineren Rahmen angewandt, etwa zum Aufladen elektrischer Zahnbürsten. "Wenn man handliche Geräte anschaut, ist das Aufladen mittels Induktion eine erprobte Technologie, die grundsätzlich funktioniert. Ich glaube aber, dass man Elektroautos über Nacht trotzdem weiterhin mit dem Kabel aufladen wird und tagsüber die Induktionstechnik nutzt. Kabel sind effizienter als Induktion", so David Bott vom Technology Strategy Board.

Das erste Auto, das die Induktionstechnologie verwendet, wird Nissan Anfang August im Rahmen der Eröffnung des neuen Firmenhauptsitzes in Yokohama vorstellen. Das "Zero Emission Vehicle" (ZEV) soll ein rein elektrisch betriebener, kompakter Fünfsitzer werden. Der im Auto eingesetzte 250 Kilogramm schwere Lithium-Ionen-Akku soll dem Fahrzeug eine Reichweite von rund 160 Kilometern ermöglichen. Die Höchstgeschwindigkeit werde etwa 150 Kilometer pro Stunde betragen, heißt es bei Nissan. Das Elektroauto soll schon 2010 in Japan und den USA auf den Markt kommen. Europäer müssen sich noch bis 2012 gedulden.

Bei Nissan denkt man noch einen Schritt weiter. Die Induktionstechnik könne, so die Idee, in eigene Ladespuren in der Fahrbahn integriert werden, wodurch Elektroautos theoretisch während der Fahrt geladen werden könnten. Details zu Kosten, Ladezeit der Autos und der nötigen Länge einer solchen Spur hat man bei Nissan derzeit allerdings noch nicht parat. "Grundsätzlich halte ich die Idee, Autos mittels Induktion zu laden für eine interessante Variante. Das Problem dabei ist, dass der Abstand zum Boden nur sehr klein sein darf, da sonst der Stromverlust zu groß wird", sagt Hubert Berger, Leiter des Studiengangs "Elektronik & Technologiemanagement" der Fachhochschule Joanneum http://www.fh-joanneum.at , im pressetext-Interview. Einfacher wäre es, seitlich eine Strom führende Schiene anzubringen, an der sich Autos aufladen können, so der Experte.

Derzeit wird intensiv an neuen Ladetechniken für Elektroautos geforscht, nachdem der Nissan-Konzern in einer Studie festgestellt hatte, dass die größte Sorge potenzieller Elektroauto-Käufer langwierige, unpraktische Ladevorgänge seien. Neben der Induktionstechnik erforscht man deshalb auch kabelgebundene Schnellladetechniken, die den Akku binnen 25 Minuten wieder zu 80 Prozent aufladen sollen. Das System sei besonders für öffentliche Parkplätze oder Autobahnraststätten geeignet. Fahrer könnten dort ihre Autos "während sie einkaufen oder eine Tasse Tee trinken" aufladen, so Nissan-Produktstratege Larry Haddad.

Dominik Erlinger | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.nissan.de
www.innovateuk.org

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