Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Freudiges Fahren per Fingerabdruck

06.07.2000


Fingerabdrücke sind eine sichere Methode, Personen zu identifizieren. Fraunhofer-Forscher testeten und bewerteten für BMW unterschiedliche Sensoren. Ziel ist eine elektronische Wegfahrsperre, die per Fingerabdruck entsichert werden kann.

Fingerabdrücke sind - wenn vorhanden - eine sichere Methode, um Straftäter zu identifizieren. Demnächst will BMW die markanten Linien der Finger nutzen, um Straftaten zu erschweren: Der bayerische Automobilhersteller plant eine elektronische Wegfahrsperre, die sich per Fingerabdruck entsichern läßt. Konzept und Entwicklung des automatischen Identifikationssystems im Auto stammen aus dem Berliner Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK. Neben der Sicherheit erhöht sich auch der Komfort. Über den Fingerabdruck erkennt der Bordcomputer den autorisierten Fahrer und das dazugehörige Fahrerprofil: Sitzhöhe, Spiegel, Routenplaner und sogar der favorisierte Radiosender werden automatisch eingestellt.

»Wir haben unterschiedlichste Fingerabdrucksensoren getestet und bewertet«, berichtet Dr. Bertram Nickolay vom IPK. Denn für den Einsatz im Pkw müssen die Sensoren extrem belastbar sein. Zum Auswerten der Datensätze und für den Vergleich nutzte das Team von Dr. Nickolay eine bewährte Software-Eigenentwicklung.

So funktioniert die automatische Wegfahrsperre: Zuerst werden die Fingerabdrücke des Fahrzeugbesitzers und der von ihm zugelassenen Fahrer eingelernt. Jeder der in Frage kommenden Fahrzeugnutzer legt Daumen oder Zeigefinger auf den Sensor. Dieser macht ein Bild des Abdrucks, das digitalisiert wird. Spezielle Verfahren der Bildverarbeitung ermitteln die für die Identifikation relevanten Flächen. Anschließend wird das auf charakteristische Merkmale reduzierte Bild als Datensatz im Bordcomputer abgespeichert. Will nun ein Fahrer den Wagen starten, muss er wiederum den entsprechenden Finger auf den Sensor legen. Dann vergleicht das System den aktuellen und gespeicherten Datensatz. Stimmt das neu aufgenommene Bild mit einer der Dateien überein, ist der Fahrer autorisiert. Die Wegfahrsperre löst sich und er kann starten.

»Der Vorteil der Identifikation über Fingerabdruck ist klar«, kommentiert Dr. Nickolay. »Man kann ihn nicht vergessen oder fälschen«. Auf diese Weise läßt sich einfach und zuverlässig verhindern, dass beispielsweise die Sprösslinge die Edelkarosse für eine unerlaubte Spritztour nutzen.

Ansprechpartner:
Dr.-Ing. Bertram Nickolay


Telefon:0 30/3 90 06-2 01
Telefax: 0 30/3 91 75 17
E-Mail: nickolay@ipk.fhg.de

Fraunhofer-Institut für
Produktionsanlagen und
Konstruktionstechnik IPK
Pascalstraße 8-9
10587 Berlin
Pressekontakt:
Yetwart Ficiciyan
Telefon: 0 30/3 90 06-1 40
Telefax: 0 30/3 91 56 78
E-Mail: yetwart.ficiciyan@ipk.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Beate Koch |

Weitere Berichte zu: Datensatz Fingerabdruck Sensor Wegfahrsperre

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Mehr Flexibilität in der Produktion durch selbstfahrende Transportfahrzeuge
27.11.2017 | Technologie Lizenz-Büro (TLB) der Baden-Württembergischen Hochschulen GmbH

nachricht Leichtbauteile für die Automobilindustrie schnell und günstig fertigen
16.11.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik