Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fahrzeug-Schnellcheck per Bodenwelle

20.04.2009
Vibrationen geben Auskunft über Reifen und Aufhängung

Die vollautomatische mechanische Überprüfung eines Fahrzeugs in Sekunden ist Technikern der Purdue University gelungen. Sie entwickelten eine mit Sensoren ausgestattete Bodenwelle, die beim Überfahren die Vibrationen des Fahrzeugs analysiert und Auskunft über Zustand von Reifen und Radaufhängung gibt.

Die Erfindung wird nächste Woche beim Weltkongress der Autoingenieure in Detroit präsentiert. Sie soll Zeit und Wartungskosten sparen, vor allem jedoch bei schadhaften Teilen rechtzeitig vor dem Gebrauch des Fahrzeugs warnen. Das für die US-Army konzipierte System sei auch für den kommerziellen Einsatz im Zivilbereich geeignet, so die Forscher.

Grundprinzip des Systems sind Beschleunigungssensoren, die in einer Bremsschwelle aus Gummi integriert sind. Überfährt es ein Fahrzeug, misst es die Vibrationen in Form der Trägheit der Kräfte, die auf den Boden übertragen werden. "Die dreiachsigen Sensoren erfassen, wie diese Kräfte in drei Richtungen wirken - in der Bewegungsrichtung des Fahrzeugs, seitlich sowie vertikal", erklärt Forschungsleiter Douglas Adams im pressetext-Interview.

Die für eine Messung zulässige Höchstgeschwindigkeit beim Überfahren der Bremsschwelle beträgt mit zehn Stundenkilometern mehr als doppeltes Schritt-Tempo. Eine Software interpretiert die eingehenden Daten der Sensoren und gibt auf einem Bildschirm augenblicklich Auskunft über Schäden in Reifen, Radlager und Radaufhängung.

"Das Analysesystem per Bodenwelle bietet sich besonders für die Vorinspektion in der Werkstatt an, wenn es etwa um Reifendruck, um die Justierung der Räder oder um die Radaufhängung geht", so Adams. Der Einsatz sei sowohl bei Personen- wie auch bei Lastkraftwagen möglich. "Auch das Landungsgestell von Flugzeugen könnte auf diese Weise überprüft werden, während es auf die Startbahn gezogen wird." Das würde zu einer Zeit- und Kostenersparnis sowohl bei Mechanikerwerkstätten, bei Transportunternehmen sowie im Flughafenbetrieb führen.

Bisherige Simulationen und Tests der Bodenwelle bestätigten die Exaktheit der Ergebnisse. So konnten etwa selbst Veränderungen der Steifigkeit der Radaufhängung von nur fünf Prozent aufgedeckt werden. "Die Genauigkeit hängt jedoch davon ab, auf welche Schäden das System programmiert wird", gibt Adams zu bedenken.

In Kooperation mit dem Konzern Honeywell International werde derzeit an einem serientauglichen Modell gearbeitet, das laut Adams innerhalb der nächsten zwei Jahren auf den Markt kommen könnte. Die Kosten der Hardware würden sich auf unter 5.000 US-Dollar belaufen. "Die Software müsste an die jeweiligen Erfordernisse des Betreibers angepasst werden", so der US-Forscher.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.purdue.edu
http://www.sae.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

Branchentreff für IT-Entscheider - Rittal Praxistage IT in Stuttgart und München

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

WHZ erhält hochmodernen Prüfkomplex für Schraubenverbindungen

23.05.2017 | Maschinenbau

«Schwangere» Stubenfliegenmännchen zeigen Evolution der Geschlechtsbestimmung

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Tumult im trägen Elektronen-Dasein

23.05.2017 | Physik Astronomie