Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auto der Zukunft wird auch in Ulm entwickelt

30.03.2009
Uni-Präsident Ebeling: Langer Atem bei Elektrochemie jetzt belohnt

"Ulm wird bei der Entwicklung der Autos der Zukunft eine zentrale Rolle spielen", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan am Freitag bei einer Pressekonferenz an der Universität Ulm.

"Stadt und Region werden zu einem Spitzenstandort für die Elektromobilität der Zukunft." Dabei sei das Ulmer Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) ein wichtiger Partner in der jetzt gestarteten Innovationsallianz zur Entwicklung modernster Lithium-Ionen-Batterien, "dem Herzstück künftiger Elektrofahrzeuge".

Exzellente Rahmenbedingungen für Lehre und Forschung sollen dazu beitragen, "am Standort Ulm die besten Forscher und Entwickler auszubilden". Mindestens zehn Millionen Euro will das Bundesforschungsministerium (BMBF) dafür in Ulm investieren, weitere 15 Millionen Euro soll das Verkehrsministerium des Bundes beisteuern.

Ziel der vom BMBF gemeinsam mit Partnern aus der Industrie vereinbarten "Innovationsallianz Lithium-Ionen-Batterie" ist die Entwicklung der zweiten Generation leistungsfähiger und vor allem bezahlbarer Batterien bis zum Jahr 2015. "Signifikant verbessert" werden sollen dabei Professorin Schavan zufolge Lebensdauer, Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Batterien. Nötig dazu seien neue Materialien, Komponenten und Fertigungstechnologien für Batteriezellen, zudem will das Ministerium die Integration der Zellen in ein Batteriesystem sowie die Integration der Batterie in die Anwendung, das Auto der Zukunft also, fördern.

"Das ist ein Glücksfall für Ulm", freute sich Uni-Präsident Professor Karl Ebeling nicht ohne Stolz auf Weitblick und langen Atem der Universität. Schließlich habe sie ihre Elektrochemie und deren Lehrstühle seit den 80er-Jahren gepflegt. "Allerdings haben wir 1989 noch nicht gewusst, dass sich diese zur Schlüsseltechnologie entwickeln würde." Im Vorjahr dagegen schon.

Da habe die Uni Ulm mit Blick auf zukunftsträchtige Ausbildungsangebote den internationalen Masterstudiengang "Energy Science and Technology" eingerichtet, "prädestiniert gewissermaßen für die Ausbildung junger Leute zur Mitarbeit an diesem gewaltigen Projekt". Überdies werde die Uni eine derzeit vakante Chemie-Professur auf die Elektrochemie ausrichten und einen weiteren Lehrstuhl dafür ausschreiben. "Das wird ein zentraler Schwerpunkt in der Universitätsentwicklung", so Ebeling.

Große Freude auch bei ZSW-Vorstand Professor Werner Tillmetz: "Für uns gehen damit viele Träume in Erfüllung." Das ZSW sei darauf vorbereitet. "Kein anderes Institut hat diese Breite im Forschungskonzept von der Materialforschung über Zelltechnologie bis zu Sicherheitstests." Zudem verfüge das ZSW über das europaweit größte unabhängige Entwicklungs- und Testzentrum für Hochleistungsbatterien und Brennstoffzellen.

"Und kein anderes Institut hat in 20 Jahren Industriekooperation so viel Praxiserfahrung erworben." Belegt auch durch Zahlen: "Mehr als 80 Prozent unseres Budgets bestehen aus Drittmitteln", so Tillmetz. Nur: Ungeachtet einer weltweit anerkannten Tradition ("die besten Elektrochemiker kommen aus Deutschland, die Brennstoffzellen in den Space Shuttles auch") habe die Disziplin "eine lange Flaute" hinter sich, leide am Nachwuchsmangel. "Elektrochemiker sind in der Industrie die gefragtesten Leute. Das ZSW selbst holt Personal aus dem Ausland", erklärte der Sprecher des Nationalen Strategierates Wasserstoff Brennstoffzellen, auch Mitglied der Expertengruppe "Energie" der EU-Kommission.

"Hoch qualifizierte Fachkräfte sind knapp. Deutschland hat in den letzten Jahren umfangreiche Kompetenzen in der Elektrochemie verloren, da das Thema bei der Besetzung vieler Lehrstühle nicht an oberster Priorität stand", hatte das BMBF ebenfalls festgestellt.

"Aber jetzt passiert etwas", sagte Professor Tillmetz, "jetzt haben wir die einmalige Chance, unsere Kompetenzen auf diesem Gebiet auszubauen".

Weitere Informationen:
Präsident Prof. Dr. Karl Joachim Ebeling,
Tel. 0731/50-22001

Willi Baur | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Automotive:

nachricht IHP-Forschungsteam verbessert Zuverlässigkeit beim automatisierten Fahren
22.02.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

nachricht Das erste fliegende Auto kommt 2018
13.02.2017 | PAL-V International B.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Automotive >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

New pop-up strategy inspired by cuts, not folds

27.02.2017 | Materials Sciences

Sandia uses confined nanoparticles to improve hydrogen storage materials performance

27.02.2017 | Interdisciplinary Research

Decoding the genome's cryptic language

27.02.2017 | Life Sciences