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Während der Wanderung können die Pilger in so genannten Pilgerherbergen übernachten, in denen sie jeweils eine Nacht kostenlos schlafen dürfen. Wie diese Sammelunterkünfte gestaltet werden könnten, um den besonderen Bedürfnissen gerecht zu werden, erarbeitete die Diplom-Ingenieurin für Architektur Nina Walters in ihrer Diplom-Arbeit an der Fachhochschule Dortmund, die Prof. Jean Flammang betreute.
Bei aller Unterschiedlichkeit erfahren viele Pilger ähnliche Stufen der Veränderung auf dem Pilgerweg. Zu Beginn etwas chaotisch und unsicher, ob die eigenen Erwartungen zu erfüllen sind. Mitten auf dem Weg eine Art Routine des Wanderns. Und am Schluss, nach Erreichen des Ziels, das Ausspähen neuer Perspektiven. Diese Stationen erkannte zumindest Nina Walters, als sie sich mit dem Jakobsweg in Spanien beschäftigte. Und passte an diese inneren Stationen die Pilgerherbergen an, die sie als fiktives Projekt im Rahmen ihrer Diplomarbeit plante. Architektonisch sind alle drei Pilgerherbergen auf das Wesentliche reduziert. Dies spiegelt sich auch in den geradwinkligen Formen und in der Verwendung von grobem Sichtbeton wieder.
Für eine frühe Etappe in Roncesvalles in den Pyrenäen entwarf sie ein Gebäude, das wie aus einzelnen Quadern zusammengesetzt erscheint. Damit versinnbildlicht die 24-Jährige die ungleichen Gemütsverfassungen der Pilger auf den frühen Etappen. Fenster öffnen sich vor allem auf die angelegten Innenhöfe, so der Entwurf, damit der Pilger bei der Besinnung auf sich selbst nicht abgelenkt wird, nur wenige Fenster erlauben einen Blick auf die nächste Etappe. 40 Pilger könnten in dieser Herberge Unterkunft finden, außerdem sind Küchen und Gemeinschaftsräume vorgesehen sowie ein Raum für den Rückzug in die Stille.
"In meiner zweiten Herberge wollte ich meine Pilger stapeln, im übertragenen Sinne", erläutert Nina Walters, "wie die Steinmännchen, die am Wegesrand aufgeschichtet werden." Und so entwarf sie einen Turm, der als Landmarke in der Ebene bei Cervatos de las Cueza stehen könnte. Aus vier Gebäudeteilen bestehend, die über äußere und innere Treppengänge verbunden sind, hat sie einen Komplex entwickelt, in dem jede der zehn Etagen mit jeweils zwei Raumhöhen so in einander verschachtelt sind, dass Durchblicke durch das Gebäude die Landschaft in alle Richtungen einbeziehen. Die angehende Architektin hat dabei sowohl baurechtliche Details wie zum Beispiel Fluchtwege bedacht, als auch verschiedene inhaltliche Querbezüge zur spirituellen Reise eingeplant: Mit der heiligen Zahl Zwölf bezifferte sie die Betten in jedem Schlafsaal, und in der Form der Acht bewegt sich der Pilger beim Aufstieg in die oberen Etagen. Von der obersten Aussichtsetage eröffnet sich der Blick auf die bereits zurückgelegte Strecke, aber auch auf das, was noch vor dem Pilger liegt.
Der Blick in die Zukunft war auch der leitende Gedanke für die letzte Pilgerherberge, die sogar noch hinter dem eigentlichen Ziel in Santiago de Compostela liegt, denn einige Pilger führen ihren Weg noch bis zur Küste fort. Und dorthin, ans Cap Finisterre, das "Ende der Welt" verlegte die Architektur-Studentin ihre letzte Herberge. In die Klippen eingelassen plante sie hier separate Einzelunterkünfte, um den Pilger für das Erreichte mit bescheidenem Luxus zu belohnen. Mit dem Blick auf nichts als den Horizont kann hier der zukünftige ehemalige Pilger ausruhen und seine nächsten persönlichen Ziele erkennen - so unterschiedlich sie sein mögen.
Cornelia von Soosten | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.fh-dortmund.de
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