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Besonders kräftig wuchsen München (+120.000) Dresden (+45.000), Berlin (+38.000), Stuttgart (+35.000), Köln (+30.000) und Hamburg (+24.000). Das ist das Ergebnis einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Die Bonner Forscher haben für die Analyse kommunalstatistische Daten von 85 Städten bis auf Stadtteilebene ausgewertet.
„Der Blick auf die stark wachsenden Großstädte zeigt: Die räumliche Nähe von Firmen und Forschungseinrichtungen fördert Innovationen und Wissenstransfer, sorgt für mehr Unternehmensansiedlungen und damit wirtschaftliches Wachstum. Die Großstädte locken vor allem gut ausgebildete Beschäftigte und Freiberufler an, für die neben dem Beruf auch die Lebensqualität der Städte entscheidend ist“, sagt Stadtsoziologe Jürgen Göddecke-Stellmann, der im BBSR die Studie geleitet hat.
Die positive Bevölkerungsentwicklung vieler Großstädte ist auch Folge der Revitalisierung innerstädtischer Lagen. Der wirtschaftliche Strukturwandel, die Konversion militärisch genutzter Flächen und nicht mehr benötigte Verkehrsinfrastruktur haben in den Städten Flächen für neue Stadtquartiere entstehen lassen. Beispiele dafür sind die HafenCity in Hamburg, die Rummelsburger Bucht in Berlin, das Phoenix Areal in Dortmund, der Layenhof in Mainz oder das Vauban-Viertel in Freiburg. Das BBSR hat mehr als 180 solcher Quartiere identifiziert.
Neben den starken Wirtschaftzentren, die hochqualifizierte Beschäftigte anziehen, gibt es aber auch weniger strukturstarke Großstädte, die schrumpfen. Die zehn am stärksten schrumpfenden Städte haben zwischen 2002 und 2009 etwa 160.000 Einwohner verloren. In der Gruppe finden sich sowohl ost- als auch westdeutsche Kommunen, wobei die westdeutschen Städte ausnahmslos im Ruhrgebiet liegen. Rückläufig ist die Bevölkerungszahl besonders in Essen (-24.000), Duisburg (-23.000), Gelsenkirchen (-19.000), Chemnitz (-16.000) und Wuppertal (-16.000).
Die schrumpfenden Städte sind zudem besonders von der Alterung der Bevölkerung betroffen. Während die Zahl der Kinder und Jugendlichen in allen Wohnlagen abnimmt, wohnen immer mehr Menschen über 60 Jahren am Stadtrand. „Die Stadtränder überaltern, darauf müssen sich viele Kommunen einstellen“, erläutert Göddecke-Stellmann. „Der Bedarf an Schulen, Kindergärten und -tagesstätten wird dort abnehmen und die Nachfrage nach altengerechten Einrichtungen und Angeboten steigen.“
Die Studie ist in der Reihe „BBSR-Berichte KOMPAKT“ erschienen. Die Ausgabe 9/2011 kann unter dem Stichwort „Renaissance der Großstädte“ bei gabriele.bohm@bbr.bund.de kostenfrei angefordert werden. Eine PDF-Version ist auf der Internetseite des BBSR unter http://www.bbsr.bund.de in der Rubrik „Veröffentlichungen“ verfügbar.
Kontakt:
Christian Schlag, Stab Wissenschaftliche Dienste
Telefon: +49 228 99401-1484
E-Mail: christian.schlag@bbr.bund.de
Fachlicher Ansprechpartner:
Jürgen Göddecke-Stellmann, Referat Raum- und Stadtbeobachtung
Telefon: +49 228 99401-2261
E-Mail: juergen.goeddecke@bbr.bund.de
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Es berät die Bundesregierung bei Aufgaben der Stadt- und Raumentwicklung sowie des Wohnungs-, Immobilien- und Bauwesens.
Christian Schlag | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.bbsr.bund.de
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