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IAA 2005: Fertig für die Serie - Siemens VDO präsentiert das modulare Cockpit

14.09.2005


Mit dem modularen Cockpit CESAR setzt Siemens VDO Automotive auf Flexibilität und Systemintegration, um auf individuelle Wünsche schnell zu reagieren


Siemens VDO Automotive stellt auf der 61. IAA Pkw die Vision eines modularen Cockpits vor und bringt CESAR inklusive aller elektrischen, elektronischen und mechanischen Komponenten fahrbereit und seriennah auf die Strasse. Dabei setzt der Automobilzulieferer auf Flexibilität und Systemintegration, um individuelle Kundenwünsche in Zukunft noch leichter erfüllen zu können.

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Autofahrer wünschen sich zunehmend individualisierte Fahrzeuge. Die Autohersteller versuchen, diesem Trend durch verschiedene Modellreihen mit einer Vielzahl an Ausstattungsmöglichkeiten zu entsprechen. Als einer der weltweit führenden Zulieferer der Automobilbranche wird Siemens VDO den Anforderungen an maßgeschneiderte Produkte bei gleichzeitiger Kostenreduzierung gerecht. Im Fokus steht dabei das Cockpit, in dem viele Funktionen und Informationen für den Fahrer zusammenlaufen.

Siemens VDO bringt das modulare Cockpit CESAR (Cockpit Electro-Mechanical System ARchitecture) jetzt fahrbereit und seriennah auf die Strasse und beweist damit, dass sich Variantenvielfalt auch unter den Vorgaben der Serienproduktion umsetzen lässt. Im Vergleich zu konventionellen Cockpits wird für den Fahrzeughersteller auf einem deutlich höheren Qualitätsniveau eine Plattform für eine Vielzahl von Cockpit-Varianten bereitgestellt. So ist es möglich, zunehmend flexibel auf individuelle Wünsche und Marktveränderungen zu reagieren.


In der Regel wird ein Cockpit einschließlich der gesamten Instrumentierung für jedes Fahrzeugmodell weitgehend neu entwickelt. Einzelne Bauteilgruppen werden dabei zu einem Gesamtsystem zusammengefügt. Mit CESAR verfolgt der Automobilzulieferer einen stärker systemorientierten Ansatz und gestaltet den Ablauf der Cockpit-Entwicklung neu. Anstelle der einzelnen Komponenten steht das Gesamtsystem bereits am Anfang der Überlegungen. Das bedeutet, in übergeordneten Kategorien zu denken und sich von der Vorstellung zu lösen, dass Einzelteile wie Radio, Kombi-Instrument oder Klima-Bediengerät individuell entwickelt und erst zum Schluss im Cockpit zusammengefügt werden. So ist es auch möglich, eine bedienerfreundliche Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI) in den Mittelpunkt des Entwicklungsprozesses zu stellen.

CESAR erfüllt eine Reihe von aktuellen und künftigen Anforderungen der Fahrzeughersteller. Im Vergleich zu konventionellen Cockpits werden auf einem höheren Qualitätsniveau die Kosten um rund 30 Prozent reduziert, unter anderem durch kürzere Entwicklungszeiten. Weiterhin verringert CESAR das Gewicht um etwa 15 Prozent und vergrößert den nutzbaren Bauraum um bis zu 60 Liter. Damit entsteht Platz für weitere maßgeschneiderte Cockpit-Lösungen mit komfortablen Ablagefächern oder innovativen Komponenten wie zum Beispiel dem Head-up-Display mit Night Vision als Teil moderner Fahrerassistenzsysteme.

Vier Aspekte stehen bei der Cockpit-Plattform CESAR im Mittelpunkt: Modularität, Vernetzung aller elektronischen Systeme, eine bedienerfreundliche Mensch-Maschine-Schnittstelle und eine integrierte Magnesium-Struktur.

Der modulare Aufbau ermöglicht eine hohe Flexibilität bei der Innenraumgestaltung. Fahrer-, Mittel- und Beifahrermodul sind unabhängig voneinander über wenige Befestigungspunkte mechanisch und über standardisierte Schnittstellen elektronisch mit dem Träger verbunden. Die Module können getrennt produziert und im "Plug-and-Play"-Verfahren leicht ausgetauscht werden. Durch dieses Konzept lassen sich technische und gestalterische Änderungen oder ein Upgrade einzelner Funktionen sowohl in der Serienproduktion als auch im Service problemlos vornehmen. Die Ausstattung des Fahrzeugs kann sogar noch bis zu fünf Tage vor der Auslieferung den Wünschen des Kunden angepasst werden.

Für die Vernetzung der elektronischen Systeme wird ein Server-Server-Client-Konzept verwendet. Das bedeutet, dass alle Cockpit-Komponenten von zwei Servern gesteuert werden. Alle fahrrelevanten Grundfunktionen konzentrieren sich auf einen Zentralserver, den so genannten Real-Time-Server, wo sie in Echtzeit verarbeitet werden. Die Multimedia-Funktionen werden von einem separaten Server zur Verfügung gestellt. Das reduziert die Zahl der bei konventionellen Cockpits notwendigen Steuergeräte.

CESAR sorgt für Funktionalität und Übersichtlichkeit im Cockpit und verbessert die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Das HMI-Konzept berücksichtigt verschiedene Anzeigemedien. So können alle fahrrelevanten Daten zum Beispiel im Head-up-Display oder im frei programmierbaren Kombi-Instrument angezeigt werden. Dies entspricht auch dem HMI-Konzept zukünftiger Fahrerassistenzsysteme. Über das Zentraldisplay im mittleren Cockpit-Modul lassen sich Komfortfunktionen wie Klimaanlage oder Audiosystem regeln. Multimedia-Funktionen stehen dem Beifahrer über ein optionales Display zur Verfügung.

Das mechanische Rückgrat des Cockpits bildet das Querträgermodul aus Magnesium-Druckguss. Im Träger sind Steckverbindungen für den elektrischen Anschluss und die Befestigung der einzelnen Module bereits vorgesehen. Darüber hinaus nimmt er in einer extra dafür geschaffenen Vertiefung den Kabelstrang auf. Zusätzlich wirkt sich die Magnesium-Struktur positiv auf die elektromagnetische Abschirmung aus.

Weiterhin ermöglicht die modulare Bauweise eine Verbesserung des Produktionsablaufs. Weniger Bauteile und elektrische Verbindungen verringern die Anzahl der Montageschritte. Außerdem erlaubt die vollständige Vernetzung der elektronischen Komponenten eine permanente Überprüfung der Funktionssicherheit schon während der Montage.

Siemens VDO Automotive ist einer der weltweit führenden Automobilzulieferer für Elektronik und Mechatronik. Als Entwicklungspartner der Automobilindustrie fertigt das Unternehmen Produkte rund um Antriebsstrang, Motorsteuerelektronik und Einspritztechnik, die die Motorleistung verbessern und Emissionen reduzieren. Für gesteigerten Fahrkomfort und Bedienerfreundlichkeit sorgen Informations- und Car-Communication-Systeme mit Instrumentierung, Audio- und Navigationsgeräten, Telematik- und Multimedia-Anwendungen bis hin zu kompletten Cockpits. Einen Beitrag zu mehr Sicherheit leisten Siemens VDO-Produkte für Chassis und Karosserie, wie Airbag-, ABS- oder Zugangskontrollsysteme. Eine eigene Handelssparte vertreibt Produkte für die Nachausrüstung von Pkw und Nutzfahrzeugen, mit den Schwerpunkten Flottenmanagement und Audio- und Navigationssysteme. Siemens VDO Automotive erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2004 (30.9.2004) einen Umsatz von 9 Milliarden Euro.

Enno Pflug | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com

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