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Der Boom der letzten Jahre, möglichst viele Hightech-Spielereien im Auto zur Verfügung zu haben, ist vorbei. Die Hersteller besinnen sich derzeit wieder darauf, die Funktionalität in den Vordergrund zu rücken, wie die Internationale Automobil Austellung (IAA) in Frankfurt zeigt.
Eine Kooperation zwischen BMW und der Technischen Universtität München ist derzeit etwa dabei, die IT-Architektur des Fahrzeugs zu straffen, da es aufgrund der komplexer werdenden IT in PKWs immer häufiger zu Fehlern kommt. Der Grundgedanke ist das Motto "Less is more", also "Weniger ist mehr". Ziel ist eine standardisierte IT-Infrastruktur mit einheitlicher Software-Basis. Unter anderem können die Funktionen mehrerer heutiger Steuergeräte auf eine physikalische Einheit gebündelt werden. So kommt es zu einer Vereinfachung, die Vorteile im Störungsfall bietet.
Im Rahmen des Projekts "IT-Motive 2020" verfolgen diverse Institute der TU München in einem interdisziplinären Vorgehen gemeinsam mit Ingenieuren der BMW Group Forschung und Technik das Potenzial eines neuen, revolutionären Ansatzes für eine Fahrzeug-IT-Architektur. Dabei sollen in einem "Best-Practice-Ansatz" Strukturen aus der "Business-IT" im fahrzeugspezifischen Umfeld untersucht werden. Der Ansatz fokussiert auf ein Cluster weniger, homogener und leistungsstarker Recheneinheiten mit automotive-spezifischer Peripherie, die über ein IP-basiertes, mit Switches versehenes homogenes Kommunikationsnetz miteinander verbunden sind. Die leistungsstarken Recheneinheiten erlauben die Aggregation von Funktionen mehrerer heutiger Steuergeräte auf eine physikalische Einheit.
Einfacher soll sich in Zukunft auch die Mensch-Maschine-Kommunikation gestalten. Die Sprachbedienung der Hightech-Geräte hat sich bewährt. Bei BMW und Mercedes-Benz kommt etwa ein neues System von Marktführer Nuance zum Einsatz, das die Zieladresse vollständig auf einmal erfasst. Der bisher relativ lange und mühsame Dialog zwischen Mensch und Maschine entfällt. BMW hat zudem auch die Musiksteuerung mittels Spracheingabe erweitert.
Ein weiterer, wichtiger Aspekt ist die Car-to-Car-Kommunikation, die vor allem vor Gefahren in der unmittelbaren Umgebung warnen soll. So denkt Audi beispielsweise über eine Funkverbindung zwischen Ampeln und Auto nach. Eine Display im Cockpit soll dann die Geschwindigkeit anzeigen, mit der eine Kreuzung überquert werden kann bzw. davor warnen, wenn der PKW sich zu schnell auf die Ampel zubewegt.
Im Kommen sind auch Dual-View-Anzeigen, die in der Lage sind, in Abhängigkeit vom Blickwinkel zwei verschiedene Bilder gleichzeitig darzustellen. Der Einsatz dieses Displays ist zuerst für die Luxusklasse vorgesehen, wo der Fahrer beispielsweise die vom Navigationsgerät angezeigte Route ablesen kann und der Beifahrer einen Spielfilm von DVD verfolgt. Derartige Dual-View-Displays bringt Mercedes-Benz in der S- und E-Klasse auf den Markt, im nächsten Jahr sollen Rover und Jaguar folgen.
Michael Fiala | Quelle: pressetext Focusthema Consumer
Weitere Informationen: www.iaa.de
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