Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Autobranche setzt Hoffnungen auf Asien

01.01.2004


Immer mehr internationale Automobilhersteller und -zulieferer setzen ihre Hoffnungen auf den asiatischen Markt. So sind inzwischen schon 90 Prozent der Top-Manager (Vorjahr: 66 Prozent) davon überzeugt, dass in den kommenden fünf Jahren vor allem in Asien die Nachfrage nach Autos steigt. Fast ebenso viele Experten (85 Prozent) erwarten für denselben Zeitraum, dass in Asien neue Produktionsstätten entstehen werden. Das hat eine KPMG-Umfrage unter mehr als 100 Top- Managern von Automobilherstellern und -zulieferern im Oktober/November 2003 ergeben.


2003 schlimmstes Jahr - Zeichen stehen jetzt auf Erholung

Die Mehrheit der Automanager (57 Prozent) geht davon aus, frühestens ab 2006 wieder Rekordwerte erwirtschaften und damit zur vollen Profitabilität zurückkehren zu können. Eine solche Drei-Jahres- Perspektive zieht sich wie ein roter Faden durch die entsprechenden Umfragen der Vorjahre und überrascht deshalb nicht.


Hans-Dieter Krauss, Segment-Leiter Automotive bei KPMG in Deutschland: "In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Vorstände und Geschäftsführer generell zurückhaltend, wenn es um Profitprognosen geht. Neu ist in diesem Jahr aber, dass über die Hälfte der Befragten meint, mit 2003 das schlimmste Geschäftsjahr im Zeitraum 2000-2005 hinter sich zu haben. Alles deutet auf eine jetzt einsetzende Phase der Erholung hin."

Mehr Fusionen und Akquisitionen

Die Konsolidierung innerhalb der Branche wird nach Ansicht der Experten fortschreiten. Auch hier sehen die meisten Top-Manager (73 Prozent) Asien an der Spitze. 60 Prozent halten Konsolidierungen für Europa und die Hälfte für Nordamerika wahrscheinlich. Wesentliche Ursachen sind Kostendruck und mangelnde Profitabilität (jeweils 92 Prozent) sowie der Zugang zu neuen Märkten (83 Prozent). Allerdings scheinen die Unternehmen ihre Lust an strategischen Allianzen verloren zu haben. Waren 2002 noch fast drei Viertel (72 Prozent) der Vorstände und Geschäftsführer der Meinung, strategische Allianzen seien wichtiger als Fusionen und Akquisitionen, ist es inzwischen nur noch etwas mehr als die Hälfte (55 Prozent).

Marktanteile: Asien vorn

Im Rennen um die künftigen Marktanteile liegen die asiatischen Hersteller an der Spitze. So gehen 80 Prozent der Befragten davon aus, dass asiatische Autoproduzenten ihren weltweiten Marktanteil in den kommenden fünf Jahren ausbauen werden. Leidtragende dürften in erster Linie die US-amerikanischen Konkurrenten sein: Über die Hälfte der Branchenentscheider in aller Welt sagt, dass deren Marktanteil bis 2008 abnehmen wird. Für die europäischen Automarken erwarten nur noch 38 Prozent der befragten Top-Manager einen wachsenden Marktanteil (Vorjahr: 47 Prozent), rund die Hälfte (49 Prozent) geht davon aus, dass dieser sich nicht verändert.

Hans-Dieter Krauss: "Offenbar sind die Zeiten vorbei, in denen die europäischen Hersteller von der bereits in den Vorjahren festzustellenden Marktschwäche der Amerikaner profitieren konnten. Jetzt sind die asiatischen Marken eindeutig auf der Überholspur. Sie sind in der Lage, schnell das richtige Produkt auf den Markt zu bringen und haben frühzeitig Produktionsmethoden entwickelt, die es ihnen ermöglichen, sich rechtzeitig auf veränderte Kundenwünsche einzustellen."

Kundenwünsche: Hohe Qualität und Sicherheit, niedriger Preis und Verbrauch

Nach Überzeugung der befragten Top-Manager sind Qualität (90 Prozent), Sicherheit (87 Prozent) und Preis sowie der Benzinverbrauch eines Autos (jeweils 78 Prozent) in den kommenden fünf Jahren die wichtigsten Kriterien der Kunden für eine Kaufent- scheidung. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass die Bedeutung des Benzinverbrauchs im Vorjahr erst 58 Prozent der Befragten als besonders wichtig ein-schätzten. Außerdem bestehen große regionale Unterschiede: Während nicht einmal jeder siebte US- Manager (13 Prozent) dem niedrigen Benzinverbrauch Bedeutung für die Attraktivität eines Fahrzeugs beimisst, ist es außerhalb der USA bereits jeder zweite (47 Prozent).

Marita Reuter | KPMG AG
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.de

Weitere Berichte zu: Benzinverbrauch Konsolidierung Profitabilität Top-Manager

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht Verbesserte Leistung dank halbiertem Gewicht
24.07.2017 | Technische Universität Chemnitz

nachricht Hochschule Bochum und thyssenkrupp präsentieren Solar-Sportcoupé
06.07.2017 | Hochschule Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie