Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Autoklimaanlagen wirken sich auf Schadstoffemissionen und Spritverbauch aus

22.05.2006
Dass eine Klimaanlage Energie benötigt, um angenehme Kühle zu verschaffen, ist kein Geheimnis. Bei eingeschalteter Klimaanlage verbrauchen Autos also mehr Sprit. Doch wie viel, das war bislang unklar. Daher haben Empa-Fachleute sechs Benzin-Personenwagen mit oder ohne Kühlung unter hochsommerlichen Bedingungen gemessen. Je nach Hitze und Verkehrsbedingungen kann eine Klimaanlage den Verbrauch um bis zu 30 Prozent ansteigen lassen, fanden die Empa-Forscher.

Die sechs getesteten Personenwagen entsprachen alle der Euro-3-Abgasnorm und reichten vom Kleinwagen mit 64 kW bis zu einer sportlichen Leistung von 187 kW. Tendenziell, so fand das Empa-Team um Martin Weilenmann, verbrauchen Klimaanlagen umso mehr Sprit je heisser es ist. Kein Wunder auch, dass direkte Sonneneinstrahlung den Benzinverbrauch - und die Emissionen der Abgase wie Kohlendioxid CO2 oder der giftigen Stickoxide NOx - nach oben drückt. Dabei wirkt sich der (prozentuale) Mehrverbrauch bei schwächeren Autos generell stärker aus als bei stärkeren Motoren. Am meisten "schluckten" die Klimaanlagen bei Hitze im Stadtverkehr.

Um den (Mehr-)Verbrauch der Autos unter verschiedenen Bedingungen zu messen, liess Weilenmanns Team buchstäblich die Sonne ins Haus - allerdings eine künstliche. Die Testanlage wurde auf sommerliche 30 Grad beheizt, starke Strahler simulierten das Sonnenlicht. Dann mussten die getesteten Autos verschiedene Fahrzyklen absolvieren, etwa den pulsierenden Verkehr in der Stadt oder eine Autobahnfahrt mit gleichmässiger Geschwindigkeit. Aus den Abgasmessungen berechneten die Empa-Experten dann den Benzinverbrauch.

Ergebnis: Bei sommerlichen 30 Grad führen eingeschaltete Klimaanlagen im Stadtverkehr zu einem Mehrverbrauch von zwischen 1.8 und 3.7 Liter pro 100 Kilometer. Dies entspricht bei den getesteten Fahrzeugtypen einem Mehrverbrauch von 14 bis 30 Prozent. Auf der Autobahn waren dies immerhin noch 0.3 bis 1 Liter pro 100 Kilometer oder zwischen 3 bis 13 Prozent. "Dass Klimaanlagen zu einem Mehrverbrauch führen, war klar. Aber das Ausmass hat uns dann doch überrascht", sagt Weilenmann.

Doch damit nicht genug: Auch bei moderaten 13 Grad und eingeschalteter Klimaanlage verbrauchen die Autos innerorts mehr Kraftstoff, immerhin noch zwischen 1 und 1.3 Liter pro 100 Kilometer (entspricht einem Mehrverbrauch von rund 8 Prozent). Dies deshalb, weil die Luft mit der Klimaanlage entfeuchtet wird, um eventuell anlaufende Scheiben zu trocknen.
Weitere Informationen:
Dr. Martin Weilenmann, Abt. Verbrennungsmotoren, +41 44 823 46 79, martin.weilenmann@empa.ch

Sabine Voser | idw
Weitere Informationen:
http://www.empa.ch
http://www.empa-akademie.ch
http://www.wdr.de/tv/markt/service/download/060516-Klima-Ergebnisse.pdf

Weitere Berichte zu: Benzinverbrauch Mehrverbrauch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Verbesserte Leistung dank halbiertem Gewicht
24.07.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Hochschule Bochum und thyssenkrupp präsentieren Solar-Sportcoupé
06.07.2017 | Hochschule Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops