Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„Das grüne Autohaus“ – ein Modell für die Zukunft?

14.03.2013
Esslinger Wissenschaftler entwickeln Zukunftsperspektiven für den Kfz-Service

Die Zukunft des Automobils ist auch im Service-Bereich eng mit dem Thema Nachhaltigkeit verbunden – so lautet das Credo der Fahrzeugtechniker der Hochschule Esslingen.


Bildunterschrift: In diesem Autohaus in Chile im Stil eines „grünen Autohauses“ ist geplant, unter anderem den Energieverbrauch in verschiedenen Bereichen bestmöglich zu senken und den Wasserverbrauch zu optimieren. Das Autohaus befindet sich im Bau und wird Ende 2013 eröffnet.
Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von BMW

„Deswegen beschäftigen wir uns hier in einem Studienschwerpunkt auch mit Nachhaltigkeit und Effizienz von Autohäusern“, erläutert der Professor für Fahrzeugtechnik Norbert Schreier. Dabei werden sowohl die Architektur der Gebäude als auch die Werkstatt und ihre Serviceeinrichtungen genauer unter die Lupe genommen.

„Wir sehen die Beschäftigung mit ‚nachhaltiger Mobilität‘ als eine zentrale Herausforderung unserer Zeit“, erläutert Norbert Schreier. Jährlich würden in Deutschland rund drei Millionen Fahrzeuge zugelassen, während etwa 50 Millionen Autos gewartet werden müssten. „Angesichts dieser Zahl wird es immer wichtiger, im Bereich Service rund um das Automobil neue Lösungen anzubieten“, sagt der Professor. Und genau daran arbeiten Schreier und seine Studenten im Rahmen von Studien- , Abschluss und angewandten Forschungsarbeiten innerhalb des Schwerpunktes Fahrzeugtechnik Service (FASE).

Die Wissenschaftler beschäftigen sich dabei unter anderem mit der Frage, wo die größten „Energieschlucker“ in den Werkstätten sitzen und wie diese eingeschränkt werden können. Das Ergebnis laut Professor Norbert Schreier: Den meisten Strom verbrauchen Druckluft, Lackierkabinen sowie die computergestützten Systeme und das Laden der Batterien. In ihren Arbeiten setzen sich die angehenden Ingenieure mit diesen Themen auseinander und erarbeiten auch detaillierte Lösungsvorschläge zur Minimierung des Energieverbrauchs.

Der Wissenschaftler ist sich darüber bewusst, dass bei der Durchsetzung des grünen Autohauses Geduld gefragt sein wird: „Ein Kfz-Mechaniker mit Benzin im Blut wird sich nicht über Nacht für Nachhaltigkeit interessieren“, so Schreier. Daher müsse langsam ein Bewusstseinswandel eingeläutet werden, der in eine nachhaltige Mobilität eingebettet ist.

Dabei wird sich nach Ansicht des Professors für Fahrzeugtechnik künftig auch das Berufsbild der Ingenieure ändern: „Service und Nachhaltigkeit müssen von den Ingenieuren in ein neues Fahrzeug „rein“ entwickelt werden. Zudem werden sie in Zukunft immer häufiger an den Schnittstellen zwischen Technik und Wirtschaft sowie in kunden-und vertriebsnahen Bereichen zu finden sein: bei den Automobilherstellern, bei Zulieferunternehmen und als Führungskräfte in den Servicebetrieben.“ Unternehmen – viele von ihnen unterstützen den Studiengang Fahrzeugtechnik Service - werden immer mehr nach Mitarbeitern suchen, die neben dem Fachwissen eines Ingenieurs auch über Kompetenzen in Gebieten wie Projektmanagement, Mitarbeiterführung oder Controlling verfügen, sagt Norbert Schreier.

Mit diesem Lehr- und Forschungsschwerpunkt ist die Hochschule Esslingen die einzige bundesweit. Den Schwerpunkt Fahrzeugtechnik Service haben rund 100 angehende Ingenieure gewählt.

Text: Antje Fürth

Cornelia Mack | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-esslingen.de/fz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Neue Akzente für das Ambiente im Automobil
19.09.2017 | Schott AG

nachricht Mobilität von Morgen: Wie wir uns in Zukunft von A nach B bewegen
07.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie