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Früher entwickelten sich Städte nach der Lage zum Wasser, nach Geländemöglichkeiten oder auch einfach wild. Dann erfand der Mensch die Karte und machte sie zur Grundlage von Stadtplanungen. Was für den ausgebildeten Fachmann eine verlässliche Planungsbasis war, war für den Bürger jedoch häufig ein Buch mit sieben Siegeln.
"Das Zauberwort für die Bürgerbeteiligung in der Stadtplanung heißt Visualisierung", so Professor Dr. Gerhard Juen von der Fachhochschule Gelsenkirchen, der zusammen mit seinem Kollegen Prof. Dr. Ulrich Kaiser seit gut einem Jahr ein Computerprogramm entwickelt, das unter dem Namen "CityGML-Toolchain" Städte in der dritten Dimension am Bildschirm erlebbar macht.
Juen: "Der Bürger kennt die dreidimensionale Darstellung von Städten ansatzweise aus 'Google Earth' oder aus Microsofts 'Virtual Earth'. Diese Systeme sind aber aus unserer Sicht zu langsam und haben deutlich weniger Darstellungsmöglichkeiten und Erweiterungswerkzeuge für die Planung. Ähnlich wie mit den Spezialbrillen bei 3-D-Kinofilmen ermöglicht unser System beispielsweise die stereoskopische Betrachtung, mit der ein echtes 3-D-Erlebnis möglich wird." Sogar das gleichzeitige virtuelle Begehen des Modells von unterschiedlichen Orten aus ist möglich. Juen: "Das könnte beispielsweise im Katastrophenschutz genutzt werden, um die Einsatzkräfte zu koordinieren."
Ihre bisherigen Ergebnisse stellen die beiden Professoren, die im Fachbereich Elektrotechnik des Hochschulstandortes Bocholt forschen und lehren, Ende Oktober (29.10.2009, 9:30 bis 15:30 Uhr) im Wissenschaftspark Gelsenkirchen einem Fachpublikum aus Verwaltung, Industrie und Wissenschaft vor. Dabei zeigen sie Modelle der Städte Gelsenkirchen, Bocholt und Stuttgart, wahlweise auf dem PC, einem Laptop oder einem PDA, der als "Personal Digital Assistant" bereits so klein wie ein Handy sein kann.
Auch wenn sich das Angebot zunächst an Städte und Gemeinden richtet, am Ende wollen die beiden Professoren die Bürger erreichen. Juen und Kaiser: "Mit solchen 3-D-Modellen können sich die Bürger etwa über verschiedene Möglichkeiten einer Baumaßnahme anschaulich informieren und so aktiv an der Gestaltung ihrer Stadt mitarbeiten."
Ihr Medienansprechpartner für weitere Informationen:
Prof. Dr. Gerhard Juen, Bocholter Fachbereich Elektrotechnik der Fachhochschule Gelsenkirchen, Telefon (02871) 2155-830 oder 2155-802 (Dekanatssekretariat), Telefax (02871) 2155-800, E-Mail gerhard.juen@fh-gelsenkirchen.de
Dr. Barbara Laaser | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.ruhr3.de/
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