Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Drahtlose Kommunikation bald Standardausstattung im Fahrzeug

27.09.2004


Infineon und Volkswagen gehen bei Telefon-Integration ins Auto neue Wege


Infineon Technologies und Volkswagen haben gemeinsam ein Plattformkonzept für die drahtlose Telekommunikation und die Nutzung ortsbezogener Informationsdienste in Fahrzeugen entwickelt. Ziel der Zusammenarbeit war eine skalierbare Telefon- und Telematik-Plattform, die zum Preis einer bisherigen Telefoneinheit im Auto zusätzlich Telematikfunktionen bietet und damit die Nutzung moderner Informationsdienste, die bisher überwiegend den Oberklasse-Limousinen vorbehalten waren, in jeder Fahrzeugklasse erlaubt. Volkswagen und Infineon beabsichtigen die Plattform herstellerübergreifend zu vermarkten, indem sie interessierten Automobilherstellern und -zulieferern zur Verfügung gestellt wird. Insbesondere bei hochvolumigen Fahrzeugmodellen spart der Einbau einer möglichst industrieweit standardisierten Plattform Kosten in beträchtlichem Ausmaß. Die Differenzierung erfolgt durch die Anwendungs-Software, die angebotenen Funktionen, sowie durch ihre Bedienoberfläche und die Beibehaltung des fahrzeugspezifischen Innendesigns.

Durch die neue Plattform mit dem Projektnamen „Basis-Telematik-Einheit“ ist für die Nutzung des Mobiltelefons im Auto keine kabelgebundene Freisprecheinrichtung mehr notwendig. Per Bluetooth™ werden der Basis-Telematik-Einheit im Fahrzeug die Daten der SIM-Karte aus dem gewünschten Mobiltelefon eines Fahrzeugpassagiers zur Verfügung gestellt und automatisch alle Telefonate hierhin umgelenkt. SMS-Nachrichten, Telefonnummern oder Namen von Anrufern erscheinen im Display der Instrumententafel. Telefonnummern kann der Fahrer per Spracheingabe oder per Lenkradbedienung direkt anwählen. Möglich ist auch die fahrzeuginterne Fehlerdiagnose und die anschließende Fehlerweiterleitung per GSM-/ GPRS-Mobilfunk an die nächste Werkstatt sowie ein automatischer Pannen- und Hilferuf.


Das Gemeinschaftsprojekt mit Infineon ist Teil der Volkswagen-Elektronikstrategie. „Für Volkswagen als Automobilhersteller ist die Beherrschung der zunehmenden Komplexität elektronischer Komponenten ein wichtiges Ziel bei der Entwicklung zukunfts- und kundenorientierter Fahrzeugkonzepte. Volkswagen setzt auf die möglichst frühe Einbindung in den Entwicklungsprozess der Zulieferer und auf die Entwicklung von konzernweit wieder verwendbarer Software, die für nicht Marken prägende Umfänge im Sinne einer Kosten- und Risikooptimierung herstellerübergreifend genutzt werden sollte“, sagte Dr. Volkmar Tanneberger, Leiter der Entwicklung Funktionselektronik bei Volkswagen.

„Nur ein ganzheitlicher Ansatz garantiert ein stabiles Gesamtsystem Auto. Von der engeren Zusammenarbeit aller Automobilzulieferer mit den Automobilherstellern profitieren alle Beteiligten enorm, bauen gegenseitiges Verständnis und Know-how auf“, sagte Dr. Reinhard Ploss, Leiter des Geschäftsbereichs Automobil- und Industrieelektronik der Infineon Technologies AG. „Bei dieser Zusammenarbeit haben wir unsere umfassende Kompetenz im Automobil- und Kommunikationsbereich gebündelt und erfüllen mit unserer Hardware die strengen Anforderungen der Automobilbranche.“

Die Basis-Telematik-Einheit baut auf Infineons 32-Bit Chiparchitektur TriCore™ auf, die speziell für den Einsatz im Automobil entwickelt wurde. Zusätzlich brachte Infineon sein System-Know-how zur Verknüpfung verschiedener Kommunikationstechnologien ein. Die Basis-Telematik-Einheit enthält Infineons SingleStone-Modul für die Bluetooth-Anwendung, seinen GPS-Chipsatz für satellitengestützte Ortung und seine GSM-/GPRS-Chipsets für die Mobilkommunikation und den Internetzugang. Volkswagen entwickelte die Software-Architektur und die vollständige Software, die modular aufgebaut und wieder verwendbar ist. Die Nutzung standardisierter Schnittstellen und der Verzicht auf herstellerspezifische Software war hierbei Rahmenbedingung. Volkswagen integrierte die Einheit in das Fahrzeug entsprechend den eigenen Anforderungen an Elektrik, Mechanik, Design und Bedienführung.

Volkswagen wird die Basis-Telematik-Einheit ab dem Herbst 2004 in einem internen Flottenversuch testen. Die von Volkswagen und Infineon gemeinsam entwickelte skalierbare Telefonie-/Telematik-Plattform kann von interessierten Automobilherstellern und -zulieferern für eigene Produkte genutzt werden.

Infineon wird die Basis-Telematik-Einheit auf dem Fachkongress „International Automotive Electronics Congress“ (27.-29.09.2004, Hotel Novotel Paris Vaugirard) in Paris präsentieren.

Über Volkswagen

Der Volkswagen-Konzern mit Sitz in Wolfsburg ist einer der führenden Automobilhersteller weltweit und der größte Automobilproduzent Europas. Im Jahr 2003 steigerte der Konzern die Auslieferungen von Fahrzeugen an Kunden auf 5,015 Millionen (2002: 4,984 Millionen), das entspricht einem Pkw-Weltmarktanteil von 12,1 Prozent. In Westeuropa, dem größten Pkw-Markt der Welt, stammt fast jeder fünfte neue Pkw aus dem Volkswagen-Konzern. Der Umsatz des Konzerns erhöhte sich im Jahr 2003 leicht auf 87,2 Milliarden EUR (2002: 86,9 Milliarden EUR). Das Ergebnis nach Steuern betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 1,1 Milliarden EUR (2002: 2,6 Milliarden EUR). In elf Ländern Europas und in weiteren sieben Ländern Amerikas, Asiens und Afrikas betreibt der Konzern 45 Fertigungsstätten. Über 336.000 Beschäftigte produzieren an jedem Arbeitstag rund um den Globus mehr als 21.500 Fahrzeuge oder sind mit fahrzeugbezogenen Dienstleistungen befasst. Seine Fahrzeuge bietet der Volkswagen-Konzern in mehr als 150 Ländern an.

Über Infineon

Infineon Technologies AG, München, bietet Halbleiter- und Systemlösungen für die Automobil- und Industrieelektronik, für Anwendungen in der drahtgebundenen Kommunikation, sichere mobile Lösungen sowie Speicherbauelemente. Infineon ist weltweit tätig und steuert seine Aktivitäten in den USA aus San Jose, Kalifornien, im asiatisch-pazifischen Raum aus Singapur und in Japan aus Tokio. Mit weltweit rund 32.300 Mitarbeitern erzielte Infineon im Geschäftsjahr 2003 (Ende September) einen Umsatz von 6,15 Milliarden Euro. Das DAX-Unternehmen ist in Frankfurt und New York (NYSE) unter dem Symbol „IFX“ notiert.

Monika Sonntag | Infineon Technologies AG
Weitere Informationen:
http://www.infineon.com/automotive
http://www.volkswagen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit
28.06.2017 | Universität Stuttgart

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive