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Die vollautomatische mechanische Überprüfung eines Fahrzeugs in Sekunden ist Technikern der Purdue University gelungen. Sie entwickelten eine mit Sensoren ausgestattete Bodenwelle, die beim Überfahren die Vibrationen des Fahrzeugs analysiert und Auskunft über Zustand von Reifen und Radaufhängung gibt.
Die Erfindung wird nächste Woche beim Weltkongress der Autoingenieure in Detroit präsentiert. Sie soll Zeit und Wartungskosten sparen, vor allem jedoch bei schadhaften Teilen rechtzeitig vor dem Gebrauch des Fahrzeugs warnen. Das für die US-Army konzipierte System sei auch für den kommerziellen Einsatz im Zivilbereich geeignet, so die Forscher.
Grundprinzip des Systems sind Beschleunigungssensoren, die in einer Bremsschwelle aus Gummi integriert sind. Überfährt es ein Fahrzeug, misst es die Vibrationen in Form der Trägheit der Kräfte, die auf den Boden übertragen werden. "Die dreiachsigen Sensoren erfassen, wie diese Kräfte in drei Richtungen wirken - in der Bewegungsrichtung des Fahrzeugs, seitlich sowie vertikal", erklärt Forschungsleiter Douglas Adams im pressetext-Interview.
Die für eine Messung zulässige Höchstgeschwindigkeit beim Überfahren der Bremsschwelle beträgt mit zehn Stundenkilometern mehr als doppeltes Schritt-Tempo. Eine Software interpretiert die eingehenden Daten der Sensoren und gibt auf einem Bildschirm augenblicklich Auskunft über Schäden in Reifen, Radlager und Radaufhängung.
"Das Analysesystem per Bodenwelle bietet sich besonders für die Vorinspektion in der Werkstatt an, wenn es etwa um Reifendruck, um die Justierung der Räder oder um die Radaufhängung geht", so Adams. Der Einsatz sei sowohl bei Personen- wie auch bei Lastkraftwagen möglich. "Auch das Landungsgestell von Flugzeugen könnte auf diese Weise überprüft werden, während es auf die Startbahn gezogen wird." Das würde zu einer Zeit- und Kostenersparnis sowohl bei Mechanikerwerkstätten, bei Transportunternehmen sowie im Flughafenbetrieb führen.
Bisherige Simulationen und Tests der Bodenwelle bestätigten die Exaktheit der Ergebnisse. So konnten etwa selbst Veränderungen der Steifigkeit der Radaufhängung von nur fünf Prozent aufgedeckt werden. "Die Genauigkeit hängt jedoch davon ab, auf welche Schäden das System programmiert wird", gibt Adams zu bedenken.
In Kooperation mit dem Konzern Honeywell International werde derzeit an einem serientauglichen Modell gearbeitet, das laut Adams innerhalb der nächsten zwei Jahren auf den Markt kommen könnte. Die Kosten der Hardware würden sich auf unter 5.000 US-Dollar belaufen. "Die Software müsste an die jeweiligen Erfordernisse des Betreibers angepasst werden", so der US-Forscher.
Johannes Pernsteiner | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.purdue.edu
www.sae.org
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