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Der Harz setzt auf Elektroautos: Schon bald sollen Elektromobile durch Quedlinburg, Werningerode und andere Städte in dieser Region rollen – dafür setzen sich 17 Partner aus Wissenschaft und Industrie mit dem Projekt »Harz.ErneuerbareEnergien-mobility« – kurz Harz.EE-mobility ein.
Der Erfolg von Elektroautos steht und fällt mit der Stromversorgung. Lassen sich die Fahrzeuge immer und überall mit regenerativ gewonnenem Ökostrom betanken, steigt die Akzeptanz für die Technik. Ladestationen müssen daher geschickt platziert werden, damit die Stromflitzer problemlos selbst in eine 60 Kilometer entfernte Stadt gelangen. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg ermitteln die optimalen Standorte für die Ladestationen. »Neben dem Verkehrsfluss analysieren wir das Mobilitätsverhalten, um herauszufinden, wo die Fahrzeuge für welchen Zeitraum abgestellt werden. Diese Zeit lässt sich zum Aufladen der Autos nutzen. Es werden Standorte für Ladestationen bevorzugt, an denen die Fahrzeuge ausreichend lange stehen. Vorrangig kommen Parkhäuser oder -plätze in Frage, die sich entweder beim Arbeitgeber oder in der Nähe der eigenen Wohnung befinden«, sagt Dr. Przemyslaw Komarnicki, Wissenschaftler am IFF. »Wir entscheiden auch über die Anzahl der Ladestationen, hier liegen allerdings noch keine Ergebnisse vor. Um das Stromnetz nicht zu überlasten, müssen wir die Stromtankstellen mit Bedacht platzieren.« Empfehlungen, welche Tankstelle der Fahrer – abhängig vom Ladezustand der Batterie –ansteuern sollte, erhält er von der Zentrale, der Mobilitätsleitwarte. Dort laufen alle Verkehrs- und Stromdaten zusammen. Die Zentrale informiert den Fahrer auf seinem Navigationssystem, welche Tankstelle besetzt, in Wartung oder gesperrt ist, an welcher Ladestation es günstigen Strom gibt, wo regenerativ getankt werden kann und wo ausreichend Strom vorhanden ist. Im Falle eines Staus lotst die Leitstation Autos mit niedrigem Ladezustand an eine nahe gelegene Tankstelle. Das Konzept für das erforderliche Datenbanksystem entwickeln die Forscher des IFF.
Gefördert wird das Projekt »Harz.EE-mobility« vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit BMU. Einen Teil der Fördersumme von zwölf Millionen Euro übernehmen die Industriepartner. Die offizielle Testphase beginnt Ende 2010. Bis zum Juni 2011 sollen 25 Elektroautos im Harz unterwegs sein. Zunächst sollen die Stromer durch die Städte im Harz fahren, später aber auch Pendlern zur Verfügung stehen, die zwischen Magdeburg und dem Harz verkehren.
Dr.-Ing. Przemyslaw Komarnicki | Quelle: Fraunhofer Mediendienst
Weitere Informationen:
www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2010/02/elektroautos-harz.jsp
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