Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ethernet macht Infotainment im Auto flexibel

15.04.2010
Untersuchungen der Fraunhofer ESK haben gezeigt, dass Automobilhersteller künftig für Infotainment-Anwendungen die flexible Datenübertragung der Ethernet-Technologie nutzen können.

Das elektronische Bordnetz im Auto wird durch die wachsende Funktionsvielfalt immer komplexer.Um die verstrickte Bordnetz-Architektur und damit die Datenübertragung im Auto zu vereinfachen, untersucht die Fraunhofer ESK gemeinsam mit der Continental Automotive GmbH und der M-Sys GmbH den Einsatz von Ethernet für Infotainment-Anwendungen im Fahrzeug.

Das Infotainmentsystem im Auto bietet heute mehr als nur ein Radioprogramm. Angefangen von Navigationsgeräten über Radios mit MP3-Player-Eingang bis hin zu mobilen Internetan-schlüssen ist vieles drin. Im Infotainment-Bereich kommt über-wiegend der MOST-Bus (Media Oriented Systems Transport) als Netzwerk für Automobilanwendungen zum Einsatz.

Alternativ bzw. ergänzend zur MOST-Technologie haben die Wissenschaftler der Fraunhofer ESK gemeinsam mit ihren Projektpartnern ein Konzept zur Verwendung von Ethernet/IP erarbeitet. Der Vorteil: Ethernet hat sich bereits in der industriellen IT, z.B. in der Vernetzung von Maschinen, als zuverlässiges und sicheres Netzwerk bewährt. Zusätzlich lassen sich durch die offenen Standards von Ethernet/IP und der Vielzahl an verfügbaren Protokollen mobile Geräte, wie Handy und Mp3-Player leichter in das Auto integrieren. Auch die Entwicklung von neuen Anwendungen geht deutlich schneller.

Multimedia über Ethernet
Um ohne störende Verzögerung Musik über die Audioanlage im Auto abspielen zu können, müssen die Daten innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens, also in Echtzeit, übertragen werden. Die Wissenschaftler haben zwei Migrationsszenarien für den Austausch von Kontrollnachrichten zur Steuerung einer Audioübertragung in einem Prototypen getestet: Zum einen das Interworking zwischen Universal Plug and Play- (UPnP/Ethernet) und MOST-Kontrollnachrichten, zum anderen die Übertragung derer über einen MOST over IP-Tunnel zur Einbindung von Audiogeräten im Ethernet.

Zusätzlich zur Steuerung wurde dabei die Synchronisation der Netzwerkkomponenten und die Vorhersagbarkeit der Übertragungszeiten von Streamingdaten betrachtet. Hierzu wurde Standard-Ethernet/IP, unter Verwendung von Echtzeitprotokollen wie dem Real-Time Transport Protocol (RTP) und dem Precision Time Protocol (PTP), mit Ethernet Audio Video Bridging (AVB) verglichen. Der Vergleich deckt auf, dass Ethernet AVB großes Potential bietet, aber, im Gegensatz zu Standard-Ethernet/IP, gegenwärtig noch einige Lücken in der Serienverfügbarkeit einzelner Netzwerkkomponenten hat.

Das Ergebnis des Projekts zeigt, dass beide getesteten Ethernet-Varianten für Infotainment-Anwendungen im Auto geeignet sind. Allerdings befindet sich Ethernet AVB noch in der Standardisierung, was den Einsatz verzögert. Um in Zukunft die komplexe Bordnetz-Architektur zu vereinfachen, ist der flexible Einsatz verschiedener Netzwerke wie MOST, FlexRay und Ethernet auf Basis einer gemeinsamen Kommunikationsebene notwendig. In ersten Fahrzeugen wird Ethernet bereits eingesetzt. Der aktuelle Trend deutet darauf hin, dass Ethernet für die Autoindustrie immer relevanter wird. Dabei ist auf längere Sicht auch der Einsatz für sicherheitskritische Funktionen, z.B. die Übertragung von Sensordaten für Fahrerassistenzsysteme, vorstellbar.

Das Projekt wird durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie gefördert.

Die Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK

Die Fraunhofer ESK betreibt angewandte Forschung und gliedert sich in die Geschäftsfelder Enterprise & Carrier Communications, Automotive und Industrial Communications. Ihren Kunden - Unternehmen der Telekommunikationsbranche, Anwendern von Kommunikationslösungen und Automobilherstellern und Zulieferern - bietet sie F&E-Dienstleistungen basierend auf den Kompetenzfeldern Adaptive Communication Systems und Software Methodology.

| Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.esk.fraunhofer.de
http://www.esk.fraunhofer.de/press/PM1003RTE.jsp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise