Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Haus für das Automobil der Zukunft

23.11.2007
Bund und Land fördern neuen Forschungsbau für Fahrzeugsystemtechnik

Das KIT baut seinen Schwerpunkt Mobilität aus. Für den geplanten Forschungsbau "Interdisziplinäre Fahrzeugsystemtechnik" geben Bund und Land insgesamt rund 11 Millionen Euro. Sie tragen die Kosten jeweils zur Hälfte. Die Möglichkeit, neben Pkw auch Nutzfahrzeuge und mobile Arbeitmaschinen untersuchen zu können, ist ein weiterer großer Schritt für das interfakultative Kompetenzzentrum "Center of Automotive Research and Technology" (CART), das damit seine bundesweite Spitzenstellung festigt.

Bereits jetzt kann das Institut für Fahrzeugtechnik und Mobile Arbeitsmaschinen (IFFMA) der Universität, dem der Forschungsneubau zugeordnet ist, in seiner Versuchshalle Kraftschlussuntersuchungen bei Reifen auf realen Fahrbahnen im Labor durchführen. Die Möglichkeit, Reifen kontrolliert bei verschiedenen Witterungsbedingungen auf Schnee und Eis zu testen, ist weltweit einmalig. Der jetzige Innentrommel-Prüfstand erlaubt aber nur die Untersuchung von PKW-Reifen.

Ein neuer größerer Prüfstand, der in wesentlichen Teilen bereits vorhanden ist, aber aus Platzgründen nicht installiert werden konnte, wird künftig im geplanten Hallenneubau untergebracht. Damit werden die Forschungsmöglichkeiten auf große Nutzfahrzeuge erweitert. Das IFFMA ist hier weltweit Vorreiter.

Der geplante Forschungsbau soll auf dem knapp 2,5 km vom Campus entfernten Gelände der Mackensen-Kaserne errichtet werden. Dort strebt das KIT eine Konzentration seiner fahrzeugtechnischen Aktivitäten an.

Mit diesem Neubau wird jedoch nicht nur bei der Untersuchung von Fahrzeug-Subsystemen eine Lücke in den experimentellen Möglichkeiten des KIT geschlossen. Im Vordergrund steht vor allem die ganzheitliche Untersuchung von Gesamtfahrzeugsystemen, auch von großen und allradgetriebenen Fahrzeugen. "Das Verhalten des gesamten Fahrzeugs vor dem Hintergrund der umgebenden Verkehrsbedingungen und der Interaktion mit dem Fahrer wird bisher nur unzureichend erforscht. Gerade die Untersuchung von Wechselwirkungen ist jedoch bei steigender Komplexität der Fahrzeuge wichtiger denn je", so Professor Frank Gauterin, der das Kompetenzzentrum CART und gemeinsam mit Professor Marcus Geimer das IFFMA leitet.

Bisher ist der am Institut für Produktentwicklung (IPEK) vorhandene Rollenprüfstand die einzige Laboreinrichtung für reproduzierbare Versuche am Gesamtfahrzeug im KIT. "Mit der neuen Versuchshalle können wir unsere Forschungsaktivitäten im Bereich der Fahrzeugsystemtechnik deutlich erweitern. So werden wir einen Allradprüfstand für PKW, Nutzfahrzeuge und mobile Arbeitsmaschinen aufbauen. Darüber hinaus werden innovative Versuchseinrichtungen geschaffen, um Gesamtfahrzeuge in einer simulierten Verkehrssituation zu betreiben. Damit erhalten wir weitere Alleinstellungsmerkmale für CART," so Gauterin.

Im Kompetenzzentrum CART - einem Bestandteil des KIT-Zukunftskonzepts - werden die fahrzeugtechnischen Aktivitäten im KIT-Schwerpunkt Mobilität zentral gebündelt. CART erforscht die methodischen und technologischen Grundlagen für das Fahrzeug der Zukunft. Der Fokus liegt auf Energieeffizienz und Emissionsreduzierung, Fahrsicherheit und Arbeitssicherheit sowie Usability und Komfort von PKW, Nutzfahrzeugen, mobilen Arbeitsmaschinen und zukünftig auch Schienenfahrzeugen. Beteiligt sind mehr als 30 Institute, vor allem aus den Fakultäten Maschinenbau, Elektro- und Informationstechnik und Informatik

sowie das Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) und das Institut für Nanotechnologie (INT) des Forschungszentrums.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist der Zusammenschluss zwischen der Universität Karlsruhe und dem Forschungszentrum Karlsruhe. Gemeinsam arbeiten hier 8000 Beschäftigte mit einem jährlichen Budget von 600 Millionen Euro.

Im KIT bündeln beide Partner ihre wissenschaftlichen Fähigkeiten und Kapazitäten, richten die dafür optimalen Strukturen für Forschung, Lehre und Innovation ein und entwickeln gemeinsame Strategien und Visionen.

Mit KIT entsteht eine Institution international herausragender Forschung und Lehre in den Natur- und Ingenieurwissenschaften. KIT soll Attraktionspunkt für die besten Köpfe aus der ganzen Welt werden, neue Maßstäbe in Lehre und Nachwuchsförderung setzen und das führende europäische Zentrum in der Energieforschung bilden. Im Bereich der Nanowissenschaften will KIT eine weltweit führende Rolle einnehmen. Ziel von KIT ist es, einer der wichtigsten Kooperationspartner für die Wirtschaft zu sein.

Klaus Rümmele | idw
Weitere Informationen:
http://www.presse.uni-karlsruhe.de
http://www.kit.edu

Weitere Berichte zu: CART Elektro- und Informationstechnik Forschungsbau IFFMA KIT

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE