Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gestenerkennungs-Technologie vor dem Durchbruch

13.07.2012
Steuern menschliche Gesten schon bald die Infotainment Programme in Fahrzeugen?

Noch wird nur "gewischt", wenn geputzt wird. Bereits in drei bis vier Jahren könnte der Begriff der "wischenden Bewegung" so alltäglich sein wie heute ein "Mausklick". Dann nämlich dürfte der rasante Fortschritt in den optischen Technologien die Gestenerkennung, zu denen auch alle licht- und lasergesteuerten Sensoren zählen, zunehmend in die klassischen Branchen wie Automotive oder Medizintechnik Einzug gehalten haben.

Schlüssel hierzu ist die optische Technologie bzw. Photonik, die als "Schlüssel-" bzw. "Querschnittstechnologie" Erkenntnisse liefert, die in vielen Branchen wie z. B. Manufacturing, Logistik, Automotive, Medizin sowie Energie- und Sicherheitstechnik einsetzbar sind. Bis heute ist es in Anwendungsgebieten wie Fahrerassistenzsystemen im Auto üblich, jeweils unterschiedliche Sensoren einzusetzen, die etwa mit Schall, Radar oder einer klassischen Kamera ausgestattet sein können. Ein Team der Innovations- und Technologieberater von Altran haben jedoch schon vor Jahren damit experimentiert, die unterschiedlichen Sensortypen für ein einziges Ziel zu vereinen.

"Unser Ansatz ist es dabei, zunächst alle Sensoren gleichwertig zu behandeln und erst zu einem späteren Zeitpunkt zu entscheiden, welche Daten aus welchem Sensor bevorzugt interpretiert werden sollen, sagt Dr. Andreas Hasse, der bei Altran den die Solution Innovative Technologies betreut.

Die frühzeitige Beschäftigung mit der Photonik zahlt sich heute aus: Die Erkenntnisse aus der Fusion der unterschiedlichen Sensoren ermöglichen es heute, Sensoren zu entwickeln, die menschliche Gesten z. B. im Cockpit eines Autos erkennen und für die Steuerung von Infotainment-Programmen und Funktionen im Auto nutzbar zu machen. Die führenden Autohersteller werden schon bald ein Modell auf den Markt bringen, in dem es möglich ist, Funktionen die nicht die Sicherheit des Fahrzeugs beeinträchtigen, über Gesten wie eine "Wischbewegung" zu steuern. "Grundsätzlich erlaubt es die Technik auch bereits, dass der Fahrer Unterhaltungsprogramme im Fahrzeug mittels einer Geste an den Beifahrer abgibt und dieser per Gesten Einstellungen wie Wetter, Verkehrsinfos, Filme, Restauranttipps oder Musik ansteuern kann - Internetanschluss vorausgesetzt", sagt Technologieberater Dr. Hasse.

"Wir schätzen das Absatzpotenzial im Bereich von rund 300.000 Autos mit Gestenerkennung, die die deutschen Hersteller ab 2015 jährlich verkaufen können", sagt Dr. Hasse. "In den kommenden Jahren werden sich die Entwicklung und damit der Erkennungsgrad der unterschiedlichen Gestiken aber noch erheblich verbessern. Dann dürfte die Nachfrage automatisch anziehen."

Auch in Forschungsinstituten, die mit Reinräumen und hohen Sicherheitsklassen arbeiten müssen, steigt derzeit die Nachfrage nach Möglichkeiten der Steuerung über Gesten. Der Vorteil liegt dort auf der Hand: Was nicht berührt werden muss, kann nicht verunreinigt werden mit Bakterien. Diese Anwendung ist zudem im medizinischen Bereich in Operationssälen denkbar.

Insgesamt setzt die Gestensteuerung im Cockpit auf das Interesse vieler Fahrer an neuartigen und innovativen Technologien und erweitert diese. "Die wachsende Zahl an Zusatzfunktionen in Fahrzeugen führt zu immer größeren Anforderungen an die Ergonomie der Bedienelemente. Die Gestensteuerung wird als neue Generation der Steuerelemente den Touchscreen zwar nicht ablösen, aber idealerweise klug ergänzen", meint Dr. Andreas Hasse.

Als wesentliche Herausforderung bei der Weiterentwicklung der Steuerungsfunktion mit Gesten haben sich die kulturell begründet völlig unterschiedlichen Gebärden in den jeweiligen Ländern herausgestellt: Diese sind oft nicht nur schwer zu erkennen, sondern werden auch häufig missverstanden. So rufen beispielsweise viele Gesten von Italienern bei Deutschen Stirnrunzeln und Missverständnisse hervor, obwohl sie in Italien völlig normal sind.

Daher muss die Technik jeweils landesspezifisch unter hohem Aufwand individuell programmiert werden. Außerdem muss das System in der Lage sein, Gesten des Beifahrers, sowie Handbewegungen ohne Steuerungsabsicht so zu unterscheiden, dass sie keine direkten Funktionen übernehmen. Es gibt aktuell klar beschriebene Gesten, die sicher erkannt werden müssen. Zudem müssen Fehleingaben vermieden werden, um den Fahrer nicht vom Verkehrsgeschehen abzulenken.

Über Altran
Altran wurde 1982 in Paris gegründet und ist das global führende Beratungsunternehmen für Innovations- und Ingenieurdienstleistungen. Altran begleitet seine Kunden bei der Konzeption und Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen und berät seit über 30 Jahren Marktführer aus den Bereichen Automobilbau, Energie, Finanzen, Healthcare, Luft- und Raumfahrt, Schienen- und Transportwesen sowie Telekommunikation. Altran deckt mit seinen Beratungsangeboten sämtliche Stufen der Projektentwicklung ab, von der strategischen Planung bis hin zur Serienreife und kann dabei auf umfangreiches Technologie-Know-how aus vier Solutions zurückgreifen: Innovative Technologies, Sustainability Products, Sustainability Concepts sowie Sustainability Enterprise Performance. Altran beschäftigt derzeit weltweit mehr als 17.500 Mitarbeiter in über 20 Ländern, darunter 15.000 Consultants, und betreut über 500 Kunden. Die Aktie von Altran ist an der Euronext-Börse in Paris gelistet. In Deutschland zählt das Beratungsunternehmen rund 1.050 Mitarbeiter an 12 Standorten und hat 2011 einen Umsatz von 100 Mio. Euro erzielt. Der deutsche Unternehmenssitz befindet sich in Frankfurt am Main.

Dr. Markus Ross | pressetext
Weitere Informationen:
http://www.altran.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

Jenaer Akustik-Tag: Belastende Geräusche minimieren - für den Schutz des Gehörs

27.04.2017 | Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

VLC 200 GT von EMAG: Neue passgenaue Dreh-Schleif-Lösung für die Bearbeitung von Pkw-Getrieberädern

27.04.2017 | Maschinenbau

Induktive Lötprozesse von eldec: Schneller, präziser und sparsamer verlöten

27.04.2017 | Maschinenbau

Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

27.04.2017 | Informationstechnologie