Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erfolgreiche Premiere: Touareg-Prototyp meistert ohne Fahrer an Bord Geländeparcours

20.06.2005


Er fährt wie von Geisterhand. Ein Touareg mit Hightech-Sensoren aber ohne Fahrer an Bord. Am vergangenen Freitag musste er zum ersten Mal in der Öffentlichkeit zeigen, was er vom Menschen gelernt hat: Volkswagen schickte den Prototypen über einen Geländeparcours im Motopark Oschersleben. Wie an der Schnur gezogen meisterte der "intelligente" Allradler die Strecke. Die erfolgreiche Premiere war gleichzeitig eine gelungene Generalprobe. Am 8. Oktober wird Volkswagen mit einem Schwestermodell des Prototypen an der US-amerikanischen "Grand Challenge 2005" teilnehmen, einem einzigartigen Rennen für fahrerlose Automobile.

... mehr zu:
»ERL »Geländeparcour

Bereits heute machen Fahrerassistenzsysteme den Individualverkehr sicherer. Erfolgreichstes Beispiel: das ESP. Jahr für Jahr rettet dieses "Anti-Schleuder-System" Leben. Aktuellstes Beispiel: das ADR. Erstmals im Phaeton vorgestellt, reduziert die automatische Distanzregelung nun auch im neuen Passat die Wahrscheinlichkeit eines Auffahrunfalls. Im Grand-Challenge-Touareg fließen die Technologien zur Umfelderkennung und Analyse zusammen. Im Verbund können diese Fahrerassistenzsysteme autonom die Strecke sowie Hindernisse erkennen und ein Fahrzeug lenken.

Derivate der in Oschersleben gezeigten Systeme werden künftig dazu beitragen, Komfort und Sicherheit im Automobil zu verbessern. Matthias Rabe, Leiter Konzernforschung der Volkswagen AG: "Dazu müssen die Systeme zunächst so gut werden wie der aufmerksame Fahrer selber. In einem weiteren Schritt müssen die Systeme sogar besser werden als der Fahrer. Indem sie vorausschauend um die nächsten Kurven sehen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen."


Ein rollendes Hightech-Labor namens "Stanley"

Die technische Basis des Geländewagens wurde praktisch unverändert aus der Serie übernommen und lediglich mit einem kompletten Unterbodenschutz sowie verstärkten Stoßdämpfern modifiziert. Dann aber wurde der von den zuständigen Ingenieuren liebevoll "Stanley" getaufte Prototyp in ein fahrendes Hightech-Labor verwandelt. Zahllose Sensoren sowie ein Verbund von vier Laser-Detektoren ermitteln jene Daten, mit denen das fahrerlose Automobil sicher und zügig seinen Weg findet. Ergänzt werden die Systeme durch Stereo-Sichtgeräte, hoch entwickelte 24-GHz-Radaranlagen und ein besonders exakt analysierendes, satellitengestütztes GPS-Navigationssystem, das die genaue Position des Fahrzeugs auf den Millimeter genau digital abbildet.

Diese geballte Informationsflut füttert das im Kofferraum des Geländewagens untergebrachte Hochleistungs-Rechenzentrum, das aus sieben zusammengeschalteten Pentium M-Motherboards besteht. Mit einer Rechenleistung von 1,6 GHz pro Prozessor sowie einer ebenso aufwendigen und einzigartigen Software ermittelt es jene Lenk-, Beschleunigungs- und Verzögerungsbefehle, mit denen "Stanley" über "Drive-by-wire"-Systeme elektronisch gesteuert wird und auf Besonderheiten der Strecke in Echtzeit reagieren kann.

Neben dem für die Grand Challenge vorgesehenen Prototypen wurde innerhalb weniger Wochen der in Oschersleben gestartete Volkswagen Touareg aufgebaut, "Stanlette". Das "weibliche" Pendant fungiert als weiterer Entwicklungsträger.

Autonomes Fahren als Forschungsschwerpunkt

Beide Fahrzeuge entstanden in Kooperation zwischen der Volkswagen Konzernforschung, dem Electronics Research Laboratory (ERL) des Volkswagen Konzerns im kalifornischen Palo Alto und der Stanford University, was auch die Spitznamen der Prototypen erklärt. Grundsätzlich bildet das autonome Fahren einen der Forschungsschwerpunkte des ERL. Die Umsetzung stellt dabei eine immense wissenschaftliche und technische Herausforderung dar. Viele Aspekte des autonomen Automobils werden sukzessive in weiteren, eher konventionellen Fahrer-Assistenzsystemen wiederzufinden sein.

"Mit diesem Gemeinschaftsprojekt nutzen wir die einmalige Gelegenheit, mit einer der renommiertesten Universitäten zusammenzuarbeiten und das derzeit technisch Machbare unter Beweis zu stellen", betont Dr. Carlo Rummel, Leiter des ERL in Palo Alto. Und er unterstreicht weiter: "Natürlich sorgt der Wettbewerbscharakter für zusätzliche Motivation im Team. Zudem ist der Wettbewerb selbst eine willkommene Bühne für die überragenden Offroad-Fähigkeiten des Touareg."

Grand Challenge 2005

Im vergangenen Jahr fand das von der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) ausgeschriebene und mit einem Preisgeld von damals einer und heute zwei Millionen US-Dollar dotierte Grand-Challenge-Projekt zum ersten Mal statt. Für diesen Wettbewerb wurde der Touareg "Stanley" eigens konzipiert. Im Rahmen des Grand-Challenge-Projektes bringt das Electronics Research Laboratory (ERL) das breit gefächerte Know-how der Volkswagen AG im Bereich autonomer Fahrzeuge in die Partnerschaft mit der Stanford School of Engineering ein. Dort hat Professor Sebastian Thrun - ein international anerkannter Experte für künstliche Intelligenz - ein überaus kompetentes, neun verschiedene Zeitzonen übergreifendes Forschungs- und Entwicklungsteam dafür zusammengestellt.

Die Grand Challenge 2005 startet am 8. Oktober und führt durch die unwegsame Südwest-Wüste der Vereinigten Staaten. Die teilnehmenden Fahrzeuge haben maximal zehn Stunden Zeit, die bis zum Start unbekannte Streckenführung über eine Distanz von 175 Meilen (rund 282 Kilometer) zurückzulegen. Jeglicher Eingriff von außen ist unzulässig.

"Dies ist das erste Langstreckenrennen in der Geschichte des Automobils, bei dem die Fahrzeuge selbst alle notwendigen Entscheidungen für ihr Fortkommen treffen müssen", betont Professor Sebastian Thrun als Leiter des "Stanford Racing Teams". "Mit anderen Worten: Der Wagen braucht nicht nur einen starken Körper, sondern auch ein besonders intelligenten Kopf."

Hintergrundinfo zum ERL: Trendscout für neue Technologien

Das nordamerikanische Electronics Research Laboratory (ERL) des Volkswagen Konzerns wurde 1998 im kalifornischen Palo Alto, also inmitten des Silicon Valley gegründet. Das Ziel: Es soll potentielle Technologien frühzeitig erkennen, rasch zur Serienreife bringen und damit auch die Entwicklung des "intelligenten" Automobils der Zukunft beschleunigen. Das Team dieses wegweisenden Wissenszentrums für Elektronik besteht heute aus 40 Ingenieuren und Designern, die als Trendscouts fungieren und eng mit den entsprechenden europäischen Entwicklungsabteilungen des Mutterhauses zusammenarbeiten. Ihre Technologie-Früherkennung, Forschung und Vorausentwicklung führt zu innovativen Neuheiten, mit denen sich die Produkte des Volkswagen Konzerns vom Wettbewerb absetzen.

Das ERL engagiert sich derzeit in unterschiedlichen Technologiebereichen wie etwa den Fahrer-Assistenzsystemen, der Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation sowie im Thema innovativer Info- und Entertainment-Module. Seine Aufgaben erfüllt das Elektronik-Forschungslabor mit Synergien aus interner Kompetenz und der Kooperation mit externen Forschungsgruppen, innovativen Start-up-Unternehmen und den führenden US-Universitäten.

Harthmuth Hoffmann | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.volkswagen.de

Weitere Berichte zu: ERL Geländeparcour

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Wichtige Schritte auf dem Weg zum automatisierten Fahren
29.03.2018 | Universität Bremen

nachricht Es wird noch heller: Innovative Leuchten in der Automobilindustrie
28.03.2018 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Schreibgeschwindigkeit: Terahertz

25.04.2018 | Informationstechnologie

Demographie beeinflusst Brutfürsorge bei Regenpfeifern

25.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Zukunft des Fliegens auf dem Prüfstand

25.04.2018 | Maschinenbau

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics