Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Autoteile aus Kokosnuss-Schalen

08.01.2009
Neue Technologie: Nachwachsender Rohstoff als Kunststoffersatz

Auf der Suche nach billigen Bestandteilen für Autos sind Wissenschaftler der texanischen Baylor University auf Produkte aus Kokosnüssen gestoßen. Damit könnten in Zukunft Bewohner ärmerer Regionen einen wesentlichen Anteil an der Autoherstellung leisten und bisher synthetische Polyesterteile durch nachwachsende Rohstoffe ersetzt werden. Den Forschern der Universität ist es gelungen, eine kostengünstige Technologie zur Weiterverarbeitung von Kokosnüssen zu entwickeln.

Auf den Inseln im Pazifik dient die Kokospalme als hervorragende Nahrungs- und Rohstoffquelle, bei der sich fast alles nutzen lässt: Die Früchte liefern eine gehaltvolle Nahrung und werden als Getränk - sowohl roh als auch vergoren - genutzt. Das Holz dient als Baumaterial für Hütten, die Blätter als Dachbedeckung, die Fasern zum Flechten von Hauswänden, Körben, Matten sowie zur Herstellung von Seilen und die trockenen Kokosnussschalen als Brennstoffe. Auf den Philippinen wird Biodiesel aus Kokosöl in Form von Kokosnuss-Methylester bereits in großem Maße produziert. Die texanischen Forscher haben nun allerdings eine weitere Nutzungsmöglichkeit entdeckt. Die Fasern können zu Verkleidungen in Autotüren oder als Kofferraumwannen sowie Bodenabdeckungen verarbeitet werden.

"Da Kokospalmen, die ursprünglich von den Inseln im Pazifik kommen, in vielen tropischen Regionen in großer Zahl wachsen, wäre ein solcher Einsatz sinnvoll. Zudem ist der Rohstoff sehr billig", meint Studienleiter Walter Bradley. Insgesamt gibt es nach Schätzungen von Experten etwa elf Mio. Kokosnuss-Bauern. Sie erwirtschaften jährlich pro Kopf etwa 500 Dollar. Würde diese Technologie Fuß fassen, könnte der Verkaufspreis pro Nuss auf 0,3 Dollar steigen, was wiederum einen substanziellen Effekt auf die Lebensqualität der Bauern haben würde. "Ein Hauptinteresse wäre es, einen existenzfähigen Markt für die armen Kokos-Bauern zu schaffen", meint der Wissenschaftler. Ein Ziel sei es daher, die Nachfrage nach den Nüssen zu steigern und dadurch den Marktwert zu heben."

Geht es lediglich um die Materialeigenschaften, schneidet das Naturprodukt mindestens gleich gut, wenn nicht sogar besser ab, kommen die Forscher zum Schluss. "Die Kokosfasern sind um einiges günstiger als andere vergleichbare Fasern. Außerdem ist die Verwendung umweltfreundlich, da die Schalen sonst vielfach als Abfall weggeworfen werden." Als weiterer Vorteil zeigte sich der Umstand, dass Kokosfasern nicht gut brennen und zudem keine giftigen Dämpfe an die Umwelt abgeben. "Auch das ist für die Anwendung in Fahrzeugen besonders wichtig", so der Forscher abschließend.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.baylor.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Leichtbauteile für die Automobilindustrie schnell und günstig fertigen
16.11.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Kabeleigenschaften schnell und einfach bestimmen
02.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bakterien als Schrittmacher des Darms

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Ozeanversauerung schädigt Miesmuscheln im Frühstadium

22.11.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die gefrorenen Küsten der Arktis: Ein Lebensraum schmilzt davon

22.11.2017 | Geowissenschaften