Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Handlungsbedarf in der Autoindustrie

15.12.2003


Bei Autos scheint in zunehmendem Maße das Bananenprinzip zu gelten: Das Produkt reift beim Verbraucher. Über 120 offizielle Rückrufaktionen liefen im vergangenen Jahr über das Kraftfahrtbundesamt, mehr als doppelt so viele wie fünf Jahre zuvor. Garantie- und Kulanzkosten setzen die Vorstände deutscher Hersteller erheblich unter Druck. Doch warum hat die Automobilindustrie als wichtiger Motor für die deutsche Wirtschaft immer wieder Zündaussetzer? Und wie kann sie wieder in Schwung kommen? Diesen Fragen ging eine Studie des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO nach. Sie wurde gemeinsam mit PROMIND, einem Unternehmen der Münchner MVI Group, erstellt.


40 Branchenexperten wurden anhand eines Leitfadens interviewt, hinzu kommt eine Befragung bei 100 Herstellern, Entwicklungsdienstleistern und Zulieferfirmen. »Unter den Befragten waren sowohl Projektmanager als auch Geschäftsführer und Vorstände«, erläutert Dietmar Raschke vom IAO. Der Insider-Report offenbart Handlungsbedarf in allen abgefragten Themenkomplexen wie zum Beispiel Projektmanagement, Entwicklungsprozesse, Mitarbeiterorientierung und Kooperation. In der kompletten Fahrzeugentwicklung sehen die Befragten im Durchschnitt 27 Prozent Potenzial für Verbesserungen.

Vorbei sind die Zeiten, in denen ein Auto komplett beim Hersteller entwickelt wurde, viele Aufgaben sind an Zulieferer und Entwicklungsfirmen abgegeben worden. Ist die Wechselwirkung zwischen den Partnern nicht klar, startet ein Projekt zu spät oder kommt ins Stocken. Die Studie empfiehlt hier neutrale Koordinatoren, die den Überblick behalten sollen. »Durch das Projektmanagement glaubte man bisher, alles im Griff zu haben«, sagt Raschke. »In Zukunft werden sich nur Hersteller behaupten können, die über ein gut aufeinander eingespieltes Netzwerk an Zulieferern und Entwicklern verfügen.« Wichtig dafür seien vor allem langfristige Partnerschaften anstatt kurzfristiger, projektbezogener Kooperationen.


Die komplette Studie mit allen Ergebnissen und Handlungsempfehlungen ist im IAO-Shop für 280 Euro zuzüglich Porto und Verpackung erhältlich: Hans-Jörg Bullinger / Elke Kiss Preußinger / Dieter Spath (Hrsg.): »Automobilentwicklung in Deutschland – wie sicher in die Zukunft? Chancen, Potenziale und Handlungsempfehlungen für 30 Prozent mehr Effizienz«, Stuttgart 2003.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Dietmar Raschke
Telefon 07 11 / 9 70-54 56
Fax 07 11 / 9 70-22 99
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO
Nobelstraße 12 c
70569 Stuttgart

| Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/german/press/pi/index.html
http://www.30-prozent-studie.de/
http://www.iao.fraunhofer.de/

Weitere Berichte zu: Autoindustrie Potenzial Projektmanagement

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Wichtige Schritte auf dem Weg zum automatisierten Fahren
29.03.2018 | Universität Bremen

nachricht Es wird noch heller: Innovative Leuchten in der Automobilindustrie
28.03.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics