Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fünf-Minuten-Tank für Wasserstoffautos

06.04.2009
Einspeicherung in Metallhydrid-Pulver beschleunigt Tankfüllung

Ein Schritt zu höherer Praktikabilität des Wasserstoffantriebs für Autos ist Forschern der Purdue University gelungen. In einer von General Motors finanzierten Forschung entwickelten sie ein System zum Wärmeaustausch, das den Tank schnell mit Wasserstoff füllt und gleichzeitig die dabei entstehende Hitze abführt.

Durch die Einspeicherung in Metallhydrid könnte der Tank laut Angaben der Forscher innerhalb von fünf Minuten für Reichweiten von bis zu 500 Kilometern aufgefüllt werden. Die lange Tankzeit von etwa 40 Minuten war bisher insofern eine Herausforderung, da die Befüllung mit Wasserstoff hohe Temperaturen erzeugt, die abgekühlt werden müssen.

Hauptproblem der schnelleren Metallhydrid-Einspeicherung sind die dabei freigesetzten hohen Temperaturen, die ein Kühlungssystem erfordern. "Da der Wasserstoff enorme Hitze produziert, dauert eine Tankfüllung ohne Kühlung mindestens 40 Minuten. Diese Lösung ist sehr unpraktikabel", so der Versuchsleiter Issam Mudawar. Sein neues Konzept basiert auf der Hitzeabführung durch ein im Tank montiertes Zusatzteil, das Kühlmittel zirkulieren lässt und durch eine Lamellentechnik Hitze abführt, sobald der Wasserstoff absorbiert wird. Das Metallhydrid wird in kleinen Abteilungen einer Druckkammer gebunden, in die man Wasserstoff presst, das sofort vom Hydrid aufgesaugt wird. "Dieser Prozess ist auch wieder umkehrbar. Der gasförmige Wasserstoff kann vom Metallhydrid abgegeben werden, wenn der Druck im Tank sinkt", erklärt Mudawar.

Daniel Kammerer, Technologiesprecher von BMW http://www.bmw.de , stellt die Entwicklung im pressetext-Interview in Frage. "Metallhydrid ermöglicht zwar das Einspeichern von Wasserstoff, benötigt jedoch mehr Energie aufgrund der zusätzlichen Prozessschritte wie die Einlagerung oder das anschließende Herausholen." Auch sei ein höherer Druck zum Einpressen des gasförmigen Wasserstoffs erforderlich. "Es stellt sich somit die Frage, zu welcher Energie dieser Prozess führt und mit welcher Energieladerate er geschieht", so Kammerer.

2006 präsentierte BMW mit dem Hydrogen 7 das erste serienmäßig produzierte Wasserstofffahrzeug (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/060912035/ ). Bisher blieb es bei den 100 weltweiten Exemplaren, die in Folge auf den Markt gebracht wurden. Bei BMW wolle man bis nächstes Jahr die Akzeptanz der Fahrzeuge bei den Konsumenten beobachten, ehe ein Nachfolgemodell diskutiert werde, so Kammerer. "Dennoch führt in Zukunft kein Weg am Wasserstoffauto vorbei. Da der Horizont für Öl beschränkt ist, werden Alternativmodelle höhere Bedeutung bekommen." Der Wasserstoff für den Fahrzeugbetrieb wird derzeit großteils noch aus Erdgas gewonnen. "Teilweise kommt jedoch auch Biomasse zum Einsatz, sowie Druckelektrolyse aus grünem Strom", so der BMW-Sprecher.

Johannes Pernsteiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.purdue.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Wichtige Schritte auf dem Weg zum automatisierten Fahren
29.03.2018 | Universität Bremen

nachricht Es wird noch heller: Innovative Leuchten in der Automobilindustrie
28.03.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics