Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Infrarot-Wärme im Auto intelligent nutzen

12.09.2003


Das Härten von Lacken, zum Beispiel auf Stoßstangen, kann durch Infrarot-Wärmetechnologie erheblich günstiger und schneller durchgeführt werden. Foto: Heraeus


Der britische Automobilzulieferer Domnick Hunter Ltd. kann seine Luft- und Ölfilter jetzt mit Infrarot-Trocknung wesentlich schneller, günstiger und umweltfreundlicher herstellen. Bislang nahm das Aushärten nach dem Kleben der Einzelteile mit Umluft rund vier Stunden in Anspruch und stellte damit einen Flaschenhals in der Filterfertigung dar – jetzt wird dieser Schritt in 30 Minuten bewältigt. Möglich macht dies ein individuell zugeschnittenes Strahlersystem von Heraeus Noblelight, ein Tochterunternehmen des weltweit tätigen Edelmetall- und Technologiekonzerns Heraeus Holding GmbH. Über die deutliche Zeiteinsparung hinaus kann Domnick Hunter nun auch auf den Einbau einer teuren Absaugvorrichtung verzichten.


Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie Infrarot-Wärmetechnologie Produktionsabläufe revolutionieren kann. Auch Arvin Motion Control Ltd. in Leicester, ein führender Hersteller von Gasdruckfedern und Dämpfern, z.B. für Kofferraumdeckel, hat von einem Heraeus Noblelight-System profitiert: "Infrarot hat uns dabei geholfen, den Härtungsprozess bei der Fertigung von pulverlackierten Gasdruckfedern ganz erheblich zu beschleunigen. Außerdem sind wir jetzt flexibler in der Bearbeitung verschiedener Typen und Größen", sagte Tony Calvert, Geschäftsführer von Arvin Motion Control.

Gegenüber herkömmlichen Verfahren mit Umluft- oder Kontaktwärme hat Infrarot eben entscheidende Vorteile: Die Wärmeübertragung ist einfach und direkt – sie erfordert keinen Kontakt zum Material und kein Medium wie Luft oder Wasser. Der Erwärmungsprozess fügt sich nahtlos und platzsparend in die Fertigungskette ein – durch passende Strahlerformen oder -systeme erfolgt die Erwärmung gleich parallel zum Verarbeitungsschritt. Die Nutzung von Infrarot ist wirtschaftlich und präzise – durch geeignete Strahler erreicht der Erwärmungsprozess ohne großen Streuverlust der Energie einen hohen Wirkungsgrad. Infrarot-Strahlung ist sicher und umweltfreundlich – sie kann schnell an- und wieder abgeschaltet werden und hilft Emissionen zu reduzieren. Kurz gesagt: Infrarot-Wärme spart bei der Automobilherstellung Zeit, Geld und Raum.


Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig, zu den Schlüsselverfahren bei der Automobilherstellung zählen Kleben, Schweißen und Nieten, meist von Kunststoffen. Infrarot-Wärme wird ebenso genutzt, um Falten aus Sitzbezügen zu entfernen, ein Kabrioverdeck richtig einzupassen und Autoscheiben wasserdicht einzukleben. Von der Formung von Innenverdeckteilen über das Aktivieren von Klebern bis zum Verschweißen von Kunststoffbehältern, z.B. für Bremsflüssigkeit, gibt es heute kaum noch ein Teil, das auf seinem langen Weg bis zur Fertigstellung des Autos nicht mindestens einmal mit Infrarot-Strahlung Kontakt hatte – mit steigender Tendenz.

"Umso wichtiger ist es, für jeden Einsatzzweck die richtigen Infrarot-Strahler auszuwählen, die in ihrer Leistung optimal auf die Absorptionseigenschaften des Materials und in Länge und Form auf die Maße des Werkstücks zugeschnitten sind", erklärt Rolf Diehl, Bereichsleiter Industrielle Prozesstechnik bei Heraeus Noblelight. Infrarot-Wärme kann überall gezielt eingesetzt werden, egal wo, wie lange und wie intensiv sie gebraucht wird: Große Flächen werden ebenso bestrahlt wie kleine Teilstücke, gekrümmte Oberflächen oder massive Materialien.

Heraeus Noblelight zählt weltweit zu den führenden Experten für Infrarot-Wärmetechnologie und deren individueller Nutzung bei verschiedensten Produktionsprozessen. Das Hanauer Unternehmen verfügt über eine langjährige Erfahrung und bietet alles aus einer Hand: Vom einzelnen kurz-, mittel- oder langwelligen Infrarot-Strahler über Module bis hin zu kompletten Systemen, die in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden entwickelt, konstruiert und installiert werden.

Die Infrarot-Wärmetechnologie wird ständig weiter entwickelt, um auch den neuesten Anforderungen des Marktes zu genügen. Bereits seit einigen Jahren werden Versuche durchgeführt, vermischte Kunststoffabfälle aufgrund ihrer unterschiedlichen spektralen Eigenschaften durch Infrarot-Behandlung zu trennen. Zur Sortenreinheit und damit zum besseren Recycling von Kunststoffprodukten trägt Infrarot jetzt schon bei: Wenn ein Polypropylen-Autoteil mit einer ebensolchen Folie durch Infrarot-Bestrahlung kaschiert wird, kann auf einen zusätzlichen Kleber verzichtet werden.

Heraeus Noblelight GmbH mit Sitz in Hanau, mit Tochtergesellschaften in den USA, Großbritannien und China, gehört weltweit zu den Markt- und Technologieführern bei der Herstellung von Speziallichtquellen. Heraeus Noblelight wies 2002 einen Jahresumsatz von 64 Mio. Euro aus und beschäftigte weltweit 519 Mitarbeiter. Das Unternehmen entwickelt, fertigt und vertreibt Infrarot- und Ultraviolett-Strahler für Anwendungen in Produktion, industrieller Prozesstechnik, Umweltschutz, Medizin und Kosmetik, Forschung, Entwicklung und Analytik.

Der Hanauer Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen in den Bereichen Edelmetalle, Dentalwerkstoffe, Sensoren, Quarzglas und Speziallichtquellen. Mit einem Umsatz von 6,4 Mrd. Euro und weltweit 9.000 Mitarbeitern in über 100 Tochter- und Beteiligungsunternehmen gehört Heraeus seit mehr als 150 Jahren zu den führenden Unternehmen bei Edelmetallen und Werkstofftechnik.

Christine Müller | Heraeus Holding GmbH
Weitere Informationen:
http://www.heraeus.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen