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Mobilität von morgen: Elektronik erfasst automatisch Fahrzeugbeschädigungen

08.05.2012
Die Forschungsgruppe „Elektronische Fahrzeugsysteme“ der Universität Bremen hat mit bundesweiten Partnern das Forschungsprojekt „Konfigurierbares elektronisches Schadenidentifikationssystem“ gestartet. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit über einer Million Euro gefördert.

Der Mobilitätsbedarf in der Gesellschaft ist in den vergangenen Jahrzehnten stetig gestiegen. Davon haben auch Autoverleiher und Carsharing-Unternehmen profitiert. Mit den wachsenden Ausleihzahlen und Carsharing-Teilnehmern treten aber auch mehr Schäden an den Fahrzeugen auf.

„Vor allem Bagatellschäden führen immer wieder zu Streitigkeiten zwischen Kunden und Carsharing-Unternehmen oder Autoverleihern – ein Ärgernis, das eine Wachstumsbremse für künftige Mobilitätskonzepte darstellt. Hier können neuartige elektronische Systeme helfen, solche Schäden automatisch zu erkennen“, erläutert Professor Karl-Ludwig Krieger, Leiter der Forschungsgruppe „Elektronische Fahrzeugsysteme“ der Universität Bremen.

Im Forschungsprojekt „Konfigurierbares elektronisches Schadenidentifikationssystem“ (KESS) wird in einem Verbund von renommierten industriellen Partnern wie der Hella Fahrzeugkomponenten GmbH, der Berger Elektronik GmbH und der Forschungsgruppe „Elektronische Fahrzeugsysteme“ des Institutes für Theoretische Elektrotechnik und Mikroelektronik (ITEM) der Universität Bremen ein elektronisches Schadenidentifikationssystem für Kraftfahrzeuge entwickelt, das auf der Auswertung von Körperschallsignalen basiert. In der Praxis wird das System im Rahmen eines Flottenversuches bei dem deutschlandweit tätigen Carsharing-Unternehmen cambio Mobilitätsservice GmbH & Co KG getestet und mit den Unternehmensprozessen zum Fahrzeug- und Schadensmanagement vernetzt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt im Rahmen des Programms „KMU-innovativ“ mit über einer Million Euro in den nächsten drei Jahren.

Das elektronische System ermöglicht es, mit Hilfe eines Sensornetzwerkes, Bagatellschäden wie beispielsweise Dellen an Kraftfahrzeugen zu erkennen, zu klassifizieren und räumlich zuzuordnen. „Diese neuartigen intelligenten Sensorknoten ‚hören‘ permanent mit; sie bieten darüber hinaus weitere zukunftsweisende Nutzungsmöglichkeiten, um beispielsweise den Passanten- oder Insassenschutz des Fahrzeugs zu verbessern“, erklärt Manfred Meise, Geschäftsführer der Hella Fahrzeugkomponenten GmbH, die neue Technologie. Die erfassten Daten werden automatisch über einen Bordcomputer an das Fahrzeugmanagementsystem des Carsharing-Unternehmens übermittelt, um somit eine vereinfachte und schnelle Schadensabwicklung zu erreichen. „Damit können unsere Unternehmensprozesse optimiert und die Kundenzufriedenheit nachhaltig verbessert werden.“, erklärt Joachim Schwarz, Geschäftsführer der cambio Mobilitätsservice Gesellschaft GmbH & Co KG, einem der größten Carsharer Deutschlands, die Vorteile von KESS.

Das elektronische System soll modular aufgebaut und somit vielseitig auch für andere Anwendungen nutzbar sein. Mögliche Produktvarianten können so bei einer späteren Markteinführung leicht Eingang in die Produktion von Fahrzeugen finden oder deren unkomplizierte Nachrüstung ermöglichen. Es ist aber auch denkbar, eine Systemvariante zu realisieren, die zur Überwachung im Logistikbereich eingesetzt werden könnte. Sie kann dann zum Beispiel Schäden beim Transport teurer Waren, wie sensibler Maschinen oder Hochvoltbatterien, sofort melden und dokumentieren. „Dies bietet insbesondere für uns als mittelständisches Unternehmen Chancen, neue Produkte für kleine Flotten oder spezielle Transportlösungen anzubieten“, erläutert Jochen Retter, Entwicklungsleiter der Berger Elektronik GmbH aus Sindelfingen.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich Physik / Elektrotechnik
Institut für Theoretische Elektrotechnik und Mikroelektronik - ITEM
Elektronische Fahrzeugsysteme
Prof. Dr. Karl-Ludwig Krieger
Tel.: 0421 218 – 62550
E-Mail: krieger@ae.uni-bremen.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.kess.uni-bremen.de

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