Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einsatz von Web 2.0-Technologien verbessert die Kfz-Diagnose

23.09.2011
Drei Institute der Universität Bremen haben mit bundesweiten Partnern dreijähriges Forschungsprojekt gestartet / Förderung von Bund und EU beträgt 1,2 Millionen Euro

Immer häufiger haben es Kfz-Werkstätten mit defekten Fahrzeugen zu tun, für deren Fehlermeldungen es keine unmittelbare Abhilfe gibt.

„Die Erfolgsaussichten der Fehlerdiagnose mit heutigen Softwaresystemen liegt bei rund 50 Prozent“, erklärt Professor Georg Spöttl, Sprecher des Instituts Technik und Bildung (ITB) der Universität Bremen. Zusammen mit dem Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) und dem Institut für theoretische Elektrotechnik und Mikroelektronik (ITEM) der Uni Bremen will das ITB jetzt mit Web 2.0-Technologien die Voraussetzungen für eine effektivere Diagnose von Fehlern an Kraftfahrzeugen schaffen, die mit der bisherigen geführten Fehlerdiagnose nicht lösbar sind.

„Unser Ziel ist es, eine innovative Diagnosesoftware zu entwickeln, die Fachexperten in den einzelnen Werkstätten über das Internet miteinander vernetzt und es ihnen ermöglicht gemeinsam Lösungen zu erarbeiten“, so Spöttl. Dadurch lassen sich Problemfälle schneller lösen und Diagnosekompetenzen ausbauen und sichern.

In der Praxis wird das Forschungsprojekt „Kollaboratives Diagnosenetzwerk für die Kfz-Servicearbeit“ (KODIN-Kfz) von renommierten Partnern wie dem Volkswagen Service Deutschland und der Kfz-Innung Hamburg erprobt. Weitere Partner sind Lux Personal & Kommunikation in München, das Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik (biat) der Universität Flensburg und der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union wird KODIN-Kfz mit knapp 1,2 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren gefördert.

Für die Erprobung des Projektes arbeiten die Bremer Wissenschaftler mit ihren Partnern zunächst in drei Gruppen: eine mit Problemlöseexperten der Volkswagen Werkstätten, eine Gruppe mit Spezialisten unabhängiger Werkstätten und eine im Rahmen der Ausbildung. Für alle drei Communities erarbeiten die Wissenschaftler eine innovative Software, die in den Werkstätten genutzt werden soll. „Mit Hilfe der Software sollen die Kfz-Fachleute in den drei Gruppen die Möglichkeit erhalten, Probleme gemeinsam mit Experten anderer Werkstätten über das Internet zu erarbeiten, um neue Lösungen für Herausforderungen zu finden, die unter Umständen selbst den Ingenieuren noch nicht bewusst sind“, so Spöttl. Nach mehreren Erprobungs-, Qualitätssicherungs- und Optimierungsphasen wird die neue Software den beteiligten Institutionen zur Verfügung gestellt.

Projekt bedeutet für Kfz-Mitarbeiter praxisnahe Weiterbildung

„Für die Mitarbeiter bedeutet KODIN-Kfz eine praxisnahe Weiterbildung. Der Service im Betrieb verbessert die Arbeitsqualität bei der Fehlersuche beziehungsweise -behebung und die Hersteller können die Diagnoseabläufe optimieren“, erläutert Professor Karl-Ludwig Krieger vom ITEM der Uni Bremen. „Die Werkstätten erhalten ein völlig neues ‚Werkzeug‘ an die Hand, mit dem sie ihre Wettbewerbsfähigkeit in Zukunft weiter stärken können.“

Achtung Redaktionen: In der Pressestelle erhalten Sie Fotos zur Illustration des Projekts. Kontakt unter Telefon: 0421 218-60150 oder presse@uni-bremen.de .

Weiter Informationen:

Universität Bremen
Institut Technik und Bildung (ITB)
Prof. Dr. Georg Spöttl
Telefon: 0421 218 - 66 270
E-Mail: spoettl@uni-bremen.de

Meike Mossig | idw
Weitere Informationen:
http://www.kodin-kfz.de/
http://www.itb.uni-bremen.de

Weitere Berichte zu: Fehlerdiagnose ITB ITEM KODIN-Kfz Kfz-Diagnose

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Hochschule Bochum und thyssenkrupp präsentieren Solar-Sportcoupé
06.07.2017 | Hochschule Bochum

nachricht Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit
28.06.2017 | Universität Stuttgart

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten