Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues e-Mobil: Leichtgewicht mit Raumvorteil

28.10.2011
Wissenschaftler der TU Berlin entwickeln neues Fahrzeugkonzept für den Individualverkehr in der Stadt

Der Verkehrsraum ist begrenzt, das Mobilitätsbedürfnis nimmt zu und die Kraftstoffpreise steigen – Herausforderungen, die es im Straßenverkehr täglich aufs Neue zu meistern gilt. Um vor allem Verkehrsteilnehmern in Großstädten eine wirtschaftliche und flexible Mobilitätsalternative zu bieten, entwickeln Wissenschaftler der TU Berlin derzeit ein neues Fahrzeugkonzept für den urbanen Individualverkehr: Das vierrädrige Elektrofahrzeug vereint den Raumbedarf und die Leichtigkeit des Fahrrads mit der Fahrstabilität eines Kleinwagens und der Umweltverträglichkeit des Elektroantriebs. Erstmals vorgestellt wurde das leichtgewichtige Raumwunder auf der IAA 2011 in Frankfurt am Main.

„Der aktuelle Boom der Elektromobilität bietet die einmalige Chance, grundlegend neu über sinnvolle Mobilitätskonzepte für den Stadtverkehr nachzudenken. Zukunftsweisende Fahrzeugkonzepte sollten weit über den klassischen Pkw und existierende Elektrofahrzeuge der Automobilhersteller hinaus gehen”, erklärt Sebastian Adolphy, TU Berlin, Fachgebiet Methoden der Produktentwicklung und Mechatronik. „Bei der Entwicklung unseres e-Mobils haben wir uns deshalb konsequent an den Anforderungen des Großstadtverkehrs orientiert.” Die Reichweite des Fahrzeugs ist für kurze Strecken ausgelegt und die Passagierkapazität an den stark individualisierten Großstadtverkehr angelehnt, ebenso wie die geringe Höchstgeschwindigkeit. Laut der aktuellen Verkehrsstatistik der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sind Pkw in der Bundeshauptstadt durchschnittlich mit 1,3 Personen besetzt und die mittlere Länge eines Verkehrsweges beträgt 6,9 Kilometer.

Sandwichbauweise sorgt für Stabilität
Der Prototyp des e-Mobils bringt bei einer Länge von 120 Zentimetern und einer Breite von 85 Zentimetern rund 20 Kilogramm auf die Waage. Mit einer Traglast von mehr als 200 Kilogramm bietet das Fahrzeug variabel Platz für zwei Insassen oder für eine Person mit Gepäck. Diese Minimalversion verfügt über eine Reichweite von 35 Kilometern. Die Höchstgeschwindigkeit des Kurzstreckenfahrzeugs liegt bei 12 Stundenkilometern. Für eine spätere Straßenversion sehen die Forscher von der TU Berlin entsprechend größere Leistungen vor. Tragendes Element ist eine Bodenplattform in Sandwichbauweise an der alle Komponenten befestigt sind. Eine Schaumstoffschicht, die oben und unten von einer Aluminiumplatte begrenzt wird, sorgt für Stabilität bei minimalem Gewicht.

Das Konzeptfahrzeug ist soweit ausgereift, dass ein Einsatz auf Flughäfen und Messen bereits möglich wäre. Basierend auf diesem Grundkonzept arbeiten die Experten der TU Berlin derzeit an weiteren Versionen. „Vorstellbar sind zum Beispiel eine zügig fahrende Straßen-Version mit dem Single-Haushalte ihren Einkauf tätigen können oder eine gedrosselte Mobilitätshilfe für Senioren, damit sie kurze Wegstrecken nicht zu Fuß zurücklegen müssen”, erläutert Adolphy. Eine Kombination mit öffentlichem Nahverkehr ist ebenfalls denkbar. Berufstätige könnten mit dem e-Mobil zur S-Bahn fahren, es im Zug mitnehmen und die Strecke vom Bahnhof bis ins Büro wieder mit dem e-Mobil zurücklegen. Adolphy: „Die Abmessungen des Prototyps sind so gewählt, dass man das Fahrzeug sogar problemlos auf der Rolltreppe und im Aufzug mitnehmen kann.”

Eva Sittig

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Sebastian Adolphy, TU Berlin, Fachgebiet Methoden der Produktentwicklung und Mechatronik, Tel.: 030/314-24486, E-Mail: sebastian.adolphy@tu-berlin.de

Die Medieninformation zum Download:
www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/
„EIN-Blick für Journalisten“ – Serviceangebot der TU Berlin für Medienvertreter:
Forschungsgeschichten, Expertendienst, Ideenpool, Fotogalerien unter:
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/?id=4608

Stefanie Terp | idw
Weitere Informationen:
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/?id=4608

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

nachricht Das erste fliegende Auto kommt 2018
13.02.2017 | PAL-V International B.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie