Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Komfort, Zeit und Sicherheit: Selbst ist das Elektroauto

09.09.2013
Am Fraunhofer IPA startet das Projekt »AFKAR – Autonomes Fahren und intelligentes Karosseriekonzept für ein All-ElectRic Vehicle«.

Autonom und bequem: Die Suche nach freien Ladeplätzen oder der Weg zum Mietauto sollen der Vergangenheit angehören. Seit März 2013 erforschen Wissenschaftler am Fraunhofer IPA im Projekt AFKAR, wie Elektrofahrzeuge Kurzstrecken und den Weg zur Ladestation autonom zurücklegen können.


Autonomes Fahrzeug im Car-Sharing Betrieb: Nach dem der Mieter das Fahrzeug angefordert hat, navigiert es selbstständig zum Abholbereich.
Quelle: Fraunhofer IPA


Autonomes Fahrzeug an einer Kreuzung: Unterschiedliche Sensoren erfassen die Umgebung. Die Fahrzeugsteuerung erzeugt damit ein Modell der Umgebung. Quelle: Fraunhofer IPA

Dafür soll im Teil projekt »Autonomes Fahren« auf Basis kostengünstiger Sensoren ein dynamisches Modell entwickelt werden, das die Umgebungssituation erfasst. In einer intelligenten Verkehrsinfrastruktur könnten Elektroautos somit bald selbstständig fahren.

Zunehmende Verkehrsdichte und hohe Kosten für Elektrofahrzeuge verlangen neue Mobilitätskonzepte: Autonome und teilautonome Fahrzeuge im Bereich Car-Sharing bieten Alternativen. Häufig nutzen Kunden die Vorteile des Car-Sharing nicht, weil die Fahrzeuge nicht in ihrer Nähe abrufbereit sind. Eine mögliche Lösung wäre der Einsatz autonomer Fahrzeuge, die selbstständig zwischen Kunde und Parkhaus pendeln. Autonome Mietautos wären damit immer dort verfügbar, wo sie benötigt werden. Vorhandene Fahrzeugpools lassen sich dadurch besser auslasten und hohe Investitionskosten senken.

Autonom aufgeladen

Eine wichtige Rolle spielt außerdem die Bereitstellung von Stell- und Ladeplätzen für Elektroautos in öffentlichen Parkhäusern. Denn um eine begrenzte Anzahl induktiver Ladeplätze effizient nutzen zu können, ist es notwendig, aufgeladene Stromer auf gewöhnliche Stellplätze umzuparken. Autonome Fahrzeuge können dabei einen wesentlichen Beitrag leisten. »Wir denken dabei z. B. an intelligente Parkhäuser, die Ladestationen für Elektroautos anbieten. Die Fahrzeuge steuern dabei selbstständig auf freie Ladeflächen und geben diese wieder frei, wenn ihre Batterien aufgeladen sind«, sagt Christian Connette, Projektleiter in der Abteilung Roboter- und Assistenzsysteme am Fraunhofer IPA.

Dabei kommunizieren die autonomen Elektrofahrzeuge über eine drahtlose Schnittstelle mit Ladestation und Parkhaus-Management. Informationen über Ladestand und Positionierung ermöglichen das bedarfsgerechte und autonome Umparken. Die wesentlichen Vorteile für den Kunden: Das Aufladen erfolgt schnell und komfortabel. Denn die Suche nach unbesetzten Ladeplätzen und lange Ladevorgänge werden dem Kunden erspart. Am Eingang gibt er sein Fahrzeug ab und bucht ein gewünschtes Ladevolumen. Das intelligente Parkhaus optimiert dann selbständig die Auslastung der vorhandenen Ladeplätze. Kommt der Kunde zurück, steht sein Auto im Abholbereich einsatzbereit zur Verfügung.

Stau vermeiden und Verkehrssicherheit erhöhen

Während autonome Fahrzeuge erst in ferner Zukunft zum alltäglichen Stadtbild gehören werden, können die hier angewandten Technologien bereits kurz- bis mittelfristig für Fahrerassistenzsysteme eingesetzt werden. So ermöglichen verbesserte Umgebungsmodelle, dass z. B. Stauassistenten (Adaptive Cruise Control), die ursprünglich für Autobahnfahrten konzipiert wurden, oder die Totwinkel-Überwachung künftig auch in der Innenstadt einsatzfähig sind. Damit lassen sich typische Unfälle, wie z. B. mit Fahrradfahrern beim Abbiegen, vermeiden. Das Fraunhofer IPA beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Thema autonomes Fahren, insbesondere im Zusammenhang mit mobilen Robotern. »Durch leistungsfähige Sensorik und kostengünstige Prozessoren, die die aufwändigen Kartierungs- und Bahnplanungsverfahren bewältigen, hat die autonome Navigation von Fahrzeugen in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte gemacht«, resümiert Martin Hägele, Leiter der Abteilung Roboter- und Assistenzsysteme.

Fachlicher Ansprechpartner
Dr.-Ing. Christian Connette | Telefon +49 711 970-1325 | christian.connette@ipa.fraunhofer.de | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Jörg Walz | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.ipa.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Mehr Flexibilität in der Produktion durch selbstfahrende Transportfahrzeuge
27.11.2017 | Technologie Lizenz-Büro (TLB) der Baden-Württembergischen Hochschulen GmbH

nachricht Leichtbauteile für die Automobilindustrie schnell und günstig fertigen
16.11.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik