Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Emissionsfrei: Uni Pisa testet neuen Wunderantrieb

06.03.2012
Bei Verbrennung im Motor entstehen nur Wasserdampf und Stickoxide

Wissenschaftler der Universität Pisa haben in Zusammenarbeit mit der Scuola Superiore Sant'Anna und der Firma Pont-Tech einen mit einem umweltneutralen Kraftstoff betriebenen Motor entwickelt. Das aus angereichertem flüssigem Ammoniak und Wasserstoff bestehende Gemisch wird derzeit auf einem Fahrzeug der städtischen Müllabfuhr getestet.


Städtisches Fahrzeug: Motor setzt neue Maßstäbe (Foto: fotodienst.at/Jung)

Auspuff als Ergänzung

"Es handelt sich um ein vollkommen emissionsfreies Antriebssystem", erklärt Firmenchef und Universitätsdozent Riccardo Lanzara gegenüber pressetext. Der Vorteil: Es gibt kein Kohlendioxid, keinen Kohlenwasserstoff, keine Schwebstoffe und keine Schwefelverbindungen. Bei der Verbrennung enstehen nur Wasserdampf und Stickoxid. Letzteres kann mit einem handelsüblichen Auspuff unschädlich gemacht werden.

Der zur Verbrennung zusätzlich benötigte Wasserstoff wird mithilfe eines Katalysators während der thermischen Zersetzung des Ammoniaks gewonnen. Dieser hat zwar einen niedrigeren Brennwert als der zu fünf Prozent beigemischte Wasserstoff. Nützlich ist jedoch auch, dass er im Gegensatz zu Wasserstoff bei Raumtemperatur und unter gleichen Druckverhältnissen (acht bar) wie Autogas gelagert werden kann.

Bis zu 70 km/h schnell

Die Alltagstauglichkeit des neutralen Antriebssystems wird derzeit an einem 3,5-Tonnen-Fahrzeug der Stadtwerke Pisa untersucht. Anfragen liegen bereits von mehreren angrenzenden Gemeindeverwaltungen vor. Das im Rahmen des "Sistema di Alimentazione di Veicoli ad Idrogeno ed Ammoniaca" entwickelte Gemisch kann in Verbindung mit einem kleinen Generator auch zum Betrieb eines Elektromotors genutzt werden.

Mithilfe dieses sogenannten Range Extenders ist es möglich, ein Hybridfahrzeug während der Fahrt zu "betanken" und damit seine Reichweite deutlich zu vergrößern. Im Elektro-Modus verringert sich gegenüber dem Einspritzmodus die Spitzengeschwindigkeit von 70 auf 40 Stundenkilometer.

Die 1996 vom Kraftradhersteller Piaggio und der Valdera Polo Sant' Anna gegründete Pont-Tech ist auch Betreiberin des Centro di Ricerca e Formazione sull' Innovazione Tecnologica ed il Trasferimento Tecnologico (Cerfitt). Finanziell unterstützt worden ist ihr Projekt von der Stadtverwaltung Pisa und der Landesregierung der Toskana. Eine Kooperation mit einem schwedischen Düngemittelhersteller wird verhandelt.

Harald Jung | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.unipi.it
http://www.sssup.it
http://www.pont-tech.it

Weitere Berichte zu: Ammoniak Emissionsfrei PISA Stickoxid Verbrennung Wasserdampf Wasserstoff Wunderantrieb

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen

26.04.2017 | HANNOVER MESSE

Plastik – nicht nur Müll

26.04.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz