Anzeige
Laut krachend prallt das Auto gegen die Wand, die Dummies werden fest in die Gurte gedrückt. Crashtests gehören zum Pflichtprogramm, bevor ein neues Automodell über die Straßen rollen darf. Die meisten dieser Zusammenstöße zerstören das Fahrzeug – ein teures Unterfangen. Wann immer es geht, ersetzen Autohersteller die Crashtests daher durch Simulationen am Computer. Doch auch diese Variante hat ihre Tücken: Sie berücksichtigt nicht, dass einzelne Karosserieteile und die Verbindungen dazwischen – seien es Klebverbindungen, Nieten, Schweißpunkte oder Laserstrahlnähte – brechen können. Man nimmt an, dass die Verbindungen unendlich belastbar sind.
Die Zahl der Fügestellen ist groß, ein Mittelklassewagen wird von etwa 5 000 Schweißpunkten und über 120 Metern Klebenähten sowie zahlreichen Nieten zusammengehalten. Platzen sie auf, kann das Hindernis bei einem Aufprall tiefer in das Auto eindringen und die Gefahr für die Insassen vergrößern. Welchen Belastungen halten die Nähte stand? Wann versagen sie? Forschern des Fraunhofer-Instituts für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg gelang es erstmalig, dies zuverlässig zu simulieren. »Wir haben ein Ersatzmodell für die Crashsimulation entwickelt, das die Eigenschaften von Punktschweißverbindungen wiedergibt – inklusive des Versagens«, erklärt Silke Sommer, die das Projekt am IWM leitet. Um das Modell aufzustellen, mussten die Forscher zunächst einen Schritt zurückgehen und einzelne Fügestellen in einer Zugprüfmaschine experimentell untersuchen. So belasteten sie etwa einen Schweißpunkt unter Zug, Scherung, Biegung und Torsion. »Aus den Experimenten ermitteln wir Kennwerte und stellen daraus ein geeignetes Ersatzmodell für jede Fügeart auf«, sagt Sommer. Anschließend setzen die Forscher die verschiedenen Füge-Ersatzmodelle in das Crashmodell ein, das den ganzen Wagen repräsentiert – und an dem man verschiedene Aufprallsituationen einfach simulieren kann.
Ist erkannt, wo die Nähte bei einem Aufprall aufgehen, kann man die eingesetzte Fügetechnik und die Konstruktion der Karosserie anpassen. Das ist insbesondere beim Leichtbau interessant: Reduziert man die Dicke der Stahlbleche, müssen diese aus hochfestem Stahl ge-macht sein, um den Insassen genügend Schutz zu bieten. Je fester der Stahl, desto schwerer lässt er sich schweißen und desto höher das Risiko, dass die Verbindungen aufgehen. »Für punktförmige Schweiß- und Nietverbindungen und flächige Klebverbindungen haben wir Ersatzmodellierung und die ersten Verifikationen fast abgeschlossen«, sagt Sommer.
Silke Sommer | Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen: www.iwm.fraunhofer.de
Weitere Berichte zu: Aufprall > Crashtest > Fügestelle > Simulation
Johnson Controls produziert Carbon-Karosserieteile
14.05.2012 | Johnson Controls Automotive Experience
Johnson Controls pioneers carbon body exterior parts in series production
14.05.2012 | Johnson Controls Automotive Experience
Einem Bayreuther Forschungsteam gelingt die biomimetische Herstellung von Eierstielen – mit weitreichenden Anwendungsperspektiven für die Industrie
Was am seidenen Faden hängt, ist vor Feinden sicher. Nach diesem Prinzip schützen die Florfliegen ihren Nachwuchs, wenn sie ihre Eier an selbst produzierten, hochgradig belastbaren Seidenfäden herabhängen lassen. Diese Eierstiele künstlich nachzubauen, ist jetzt erstmals einem Team um Prof. Dr. Thomas Scheibel und Dipl.-Biol. Felix Bauer an der Universität ...
Das Labor für Umweltmesstechnik der Fachhochschule Düsseldorf unter der Leitung von Prof. Dr. Konradin Weber hat zusammen mit der Dürener Firma TIB Infrared Solutions einen ausgedehnten Forschungsflug zur ELGIN-Gasbohrinsel in der Nordsee zwischen Schottland und Norwegen unternommen.
Bei der Bohrinsel war am 25. März 2012 ein Gasleck entstanden, bei dem große Mengen von Methan-Gas austraten. Aufgrund einer befürchteten Explosionsgefahr wurde daraufhin eine drei Meilen umfassende Sperrzone rings um die Bohrinsel errichtet.
Wegen der Dringlichkeit durch mögliche Umweltgefährdungen erhielten die Düsseldorfer Wissenschaftler eine Einfluggenehmigung für die Sperrzone und ...
Australische Flusskrebse besitzen einen Zahnschmelz, der dem menschlichen sehr ähnelt
Manche besonders gelungenen Entwicklungen kopiert die Natur bei sich selbst. So hat ein Team aus Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für
Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam und der Ben-Gurion Universität im israelischen Beer-Sheva herausgefunden, dass die Zähne des australischen Flusskrebses Cherax quadricarinatus mit einem Schmelz überzogen sind, der dem Zahnschmelz von Wirbeltieren ...
Göttinger Wissenschaftler rekonstruieren einen radikalen Umbau in der Evolution des Gehirns
Die Hirnarchitektur der Maus hat sich im Laufe ihrer Evolution möglicherweise kaum verändert. Wie bei den winzigen Urahnen der heutigen Säugetiere, die vor etwa 80 Millionen Jahren lebten, sind auch bei der Maus Nervenzellen in der Sehrinde in einem kleinen Hirnbereich zusammengedrängt.
Bei der Evolution größerer Gehirne ist es zu ...
Gerste hat sich durch eine Veränderung der inneren Uhr an nördliche Anbaugebiete mit kurzen Sommern angepasst
Eine in Skandinavien verwendete Sommergerste hat Wissenschaftlern vom Max Planck Institut für Pflanzenzüchtungsforschung in Köln vom John Innes Centre in Norwich zufolge zwar eine ramponierte innere Uhr, ist aber trotzdem sehr ertragreich. Ihr Trick: Sie dämpft die biologische Zeitmessung durch eine Mutation und kann dadurch auch bei kurzem Tageslicht einen ...
Anzeige
Anzeige

18.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Neues TFF-Einwegsystem für die biopharmazeutische Produktion
18.05.2012 | Messenachrichten
New technique reveals unseen information in DNA code
18.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Führende Experten der Hochleistungskeramik treffen sich in Dresden
18.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Weltweit größte jährliche Konferenz zum Zweit- und Fremdspracherwerb Deutsch an Uni Hildesheim
18.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
18.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten