Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Car-to-X Framework: Anwendungen für vernetzte Fahrzeuge effizient entwickeln

25.09.2012
Auf dem ITS World Congress 2012 in Wien präsentieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK erstmals das von ihnen entwickelte Car-to-X Framework.

Mithilfe des am Stand B35 vorgestellten Prototypen können komplexe Car-to-X Applikationen wie kooperative Fahrerassistenzsysteme in kurzer Zeit entwickelt werden. Ziel ist eine effizientere Entwicklung von Anwendungen für vernetzte Fahrzeuge.


Das Car-to-X Framework besteht aus Softwarekomponenten, die flexibel miteinander kombiniert werden können.

Fraunhofer ESK

Bei der Fahrzeug-Umwelt-Vernetzung, der sog. Car-to-X Kommunikation, erhalten Fahrer genaue Informationen über die Umgebung, z. B. den Gegenverkehr und die aktuelle Straßenlage. Der Fahrer soll soweit über die Verkehrslage informiert werden, dass er unfallfrei und zügig an sein Ziel kommt. Außerdem soll der Verkehr so gelenkt werden, dass ein effizientes und sicheres Fahren möglich ist. Car-to-X Anwendungen wie Stauende-Warnungen, Abblendsysteme oder Grüne-Welle-Assistenten helfen dabei, die Verkehrssicherheit und -effizienz auf der Straße zu erhöhen.

Schnellere Entwicklung mit dem Car-to-X Framework

Um solche Applikationen für vernetzte Fahrzeuge unkompliziert und schnell zu entwickeln, hat die Fraunhofer ESK ein Car-to-X Framework entworfen. Das Car-to-X Framework besteht aus einzelnen Softwarekomponenten und ermöglicht eine schnelle Prototypenentwicklung – Rapid Prototyping – für kooperative Fahrerassistenzsysteme und intelligente Verkehrssysteme.

Die Wissenschaftler der Fraunhofer ESK haben dem Framework neben den reinen ETSI ITS-konformen Kommunikationsdiensten Softwarekomponenten für zusätzliche Funktionen hinzugefügt, was das Rapid Prototyping erst ermöglicht. So können mit dem Framework die Daten externer Sensoren wie GPS, Geschwindigkeit und Radar für die Car-to-X Anwendung genutzt werden. Digitale Kartendaten können genauso integriert werden wie zusätzliche dynamische Umgebungsinformationen. Im Softwarepaket sind auch sog. Facilities integriert. Facilities stellen eine Middleware-Schicht dar, die den Applikationen verschiedene Basisdienste bereitstellt, z. B. für eine exakte Positionsbestimmung des Fahrzeugs. Damit lassen sich Car-to-X Anwendungen, die u. a. zu einer höheren Sicherheit, zu weniger Spritverbrauch und zu kürzeren Fahrtzeiten führen, effizient implementieren.

Wurden bisher nur einzelne Softwarekomponenten angeboten, so enthält das Framework der Fraunhofer ESK ein umfassendes Softwarepaket, aus dem Entwickler je nach Anwendungsfall die benötigten Komponenten flexibel auswählen und kombinieren können. Das Softwarepaket kann um zusätzliche Komponenten erweitert werden. Anders als bei vielen anderen Herstellern ist das Framework zudem unabhängig von einer speziellen Hardware einsetzbar.

Premiere auf dem ITS World Congress

Auf dem ITS World Congress 2012 führen die Wissenschaftler den Besuchern drei prototypische Anwendungen vor, die mit dem Framework entwickelt worden sind. Der Besucher kann live mitverfolgen, wie nach einem simulierten Unfall Informationen auf dem Display eines Modellautos angezeigt werden, welche vor dem Unfall warnen. Zusätzlich wird in den Fahrzeugen der Umgebung angezeigt, aus welcher Richtung das Rettungsfahrzeug kommt, so dass diese eine Rettungsgasse bilden können. Außerdem wurde in einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit Volkswagen eine Anwendung entwickelt, die den Rettungskräften auf ihrem Tablet aktuelle Daten über ausgelöste Airbags sowie die Konstruktionspläne des in den Unfall verwickelten Fahrzeugs anzeigt.


Die Fraunhofer ESK forscht anwendungsorientiert an Verfahren und Methoden der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT). Damit unterstützen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Industrie in den Marktsegmenten Automobil und Verkehr, Energieversorgung, Automatisierung, Gebäude- und Sicherheitstechnik sowie Telekommunikation. Der Leiter der Fraunhofer ESK, Prof. Dr.-Ing. Rudi Knorr, ist seit 2006 auch Ordinarius für Kommunikationssysteme an der Universität Augsburg.

Für ihre Angebote greift die Fraunhofer ESK auf sechs Kernkompetenzen zurück, die das technologische Wissen der Einrichtung über die Geschäftsfelder Automotive, Industrial Communication und Telecommunication hinweg bündeln: Leitungsgebundene Übertragungstechnik, Lokale Funknetze, Zuverlässige Ethernet-/IP-Kommunikation, Adaptive Systeme, Modellbasierter Software-Entwurf und Absicherung und Multicore-Software.

Kontakt:
Susanne Baumer
Gruppenleiterin PR & Marketing
Fraunhofer ESK
Hansastraße 32, 80686 München
Email: susanne.baumer@esk.fraunhofer.de
Telefon: +49 89 547088-353

Susanne Baumer | Fraunhofer ESK
Weitere Informationen:
http://www.esk.fraunhofer.de
http://www.esk.fraunhofer.de/de/medien/pressemitteilungen/pm1208.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie