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„Davon wird der der überwiegende Teil der Bürger profitieren. Der Begriff Regensteuer ist Quatsch und sollte nicht verwendet werden“, meint Prof. Dr. Wolfgang Dickhaut, Leiter der Arbeitsgruppe Nachhaltige Stadt- und Infrastrukturplanung. „Bei der gesplitteten Abwassergebühr handelt es sich um kein neues Instrument, um den Bürgern Geld aus der Tasche zu ziehen.“
Vielmehr gehe es um eine gerechtere, da verursacherbezogene Verteilung der enormen Kosten, die die Ableitung des Regenwassers von immer mehr versiegelten Flächen in Hamburg mit sich bringe. Auf mittlere bis lange Sicht müsste man eher von einer Segensteuer sprechen, denn Schäden durch Überschwemmungen würden verringert und auch die Umwelt gewinne, ergänzt der Fachmann.
Im Projekt SAWA (Strategical Alliance for integrated Water Management Actions) untersuchen die Experten der HCU, wie im Einzugsgebiet des Stadtbaches Wandse Schäden durch Hochwasser vermieden werden können. Sie nehmen dazu Maßnahmen unter die Lupe, die gleichzeitig die ökologische Qualität des Baches aufwerten können, der durch Rahlstedt, Tonndorf und Wandsbek fließt und im Eilbekkanal in die Außenalster mündet.
„Die gesplittete Abwassergebühr kann dazu beitragen, dass künftig weniger Flächen versiegelt werden oder gar versiegelte Flächen vom Kanalnetz abgekoppelt werden.“ Nach Untersuchung der HCU könnte das Niederschlagswasser auf dem überwiegenden Teil der Grundstücke im Einzugsgebiet der Wandse versickert werden - so könnten die Eigentümer ihre Regenwassergebühr weiter verringern oder ganz sparen. Der neue Gebührenmaßstab setze nun auch in Hamburg einen finanziellen Anreiz, Anlagen zur Versickerung oder Verdunstung von Regenwasser zu errichten.
Tobias Ernst, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Arbeitsgruppe, fasst zusammen, wie die Flächenversiegelung der Stadt schadet. „Durch die Trennkanalisation wird das Wasser von den überbauten Flächen der Stadt sehr schnell in die Wandse und ihre Nebengewässer abgeleitet. Bei extremen Niederschlägen kann es zu Überschwemmungen kommen, die Schäden an Autos oder Gebäuden nach sich ziehen.“ Der beschleunigte Abfluss des Regenwassers führe aber auch zu einer Verarmung der Lebensgemeinschaften in den Bächen, weil durch die Hochwässer Tiere wie Insektenlarven, Muscheln und Schnecken weggespült oder gar getötet würden. Die EU-Wasserrahmenrichtlinie verpflichte Hamburg dagegen vorzugehen.
Die HafenCity Universität Hamburg ist als Universität für Baukunst und Metropolenentwicklung europaweit einzigartig. Sie richtet Lehre und Forschung auf die Zukunft von Metropolen aus. Die Arbeitsgruppe Nachhaltige Stadt- und Infrastrukturplanung arbeitet an Konzepten zum Umgang mit Wasser in der Stadt und wie Hamburg fit für den Klimawandel gemacht werden kann.
Im Interreg IVb Projekt SAWA (Strategical Alliance for integrated Water Management Actions www.sawa-project.eu) entwickeln 22 Partnerinstitutionen aus 5 Nordseeanrainerstaaten Strategien zur Vermeidung von Hochwasserschäden und Förderung naturnaher Gewässer.
Kontakt Projekt:
Prof. Dr. Wolfgang Dickhaut
HafenCity Universität Hamburg
Tel: 040/42827-5095
oder Tobias Ernst 040/42827-5347
Rückfragen und Kontakt zum Präsidium der HCU:
Mechtild Freiin v. Münchhausen
HafenCity Universität Hamburg
Leiterin des Referats für Kommunikation
(0)40 – 4 28 27-27 30
Mechtild.vonMuenchhausen@hcu-hamburg.de
Mechtild Freiin v. Münchhausen | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.hcu-hamburg.de
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