Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Konsolidierung in der Automobilzulieferindustrie hält weiter an

11.05.2004


Neue PwC-Analyse Automotive Sector Insights 2003 / 2004: Zulieferer waren das Rückgrat des M&A-Geschäfts im vergangenen Jahr


Das Volumen der Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, kurz: M&A) im Automobilsektor sank im vergangenen Jahr weltweit um etwa 40 Prozent: Betrug das gesamte Transaktionsvolumen im Jahr 2002 noch 35 Milliarden US-Dollar, so waren es im Jahr 2003 lediglich 21 Milliarden US-Dollar. Die Anzahl der Fusionen und Übernahmen fiel dagegen nur leicht von 621 im Rekordjahr 2002 auf 588 im vergangenen Jahr. Grund für den starken Rückgang des Volumens waren vor allem die ausbleibenden Mega-Deals, wie sie die Automobilhersteller Mitte und Ende der 90er Jahre erlebt hatten. Als Stütze für das M&A-Geschäft erwiesen sich 2003 stattdessen die Automobilzulieferer: Sie vereinigten 61 Prozent des gesamten Volumens und 45 Prozent aller Transaktionen auf sich. Doch auch bei den Zulieferern sank das Transaktionsvolumen: Die insgesamt 262 Übernahmen (2002: 274) erbrachten zusammen einen Wert von 12,8 Milliarden US-Dollar, rund 22 Prozent weniger als im Vorjahr (16,3 Milliarden US-Dollar). Dies sind die Ergebnisse der aktuellen Analyse Automotive Sector Insights 2003 / 2004 von PricewaterhouseCoopers (PwC).

Vor allem die Automobilhersteller verzeichneten einen starken Rückgang: So sank das Volumen in diesem Bereich von zehn Milliarden US-Dollar in 2002 auf 3,5 Milliarden US-Dollar im vergangenen Jahr. Der Anteil der Hersteller an den gesamten Transaktionen blieb mit elf Prozent zwar unverändert gegenüber dem Vorjahr, der Anteil am gesamten Volumen fiel jedoch von 29 (2002) auf 18 Prozent im vergangenen Jahr. Die Zukäufe waren im vergangenen Jahr wesentlich kleiner und dienten vornehmlich der Abrundung der strategischen Positionierung. Der größte Deal bei den Herstellern in 2003 war der Kauf eines 50-prozentigen Anteils von Nissan an der chinesischen Firma Dongfeng Motor für rund eine Milliarde US-Dollar.


Druck auf Zulieferer steigt auch in Deutschland

"Der harte Wettbewerb unter den Automobilherstellern, vor allem hervorgerufen durch die Überkapazitäten an Fahrzeugen, hat den Druck auf die Zulieferer insgesamt verstärkt", betont Werner Suhl, Partner bei PwC und Leiter des Bereiches Mergers & Acquisitions. "Somit festigt sich auch in Deutschland das Bild, dass sich die Konsolidierung in der Automobilindustrie weiterhin auf hohem Niveau befindet und sich auf die zweite und dritte Ebene der Wertschöpfungskette ausgedehnt hat."

Private Equity-Gesellschaften wie bereits in Vorjahren stark engagiert

Als besonders aktive Käufer traten weiterhin die Finanzinvestoren (Private Equity) auf: Sie erwarben im Jahr 2003 einhundert Firmen im Wert von 9,6 Milliarden US-Dollar; das entspricht 45 Prozent des gesamten M&A-Volumens und 17 Prozent aller Transaktionen. Vor allem bei der Übernahme von Automobilzulieferern waren die Finanzinvestoren engagiert - acht der zehn größten Deals in diesem Segment fanden unter ihrer Beteiligung statt. Die größte Transaktion war die Übernahme des US-Zulieferers TRW Automotive im März 2003 durch das amerikanische Private Equity-Haus Blackstone für 4,7 Milliarden US-Dollar.

Käufer aus der Industrie treten wieder stärker auf

Viele Automobilzulieferer - insbesondere die großen international aufgestellten Anbieter - leiden unverändert unter ihrer hohen Verschuldung, die Ende der 90er Jahre im Rahmen einer aggressiven Wachstumsstrategie aufgebaut wurde. Unternehmenskäufe fanden in dieser Zeit auf Basis von historisch hohen Unternehmenswerten statt. Viele der Käufer konzentrieren sich seitdem vornehmlich auf die Restrukturierung und den Schuldenabbau. "Zwischenzeitlich haben die großen Zulieferer ihre Hausaufgaben gemacht und nehmen nunmehr auch wieder an Auktionen teil", erklärt Martin Schwarzer, verantwortlich für den Bereich Mergers & Acquisitions Automotive bei PwC. "Dieser Trend wird anhalten. Allerdings ist nicht mehr die Größe, sondern die Technologie und das Know How das entscheidende Akquisitionskriterium."

Die PwC-Analyse Automotive Sector Insights 2003 /2004 können Sie [hier] kostenlos im pdf-Format herunterladen.

PricewaterhouseCoopers ist in Deutschland mit 9.000 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von 1,2 Milliarden Euro eine der führenden Prüfungs- und Beratungsorganisationen. An 30 Standorten arbeiten Experten für nationale und internationale Mandanten jeder Größe. Kerndienstleistungen sind die Wirtschaftsprüfung und prüfungsnahe Dienstleistungen, die Steuerberatung sowie die Corporate Finance-Beratung. Die Rechtsberatung wird von der unabhängigen Gesellschaft Heussen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH angeboten. Im Bereich Corporate Finance ist finanzwirtschaftliche Beratungskompetenz, bezogen auf Transaktionen und Restrukturierung, für Unternehmen und den Öffentlichen Sektor gebündelt. Sie reicht von der Beratung bei Unternehmensgründungen über Unternehmensbewertung, wertorientierte Strategieberatung, Management immaterieller Werte, Mergers & Acquisitions, Immobilien-Consulting, Unterstützung bei Rechtsstreitigkeiten und forensische Untersuchungen bei Wirtschaftskriminalität und deren Prävention bis hin zur Sanierungsberatung. Die Breite und Tiefe der Dienstleistungen wird durch das Know-how von über 800 Experten mit starker Branchenexpertise gewährleistet.

Werner Suhl | PWC
Weitere Informationen:
http://www.pwc.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Informatiker der Saar-Uni verhindern Auto-Fernsteuerung durch Hacker
03.11.2016 | Universität des Saarlandes

nachricht Gewichtseinsparung durch lasergestützte Materialbearbeitung im Automobilbau
07.10.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie