Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hybrid hilft gegen Treibhausklima

03.08.2006
Der Kohlendioxid-Gehalt in der Erdatmosphäre hat einen neuen Rekordwert erreicht und ist inzwischen so hoch wie seit mindestens einer Million Jahre nicht mehr.

Die Konzentration des Treibhausgases, das viel zur globalen Erwärmung beiträgt, steigt stetig. Im vergangenen Jahr lag die Kohlendioxid-Konzentration bei 381 ppm (= 381 CO2-Teile pro eine Million Teile Luft). Das sind geschätzt 100 ppm mehr als in den Jahrhunderten vor der Industrialisierung.

Diese Entwicklung hat mittelfristig großen Einfluss auf die Rahmenbedingungen für individuelle Mobilität, denn der Straßenverkehr spielt bei der Umweltbelastung durch Kohlendioxid eine entscheidende Rolle. In den kommenden Jahren wird der weltweite Fahrzeugbestand allein wegen der wachsenden Verkehrsdichte in China, Indien und anderen Schwellenländern von derzeit 800 Millionen bis zum Jahr 2020 auf 1,2 Milliarden Fahrzeuge steigen, prognostiziert das "World Council for Sustainable Development".

Angesichts dieses Szenarios liegt der Schwerpunkt in den Entwicklungsabteilungen der Automobilproduzenten auf sparsamen und zugleich abgasoptimierten Fahrzeugen. Toyota entschied sich bereits in den neunziger Jahren nach ausführlichen Untersuchungen für die Entwicklung von Hybridfahrzeugen mit Ottomotoren, um die Kohlendioxidbelastung durch den Verkehr nachhaltig zu senken. Weltweit hat der Ottomotor im Pkw-Bereich einen Verkaufsanteil von 85 Prozent.

Zwar bieten gleich starke Dieselmotoren geringere Verbrauchswerte, doch liegen sie in der spezifischen CO2-Bilanz um gut elf Prozent über den Werten eines Benziners. Im Klartext: Pro Liter verbrauchtem Kraftstoff stoßen Dieselmotoren 11 Prozent mehr Kohlendioxid aus als Ottomotoren. Und beim Benzinmotor sehen die Toyota-Ingenieure in den kommenden Jahren noch deutliches Einsparpotenzial.

So liegt zum Beispiel der Kohlendioxidausstoß gemessen am Durchschnittsverbrauch beim Lexus RX 400h um rund 50 Prozent unter dem eines vergleichbaren Dieselmodells. Im Stadtverkehr unterschreitet das Lexus SUV mit Hybridantrieb die Werte seiner Diesel-Wettbewerber gar bis zum Faktor 2,5.

Seine Stärke wird der Hybridantrieb auch in den Schwellenländern ausspielen, wo der Umweltgedanke zunehmend an Bedeutung gewinnt. So treibt China die Entwicklung von Hybridmodellen voran, denn bei den Olympischen Sommerspielen 2008 will sich die Volksrepublik als umweltbewusster Gastgeber präsentieren.

Ein optimistisches Szenario beschreibt der Toyota-Ingenieur Ken Tanoue. „Wenn im Jahr 2030 alle Automobile mit Hybridantrieb fahren würden, könnten wir die globale Kohlendioxid-Belastung wieder auf das Niveau des Jahres 2000 verringern.”

Wachsendes Umweltbewusstsein bei den Deutschen Für die deutschen Autokäufer ist Toyota nicht zuletzt angesichts des Engagements bei Hybridautomobilen das umweltfreundlichste Unternehmen. In einer repräsentativen Umfrage des Nürnberger Marktforschungsinstituts „Puls” gaben 32,5 Prozent der Befragten Toyota die Bestnote im Kriterium Umwelt. Die folgenden Plätze belegten mit deutlichem Rückstand VW (23,8 Prozent) und Peugeot (22,7 Prozent). Gleichzeitig ergab die Befragung, dass die Umweltverträglichkeit und angesichts der ständig steigenden Kraftstoffpreise auch der Verbrauch bei der Kaufentscheidung inzwischen einen hohen Stellenwert einnimmt. Dafür nehmen die Käufer nach eigenen Angaben auch Nachteile wie eine verringerte Höchstgeschwindigkeit in Kauf. 57 Prozent gaben an, dass sie für eine gesteigerte Umweltverträglichkeit ein niedrigeres Spitzentempo akzeptieren würden.

Eine wachsende Zahl von Menschen ist außerdem bereit, für eine bessere Umweltverträglichkeit mehr zu bezahlen, wenn sich damit zugleich die Betriebskosten senken lassen. Rund ein Drittel würde für ein ökologisch ausgerichtetes Modell einen Aufpreis zahlen. Dabei spielt der Hybridantrieb eine herausragende Rolle. 44 Prozent der Befragten sehen in der Kombination von Verbrennungsund Elektromotor den Antrieb der Zukunft, gefolgt von Biokraftstoffen (40 Prozent) und Erdgas (32 Prozent).

Eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens „Maritz Research” bestätigt diesen Trend. Danach erwägen inzwischen 20 Prozent der Bundesbürger ernsthaft den Kauf eines Hybridfahrzeugs und sind bereit, dafür durchschnittlich 2886 Euro mehr als für ein konventionell angetriebenes Fahrzeug zu investieren. Noch größer ist dieser Anteil bei Käufern von Oberklassemodellen. Hier erwägen 29 Prozent ernsthaft den Kauf eines Hybridmodells, 32 Prozent denken darüber nach. Für ein herkömmliches Modell mit Benzinmotor interessieren sich danach nur noch 17 Prozent. „Viele Verbraucher setzen große Hoffnungen auf die Hybridtechnologie”, sagt Stephan Thun, Managing Director bei Maritz Research Europe.

Max Mosley und die „grüne Formel 1” Im Herbst 2004 sorgte die Bemerkung eines Sprechers des Toyota- Formel-1-Teams für eine kleine Sensation in der Motorsportszene. Der Mann hatte von einem Hybridmodell gesprochen, mit dem Toyota die Saison 2005 beginnen wolle, und sofort geisterte ein Hybrid-Bolide durch die Schlagzeilen. Die Erklärung folgte rasch: Der vermeintliche Hybrid-Rennwagen war lediglich eine Kombination aus Vorjahresmodell und Neuentwicklung und kein Formel-1- Rennwagen mit einer Kombinaton von Verbrennungs- und Elektromotor.

Was damals noch ein Missverständnis war, könnte in den kommenden Jahren modifiziert zum Alltag der Formel 1 werden, wenn es nach FIA-Präsident Max Mosley geht, der offensichtlich sein Umweltbewusstsein entdeckt hat. „In den kommenden 30 bis 50 Jahren werden mit absoluter Sicherheit alle Automobile auf den Straßen über eine Technik verfügen, die die beim Bremsen auftretende Energie speichert und beim Beschleunigen wieder einsetzt.” Diese Energie soll ab 2009, wenn das neue Motoren-Reglement beschlossen wird, auch bei den Rennwagen der Formel 1 genutzt werden. Damit greift Mosley ein wesentliches Element der Hybridtechnologie auf. Bis 2009 will der FIA-Präsident gemeinsam mit den Motorenherstellern die Möglichkeiten diskutieren, wie ein derartiges Speichersystem in die Rennautos integriert werden könnte.

Welche Technologie die Teams dann nutzen, soll ihnen freigestellt werden. Nach Mosleys Angaben sollte eine regenerative Bremsanlage im F-1-Rennwagen für zusätzliche 60 PS sorgen, die neun Sekunden lang zur Verfügung stehen würden. „Die Bremsphasen in der Formel 1 sind sehr kurz, sodass man vermutlich eine volle Runde brauchen würde, um diese Energie für ein Überholmanöver zu erzeugen”, erklärte Mosley auf einer Pressekonferenz der FIA. In einem weiteren Entwicklungsschritt könnte die Zusatzleistung nach Mosleys Angaben auf 120 PS steigen.

Gleichzeitig erklärte Mosley, für die Zeit nach 2010 wolle die FIA ein Reglement entwerfen, bei dem die Leistung nicht durch die Hubraumgröße („Das ist hoffnungslos veraltet”), sondern durch den Energieverbrauch definiert wird.

Karsten Rehmann | Toyota-Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.toyota.de

Weitere Berichte zu: Formel Hybridantrieb Hybridmodell Ottomotor Umweltverträglichkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Das erste fliegende Auto kommt 2018
13.02.2017 | PAL-V International B.V.

nachricht Wenn der Autopilot aussteigt - Verbundprojekt verbessert Kommunikation zwischen Mensch und Technik
07.02.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten