Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nachtsichtgerät fürs Auto

15.09.2005




Zur Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt (bis 25. September) hat Siemens ein Nachtsichtsystem vorgestellt, das mit Infrarot-Technologie arbeitet. Dabei verwirklichte Siemens als erster Automobilzulieferer auch einen Prototyp der elektronischen Fußgängermarkierung. Jeder vierte schwere Verkehrsunfall ereignet sich in den Abend- und Nachtstunden. Etwa ein Drittel aller Verkehrsunfallopfer kommt in dieser Zeit zu Tode.


Siemens VDO Automotive entwickelte daher ein Infrarot-System zur Serienreife, das die im Dunkeln liegende Umgebung bis zu 150 Metern im Voraus sichtbar macht. Das System Night Vision generiert ein elektronisch aufbereitetes Videobild, das in Echtzeit im Head-Up-Display oder auf einem TFT-Monitor im Cockpit dargestellt werden kann.

Je nach den Konstruktionsanforderungen der Automobilindustrie arbeitet Night Vision mit zwei unterschiedlichen Systemen. Im Nah-Infrarot-System sind zwei unauffällige Infrarot-Strahler im Scheinwerfer integriert. Deren Licht nimmt eine kleine, in der Nähe des Rückspiegels angeordnete Kamera auf. Bei der zweiten Variante im langwelligen Spektralbereich arbeitet hinter dem Kühlergrill eine hoch auflösende Infrarot-Kamera. Sie nimmt in einem Bereich von sechs bis zwölf Mikrometern die infrarote Wärmestrahlung der Umgebung auf und zeigt diese als negatives Abbild der Wirklichkeit: Kalte, weil leblose Gegenstände wie die Straße oder Häuser erscheinen dunkel, lebendige Objekte hell.


Die Fußgängermarkierung im Videobild hat Siemens VDO als Prototyp mit einer Bildverarbeitungselektronik verwirklicht. Dabei werden alle Bilddaten nach Temperaturunterschieden und typischen Formen analysiert und Fußgänger auf dem Monitor als Warnsymbol markiert. Die Entwicklung dieser speziellen Features zur Serienreife wird noch einige Zeit beanspruchen.

Die Vorentwicklung für ein ausschließlich videogestütztes Night Vision ist dagegen abgeschlossen. Die erste Serienfertigung ist als Teil eines Netzes von Fahrerassistenzsystemen für 2008 vorstellbar. Siemens VDO sieht neben der elektronischen Erkennung und Auswertung des Fahrzeugumfelds die wichtigste Entwicklungsaufgabe in der komfortablen Interaktion zwischen Fahrer und System. (IN 2005.09.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.iaa.de
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Berichte zu: Fußgängermarkierung Nachtsichtgerät VDO

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie