Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intelligenter "Beifahrer" erhöht Verkehrsicherheit

06.11.2008
Sicherheitssystem Auto-Robot überwacht Straßenumfeld mit Sensoren

Eine Forschergruppe des VisLab, einem Spin-off der Universität von Parma, ist vom European Research Council mit der Entwicklung eines Personenkraftwagens mit einem automatischen Sicherheitssystem beauftragt worden. Der "Auto-Robot" soll selbstständig auf Hindernisse reagieren und Unaufmerksamkeiten oder Fehler des Fahrers ausgleichen können.

Auf den europäischen Straßen werden laut einer EU-Statistik aus dem Jahr 2000 jährlich über 40.000 Verkehrstote - darunter vor allem Personen im Alter zwischen 14 und 25 Jahren - und mehr als 1,7 Mio. Verletzte gezählt. Unter Berücksichtigung aller Folgekosten bedeutet dies einen volkswirtschaftlichen Schaden von jährlich 160 Mio. Euro, was ungefähr zwei Prozent des europäischen Bruttosozialproduktes entspricht. In mehr als 93 Prozent der Fälle ist der Mensch als Hauptursache an der Entstehung der Unfälle beteiligt. Schon von dieser Warte her soll sich die Bereitstellung von 1,8 Mio. Euro zur Durchführung des auf fünf Jahre veranschlagten Entwicklungsprogramms bezahlt machen.

"Das von uns verwendete Sensoraggregat kann im Extremfall das Fahrzeug auch ohne den Willen des Fahrers zum Stillstand bringen", erklärt der bereits als geistiger Vater des Roboterprojektes "Argo" bekannte Vislab-Chef und Projektleiter Alberto Broggi. "Das System macht Fehler des Autofahrers wett, indem es ihn nicht nur warnt, sondern auch auf plötzlich auftauchende Hindernisse mit Hupen, Ausweichen oder Bremsen reagiert.

Fällt der Fahrer wegen einer unvorhergesehenen Störung ganz aus, werden automatisch alle Steuerungsfunktionen übernommen", so Broggi. Selbst ein Dialog mit anderen Fahrzeugen sei in Zukunft möglich. Dadurch könnten Auffahrunfälle und Massenkarambolagen vermieden werden. Broggi stellt zudem einen Beitrag zur Lösung der städtischen Verkehrsprobleme in Aussicht: "Das Auto von morgen wird mich vor dem Kino im Stadtzentrum absetzen und selbständig zum hauseigenen Abstellplatz zurückkehren."

Als technisches Know-how bringt das zwanzigköpfige Vislab-Team die Erfahrungen bei der Entwicklung einer Reihe von Spezialfahrzeugen ein. Dazu gehört der im Auftrag des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums gebaute "Terramax", ein selbstständig agierendes Fahrzeug für den Einsatz in der Wüste und in seiner jüngsten Version auch für den Stadtverkehr.

"In hundert Jahren Automobilgeschichte haben sich die Bemühungen der Fachleute weitgehend auf Verbesserungen von Antriebstechnik und Komfort beschränkt", meint der italienische Elektronikingenieur weiter. Jetzt sei es an der Zeit, einen technologischen Generationswechsel zu herbeizuführen. Mit der vermarktungsfähigen Serienreife rechne er in fünfzehn Jahren.

Andreas List | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.vislab.it
http://www.unipr.it
http://erc.europa.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

WHZ erhält hochmodernen Prüfkomplex für Schraubenverbindungen

23.05.2017 | Maschinenbau

«Schwangere» Stubenfliegenmännchen zeigen Evolution der Geschlechtsbestimmung

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Tumult im trägen Elektronen-Dasein

23.05.2017 | Physik Astronomie