Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Karlsruher Team erfolgreich im vernetzten Fahren

06.06.2016

Autos, die sich während der Fahrt untereinander absprechen und autonom Fahren, könnten helfen Unfälle, Staus und Kraftstoffverbrauch zu verringern. Im Rahmen der Grand Cooperative Driving Challenge GCDC im niederländischen Helmond haben nun 10 europäische Forschergruppen gezeigt, wie Autos im Straßenverkehr erfolgreich kommunizieren können. Das Team "AnnieWAY" des FZI Forschungszentrum Informatik und Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) belegte in dem Wettbewerb den zweiten Platz.

In den fahrerischen Disziplinen des Wettkampfs mussten sich die Fahrzeuge autonom im Reißverschlussverfahren in eine Fahrzeugkolonne einfädeln, beim Überfahren einer Kreuzung untereinander abstimmen und am Straßenrand entlang fahren, um eine Rettungsgasse für ein heranfahrendes Rettungsfahrzeug zu bilden.


Das Team „AnnieWAY“ meisterte die fahrerischen Disziplinen, wie das Überfahren einer Kreuzung in Abstimmung mit anderen Fahrzeugen, problemlos.

FZI / KIT

Dabei fuhren die Fahrzeuge gleichzeitig im Verbund und koordinierten ihre Manöver kooperativ über eine funkbasierte Vehicle2Vehicle-Kommunikation. Darüber hinaus wurde das Konzept für das Human-Machine-Interface von einer Fachjury bewertet.

Das Team "AnnieWAY" meisterte die fahrerischen Disziplinen problemlos und wurde auch von der Jury positiv bewertet. In ihrem Konzept für das Human-Machine-Interface konzentrierten sich die Karlsruher Wissenschaftler auf die Visualisierung der Sensor- und Systemdaten. Jedoch konnte auch das schwedische Team der Halmstad University die Jury mit der Benutzerfreundlichkeit ihres Systems überzeugen und so die notwendigen Punkte Vorsprung für den Gesamtsieg erzielen. Dritter wurde das schwedische KTH Truck Team.

Somit reichte es für das Team "AnnieWAY" knapp nicht zur Verteidigung des Titels aus dem ersten GCDC-Wettbewerb im Jahre 2011. Bereits 2007 war das Team "AnnieWAY" bei der amerikanischen DARPA Urban Challenge 2007 erfolgreich und war ins Finale eingezogen. "Die GCDC war eine intensive und spannende Woche, in der wir viel lernen konnten und gemerkt haben, dass wir in vielen Punkten auf dem richtigen Weg sind", so Ömer Sahin Tas, wissenschaftlicher Mitarbeiter am FZI.

Bereits ab Mitte Mai bereiteten sich die teilnehmenden Teams auf abgesperrten Straßen in Helmond auf die Aufgaben des Wettbewerbs vor. Die intensive Vorbereitungswoche nutzen die Karlsruher Wissenschaftler aber nicht nur für den technischen Feinschliff, sondern auch dazu, die Kommunikation und Kooperation ihres Forschungsfahrzeugs "BerthaOne", einer umgebauten Mercedes E-Klasse, mit den Fahrzeugen der neun anderen Teams zu testen.

"Dass man die Möglichkeit hat, sein System im Zusammenspiel mit so vielen unterschiedlichen technischen Plattformen zu testen, war einzigartig und hat uns wichtige Erkenntnisse für unsere zukünftige Forschung geliefert", zeigte sich Claudio Bandera, wissenschaftlicher Mitarbeiter am FZI, begeistert.

Seit Anfang 2015 bereiteten die Wissenschaftler des FZI und KIT das Forschungsfahrzeug "BerthaOne" auf die Herausforderungen des Wettbewerbs vor. Dazu stellten sie „BerthaOne“ auf eine neue Software-Struktur basierend auf dem Robot Operating System um und schafften eine vielseitig einsetzbare Plattform für das autonome Fahren, auf der die kooperativen Algorithmen aufbauten.

Als Versuchsträger im FZI Living Lab Automotive ist "BerthaOne" mit Sensoren und Technologien zur videobasierten Lokalisierung ausgestattet. In der Vorbereitung des Wettbewerbs nutzte das Team auch das Forschungsfahrzeug CoCar des FZI sowie ein Forschungsfahrzeug des KIT und stattete sie mit Vehicle2Vehicle-Kommunikation aus, um die Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug bereits vorab ausführlich zu testen.

Die Grand Cooperative Driving Challenge fand 2016 zum zweiten Mal auf der A270 zwischen Helmond und Eindhoven in den Nieder-landen statt. Ausgerichtet wurde der Wettbewerb zu innovativen autonomen Fahrfunktionen im Rahmen der Dutch Technology Week und des Projekts i-GAME. In dem von der Europäischen Kommission geförderten Projekt arbeiten Forschungseinrichtungen, Universitäten, Fahrzeughersteller und Zulieferer an Lösungen, um autonome Fahrfunktionen im täglichen Straßenverkehr bald Wirklichkeit werden zu lassen.

Über das FZI Forschungszentrum Informatik

Das FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie ist eine gemeinnützige Einrichtung für Informatik-Anwendungsforschung und Technologietransfer. Es bringt die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Informationstechnologie in Unternehmen und öffentliche Einrichtungen und qualifiziert junge Menschen für eine akademische und wirtschaftliche Karriere oder den Sprung in die Selbstständigkeit. Geführt von Professoren verschiedener Fakultäten entwickeln die Forschungsgruppen am FZI interdisziplinär für ihre Auftraggeber Konzepte, Software-, Hardware- und Systemlösungen und setzen die gefundenen Lösungen prototypisch um. Mit dem FZI House of Living Labs steht eine einzigartige Forschungsumgebung für die Anwendungsforschung bereit. Alle Bereiche des FZI sind nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert. Hauptsitz ist Karlsruhe. Das FZI ist mit einer Außenstelle in Berlin vertreten.

Pressekontakt
Johanna Häs, FZI Corporate Communications and Media
FZI Forschungszentrum Informatik
Haid-und-Neu-Str. 10-14, 76131 Karlsruhe
Telefon: +49 721 9654-904
E-Mail: haes@fzi.de
Internet: www.fzi.de

Über das Karlsruher Institut für Technologie

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) verbindet seine drei Kernaufgaben Forschung, Lehre und Innovation zu einer Mission. Mit rund 9 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 25 000 Studierenden ist das KIT eine der großen natur- und ingenieurwissenschaftlichen Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas.
KIT – Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft
Das KIT ist seit 2010 als familiengerechte Hochschule zertifiziert.

Pressekontakt
Kosta Schinarakis
Presse, Kommunikation und Marketing, Themenscout
Tel.: +49 721 608-41956
Fax: +49 721 608-43658
E-Mail: schinarakis@kit.edu
Internet: www.kit.edu

Weitere Informationen:

Weitere Projekte zum autonomen Fahren von FZI und KIT:
https://www.kit.edu/kit/pi_2016_005_tech-center-a-drive-7-5-millionen-euro-fuer-...
https://www.kit.edu/kit/pi_2016_066_karlsruhe-will-pionierregion-fuer-autonomes-...
https://www.fzi.de/forschung/projekt-details/autoples/
Meldung zum Gewinn der GCDC 2011: https://www.pkm.kit.edu/kit_kompakt_3121.php
Details zum KIT-Zentrum Mobilitätssysteme: http://www.mobilitaetssysteme.kit.edu

Johanna Häs | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Wichtige Schritte auf dem Weg zum automatisierten Fahren
29.03.2018 | Universität Bremen

nachricht Es wird noch heller: Innovative Leuchten in der Automobilindustrie
28.03.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics