Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Blindflug unerwünscht - Abstandsregeltempomat von Siemens VDO erkennt Nebel und schlechte Sicht

06.04.2006
Siemens VDO hat einen Abstandsregeltempomaten (ACC) entwickelt, der den Fahrer bei schlechter Sicht vor zu geringem Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug warnen kann. Hierfür setzt der Automobilzulieferer auf einen optischen Sensor (LIDAR) mit besonders leistungsfähiger Auswertungselektronik. Im Rahmen von pro.pilot – dem Fahrerassistenzsystem-Netzwerk von Siemens VDO – ist der Einsatz der preisgünstigen Sensoren bereits 2008 auch in neuen Fahrzeugmodellen der Mittel- und Kompaktklasse realisierbar.
Schreckensszenario morgendliche Autobahnfahrt: Kolonnenverkehr bei hoher Geschwindigkeit und geringem Abstand. Eine Nebelbank reduziert die Sicht und nur mit Mühe kann der eigene Wagen noch vor dem Kontakt mit den Bremsleuchten des vorausfahrenden Wagens abgebremst werden. Glück gehabt! Noch passieren leider viel zu viele Unfälle, bei denen kritische Nebelsituationen zu spät vom Fahrer realisiert werden – oftmals mit tödlichen Folgen. Für ein komfortableres und sicheres Autofahren entwickelt Siemens VDO derzeit pro.pilot, ein Netzwerk von Fahrerassistenzsystemen. Pro.pilot sorgt für mehr Komfort und Sicherheit für den Fahrer und macht ihn frühzeitig auf Unfallgefahren aufmerksam. Ein Bestandteil von pro.pilot ist ein auf LIDAR-Sensoren (LIght Detection And Ranging) basierender Abstandsregeltempomat (ACC). Der LIDAR-Sensor kann im Gegensatz zu einem Radar-Sensor Regen, Nebel, Schnee oder Gischt erkennen. Je nach Fahrerwunsch reduziert die Elektronik bei schlechter Sicht die Geschwindigkeit und vergrößert den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug.

Der LIDAR-Sensor von Siemens VDO besteht aus Infrarotstrahlern, einer Photodiode als Empfänger des unsichtbaren Infrarotlichts und der Auswertungselektronik. Der Sensor führt eine Laufzeitmessung der ausgesendeten Infrarotstrahlen durch. Gemessen wird die Zeit, die das Licht vom Sensor bis hin zum vorausfahrenden Fahrzeug und wieder zurück benötigt. Die Elektronik berechnet aus den Laufzeiten den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Das gewonnene elektronische Bild reicht zur Unterscheidung von Objekten. So lassen sich andere Pkw, Lkw oder Motorräder von feststehenden Objekten unterscheiden. Da der LIDAR-Sensor auf einer dem sichtbaren Licht ähnlichen Wellenlänge arbeitet, kann er witterungsbedingte Sichteinschränkungen erkennen. Hierauf basiert die Fahrerwarnung und die Geschwindigkeitsanpassung.

Bis heute finden sich Abstandsregeltempomaten fast ausschließlich in Fahrzeugen der Oberklasse. Teure Radar-Sensoren ohne Sichtweitenmessung dienen hier dem ACC als Datenquelle. Siemens VDO verfolgt das Ziel, für die alle Fahrzeugklassen Assistenzsysteme verfügbar zu machen. Daher wurde bereits im Jahr 2003 damit begonnen, die im Vergleich zur Radar-Sensorik sehr viel günstigere LIDAR-Sensorik für den Einsatz in allen Pkws zur Serienreife zu entwickeln.

In der Anwendung unterscheidet sich das LIDAR-basierte ACC mit einer Reichweite von 250 Metern ansonsten nicht von den bereits verfügbaren Radarsystemen aus der Oberklasse: Der Fahrer bestimmt die gewünschte Tempomatgeschwindigkeit, woraufhin der Wagen diese Geschwindigkeit so lange hält, bis das System einen anderen Verkehrsteilnehmer auf der eigenen Spur erkennt. Dann wird die Geschwindigkeit soweit reduziert, dass ein im Vorfeld eingestellter Sicherheitsabstand eingehalten wird. Dieser Sicherheitsabstand orientiert sich nicht an einer absoluten Entfernung, sondern wird automatisch an die gefahrene Geschwindigkeit angepasst.

Als Systemlieferant im Bereich der Fahrerassistenz sieht Siemens VDO neben der elektronischen Erkennung und Auswertung des Fahrzeugumfelds die wichtigste Entwicklungsaufgabe in der komfortablen Interaktion zwischen Fahrer und System. Die Mensch-Maschine-Schnittstelle wird darüber entscheiden, ob Fahrerassistenzsysteme vom Autofahrer tatsächlich angenommen werden und so Unfälle verhindern können.

Über Siemens VDO

Siemens VDO Automotive ist einer der weltweit führenden Automobilzulieferer für Elektronik und Mechatronik. Der zur Siemens AG gehörende Bereich erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2005 (30.9.2005) einen Umsatz von 9,6 Milliarden Euro.

Enno Pflug | Siemens AG
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com
http://www.siemensvdo.com

Weitere Berichte zu: ACC Abstandsregeltempomat LIDAR-Sensor

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leuchtende Mikropartikel unter Extrembedingungen
28.02.2017 | Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften