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Weltgrößte Brücke soll Sizilien mit Festland verbinden

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08.01.2010

Sechs Jahre Bauzeit und 6,3 Mrd. Euro für Megaprojekt veranschlagt

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Die für die Abwicklung des Brückenprojektes an der Meerenge von Messina zuständige Stretto di Messina SpA hat mit den vorbereitenden Arbeiten für die Festlandanbindung von Sizilien begonnen. Mit einer Hauptspannweite von 3.300 Metern gilt die geplante Hängebrücke als die bisher größte der Welt. Durch sie wird es nun möglich, mit dem Auto oder der Bahn durchgehend von Kopenhagen bis Palermo ohne Wechsel des Verkehrsträgers zu fahren.


Vorerst handelt es sich um bauliche Maßnahmen, die die notwendige Trassenverlegung der Bahnzufahrt auf der kalabrischen Seite bei Cannitello betreffen. Erst Ende des Jahres kann mit der Errichtung der eigentlichen Brückenstruktur begonnen werden. Das auf eine Ausgabensumme von insgesamt 6,3 Mrd. Euro veranschlagte Großbauwerk wird in 65 Metern Fahrhöhe auf 60 Metern Breite sechs Autofahrspuren, zwei Bahngleise und zwei Wartungsstreifen beherbergen.

Sechs Jahre Bauzeit

Aufgehängt wird das insgesamt 3.666 Meter lange Brückendeck an zwei 382,6 Meter hohen Tragpfeilern, die durch vier Stahlkabelstränge mit 1,24 Metern Durchmesser auf 5.300 Metern Gesamtlänge miteinander verstrebt werden. Die insgesamt 66.100 Tonnen schwere Konstruktion soll Windgeschwindigkeiten bis 216 Stundenkilometer und Erdbeben bis 7,1 Punkte der Richter-Skala aushalten. Fertiggestellt wird die Messina-Brücke voraussichtlich Ende 2016 und soll Anfang 2017 ihrer Bestimmung übergeben werden.

Pietro Ciucci, Haupgeschäftsführer der Stretto di Messina SpA, ist überzeugt: "Die Brücke steht keinesfalls in Konkurrenz zu anderen Verkehrsträgern, sondern bildet den Lückenschluss zu einem modernen, integrierten Transportsystem mit einer Kapazität von täglich 140.000 Fahrzeugen sowie 200 Zügen. Für den Autofahrer bedeutet sie gegenüber der bisherigen Beförderung mit dem Fährschiff eine Zeitersparnis von 40 Minuten und für den Bahnreisenden eine Verkürzung um 92 Minuten.

Brückengegner befürchten Vorteil für Mafia

Doch an Gegnern für das von der Berlusconi-Regierung durchgesetzte Vorhaben fehlt es kaum. Neben dem hohen finanziellen Aufwand wird vor allem der zu erwartende volkswirtschaftliche Nutzen und die von ihm ausgehenden landschaftsbeeinträchtigenden Auswirkungen bemängelt. Gleichzeitig besteht die Befürchtung, dass die Durchführung vor allem dem organisierten Verbrechen zugute kommt.

Argumentiert wird außerdem mit der in der Region allgegenwärtigen Erdbebengefahr, die von der Nähe der afrikanischen zur europäischen Kontinentalplatte ausgeht. Noch nicht geklärt sei schließlich auch die Aufbringung der notwendigen Gelder, da das Finanzierungsmodell eine 60-prozentige Beteiligung durch private Kapitalgeber vorsehe und diese noch nicht ermittelt seien.

Erste Projekte bereits 1870 angedacht

Die Errichtung einer Festlandverbindung an der Meerenge von Messina hat eine lange Vorgeschichte. Bereits 1870 schlug der italienische Ingenieur Carlo Navone den Bau einer Tunnelröhre vor. Die ersten Brückenprojekte wurden 1950 von David Steinmann und 1957 von dem Architekten Armando Brasini entworfen. Konkrete Formen angenommen hat das Großbauwerk 1969, als im Zuge eines Architektenwettbewerbs unter insgesamt 143 Vorschlägen eine an zwei Pylonen aufgehängte Brücke als die am besten geeignete Lösung ausgesucht wurde. Als Projektträgerin wurde im Jahre 1981 die Stretto di Messina SpA gegründet, die schließlich im Jahre 2005 ein Baukonsortium unter Federführung der italienischen Impregilo SpA mit der Durchführung beauftragte.

Harald Jung | Quelle: pressetext.austria
Weitere Informationen: www.pontedimessina.it

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