Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung für die Fahrzeuge der Zukunft

13.11.2009
Ein Forschungsneubau "Interdisziplinäre Fahrzeugsystemtechnik" mit innovativen Prüfständen entsteht derzeit auf dem Gelände der ehemaligen Mackensen-Kaserne in Karlsruhe.

Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von insgesamt rund 14 Millionen Euro wird die erforderliche Infrastruktur für die Forschungsarbeiten des Instituts für Fahrzeugtechnik und Mobile Arbeitsmaschinen (IFFMA) des KIT sowie für das Kompetenzzentrum KIT-CART bieten. Ziel ist, methodische und technologische Grundlagen für Fahrzeuge der Zukunft zu erarbeiten.

Es ist leicht und bezahlbar, fährt sicher, geräuscharm und emissionsneutral, findet einen schnellen Weg zum Ziel und lässt sich einfach bedienen - das Kraftfahrzeug des Jahres 2050. Diese Vision zu verwirklichen, ist Ziel der Forschungsarbeiten am Institut für Fahrzeugtechnik und Mobile Arbeitsmaschinen (IFFMA) und des vom IFFMA koordinierten interfakultativen Kompetenzzentrums KIT-CART, Center of Automotive Research and Technology. Als Keimzelle des KIT-Schwerpunkts Mobilitätssysteme erarbeitet KIT-CART methodische und technologische Grundlagen für die Fahrzeuge der Zukunft und konzentriert sich dabei auf landgebundene Fahrzeuge wie Pkw, Nutzfahrzeuge, mobile Arbeitsmaschinen und Bahnfahrzeuge mit dem Fokus auf die Themen Energieeffizienz und Emissionsreduzierung, Fahr- und Arbeitssicherheit, Benutzerfreundlichkeit und Kosten.

Die für diese Forschungsarbeiten erforderliche Infrastruktur entsteht nun mit dem neuen Forschungsbau "Interdisziplinäre Fahrzeugsystemtechnik" des IFFMA auf dem Gelände der ehemaligen Mackensen-Kaserne in Karlsruhe. "Dieser Forschungsbau bietet uns beste Voraussetzungen, um den gegenwärtigen Umbruch in der Fahrzeugtechnik mitzugestalten", freut sich Professor Frank Gauterin, Sprecher der IFFMA-Leitung.

Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Karlsruhe, als Bauherr und das KIT verwirklichen mit dem Projekt eine hoch funktionale Einrichtung mit innovativer Technik, unter anderem mit einem in dieser Art einmaligen Allrad-Akustik-Rollenprüfstand.

Das Investitionsvolumen für das Gebäude beträgt acht Millionen Euro und ist entsprechend im Staatshaushaltsplan des Landes Baden-Württemberg etatisiert. Die Bund-Länder-Kommission (BLK) hat das Projekt 2007 in die Förderung von Forschungsbauten aufgenommen, so dass der Bund die Hälfte der Kosten trägt. Die andere Hälfte übernimmt das KIT. Dazu kommen noch sechs Millionen Euro für Großgeräte, davon 3,4 Millionen aus der Exzellenzinititative. Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Karlsruhe, übernimmt das Projektmanagement und Controlling der Baumaßnahme. Die Arbeiten haben bereits begonnen; für sie sind 15 Monate vorgesehen.

Der Vorentwurf für den Forschungsneubau stammt vom Amt Karlsruhe, die Planung und Realisierung hat das Architekturbüro Dömges in Regensburg übernommen. "Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und hohe Funktionalität prägen die bauliche Lösung, ohne den gestalterischen Anspruch zu vernachlässigen", betont der Leitende Baudirektor Günter Bachmann. Aus funktionalen Gründen wird die Prüfhalle mit dem Allrad-Akustik-Rollenprüfstand unmittelbar an die bestehende Fahrzeugprüfstandhalle mit Motorenprüfständen angebaut. Für die übrigen Prüfungseinrichtungen wie Schwingungsprüffeld, Maschinenbetten, Gesamtfahrzeug¬prüfstand x-dynodrive und einen Werkstattbereich entsteht ein weiterer Neubau mit rund 2 100 Quadratmetern Nutzfläche. Zwischen den Prüfhallen ergibt sich ein Wirtschaftshof.

Die rund zehn Meter hohe, rechteckige Halle aus Stahlbeton und Stahl-Beton-Fertigteilen erhält eine optimierte Wärmedämmung sowie eine Dachbegrünung und erfüllt damit nachhaltig energetische und ökologische Maßstäbe. Die geradlinige Form und die Kombination von Stahl, Glas und farbigen Folienbespannungen verleihen dem Gebäude gleichermaßen Funktionalität und Ästhetik.

Hochkomplexe Prüfungseinrichtungen bieten die infrastrukturellen Voraussetzungen für die Mobilitätsforschung am IFFMA: Diese erfordert die Möglichkeit eines kontrollierten Fahrbetriebs im Labor auf einem Rollenprüfstand ebenso wie experimentelle Simulationsmöglichkeiten statischer und dynamischer Belastungen durch servohydraulische und elektrodynamische Aktoren. Nicht nur das Fahrzeug, sondern auch Fahrer und Insassen sollen definierten Bedingungen ausgesetzt werden. Dabei sollen Kognition, Emotion und Handlungen der Personen in Interaktion mit dem Fahrzeug analysiert werden.

Ein Alleinstellungsmerkmal wird der geplante Allrad-Akustik-Rollenprüfstand bilden. Er ist für die Prüfung der unterschiedlichsten Landfahrzeuge, von Pkw über leichte und schwere Lkw bis hin zu Land- und Baumaschinen mit einem Gesamtgewicht bis zu 40 Tonnen ausgelegt, aber auch Bahnfahrzeuge lassen sich damit untersuchen. Bei dieser Prüfstandsbauart rollen die Räder des geprüften Fahrzeugs auf großen, einzeln regelbaren Trommeln ab, so dass sich die Fahrt auf einer Straße bzw. Schiene simulieren lässt. Der Prüfstand wird unter anderem für Energieflussbetrachtungen bei verschiedenen Fahr- und Arbeitszyklen sowie für akustische Untersuchungen eingesetzt. Dazu ist eine akustische Auskleidung des Prüfraums vorgesehen.

Weitere Informationen zum Forschungsneubau sind zu finden unter: www.vbv.baden-wuerttemberg.de, www.vba-karlsruhe.de sowie www.iffma.kit.edu .

Der Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg erfüllt sämtliche Aufgaben des Immobilien-, Gebäude- und Baumanagements bei den landeseigenen Gebäuden. Das Amt Karlsruhe ist in diesem Rahmen für die Baumaßnahmen des KIT zuständig.

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und staatliche Einrichtung des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verbindet die Aufgaben Forschung - Lehre - Innovation in einem Wissensdreieck.

Weiterer Kontakt:

Monika Landgraf
Pressestelle
Tel.: +49 721 8126
Fax: +49 721 3658
E-Mail: monika.landgraf@kit.edu

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw
Weitere Informationen:
http://www.kit.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Mehr Flexibilität in der Produktion durch selbstfahrende Transportfahrzeuge
27.11.2017 | Technologie Lizenz-Büro (TLB) der Baden-Württembergischen Hochschulen GmbH

nachricht Leichtbauteile für die Automobilindustrie schnell und günstig fertigen
16.11.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten